20.10.2020

Erste Apotheke in der Kölner Innenstadt auf der Dürener Strasse stellt sich klimaneutral

Nachhaltiges Bewußtsein für Gesundheit und Umwelt gehören für uns untrennbar zusammen.

Aus diesem Grund haben wir uns als Valder Apotheke Gedanken gemacht, wie wir bei all den Lieferdiensten zukünftig einen sinnvollen Beitrag leisten und unsere Umwelt entlasten können.

Wir haben alle unsere Aktivitäten rund um das Thema Gesundheitsversorgung für Sie als unsere Kunden in der Apotheke analysiert und daraus einen CO2-Wert ermittelt.

Demzufolge haben wir 53 Korbweiden in der Eifel gepflanzt.

Hierdurch ist es uns jetzt gelungen, den Betrieb unserer Apotheke Klimaneutral zu stellen.

Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen einmal nicht persönlich zu uns kommen können, so versorgen wir Sie auch gerne mit unserem täglichen Botendienst.

Bei uns kommen Ihre Medikamente kurzfristig und schnell mit dem Fahrrad zu Ihnen nach Hause.

So sind wir immer persönlich und umweltfreundlich im Einsatz für Ihre Gesundheit.

 

Ihr Team der Valder Apotheke

www.valder-apotheke.de



20.09.2020

Google will vollständig CO2-neutral werden

Der IT-Konzern Google will bis 2030 komplett CO2-frei arbeiten - und das nicht nur bilanziell, sondern real und zu jeder Zeit.
 
Nachdem sich das Unternehmen bereits seit 2017 ausschließlich mit erneuerbarem Strom versorge, wolle man bis zum Ende des Jahrzehnts eine völlige CO2-Neutralität aller Rechenzentren und Liegenschaften erzielen, heißt es in einer Mitteilung von Google-CEO Sundar Pichai vom 14. September.

Die sei der bislang ambitionierteste „Moonshot“ in Sachen Nachhaltigkeit, betont Pichai. Mit Moonshots bezeichnet Google technologische Großprojekte, die mit der Mondlandung vergleichbar seien. Um das Ziel zu erreichen, wolle man unter anderem verstärkt künstliche Intelligenz einsetzen, um die Prognosen von Stromerzeugung und Stromverbrauch zu optimieren. Bereits im April 2020 hatte Google einen Algorithmus vorgestellt, der die Auslastung von Rechenzentren entsprechend des jeweils verfügbaren Erneuerbaren-Stroms steuert. 

Künftig könnten auf diese Weise Workloads zeitlich und räumlich zwischen den global verteilten Google-Rechenzentren verschoben werden, je nachdem, wo sie gerade am umweltfreundlichsten erledigt werden können. „Das bedeutet, jede mit G-Mail versendete Botschaft, jedes auf Youtube betrachtete Video könnte zu jedem Zeitpunkt mithilfe von erneuerbarer Energie realisiert werden“, so Pichai.

Mittels künstlicher Intelligenz habe das Unternehmen auch bereits den Kühlbedarf seiner Data Center um 30 % reduziert. Nun wolle man eine entsprechende Lösung für den Gebäudesektor weltweit kommerziell anbieten. 

Um die geplanten Anstrengungen zu unterstreichen, habe Google mit dem 14. September seinen gesamten bisherigen CO2-Fußabdruck seit der Gründung im Jahr 1998 durch den Aufkauf von CO2-Zertifikaten kompensiert, sagte Pichai: „Mit dem heutigen Tag sind wir CO2-neutral.“

14.06.2020

Erste Apotheke in Köln Co2frei

Die Wiesel Apotheke ist als erste Kölner Apotheke CO₂FREI zertifiziert.
Naturheilkunde ist unsere Leidenschaft. Folglich genießt auch der Umweltschutz bei uns einen besonderen Stellenwert. Durch ökologisches Handeln neutralisieren wir nun nachhaltig unseren CO2-Ausstoß und sind stolz darauf, mit einem Partner zusammen zu arbeiten, der uns vor Ort, bei der Umsetzung unserer Klimastrategie unterstützt und den Umweltschutz genauso ernst nimmt wie wir. 
 


04.04.2020

Deshalb hilft die Corona-Krise nicht dem Klima

Es sind schöne Bilder, die die ESA vergangene Woche herausgegeben hat: Der Ausstoß von Stickstoffdioxid über Europas Großstädten war deutlich sichtbar zurückgegangen (siehe Bild). Und doch – langfristig bringt es wohl nichts.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat davor gewarnt, falsche Schlüsse aus dem Klima-Effekt der Corona-Krise zu ziehen. Die Emissionen von Treibhausgasen gingen derzeit zwar zurück, doch sei dieser Effekt „nicht nachhaltig“, sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Neue Satellitenbilder hatten die Herzen der Umweltschützer kurzfristig höher schlagen lassen:

Krisen bringen keine modernen Strukturen

Es handle sich nur um ein "kurzfristiges Phänomen", das beim Schutz des Erdklimas nicht weiterhelfe, sagt Schulze. Durch die von der Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise entstünden keine "moderneren Strukturen" für den Klimaschutz.

Durch das Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität und des Auto- wie Flugverkehrs in der Corona-Krise verringert sich derzeit weltweit der Ausstoß der klimaschädlichen Gase. Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hatte am Dienstag jedoch vorhergesagt, dass die positiven Auswirkungen auf das Klima "wahrscheinlich nur sehr gering" sein würden. So sei abzusehen, dass der CO2-Ausstoß wieder ansteige, sobald die Pandemie überstanden sei und die Weltwirtschaft wieder anlaufe.

Auch Tobias Koch, Umweltökonom und DASDING-Redakteur erklärt:

Wie zum Beweis wurde am Mittwochabend die Klimakonferenz der Vereinten Nationen wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Die Entscheidung sei gemeinsam von den Vereinten Nationen und den beiden Veranstaltern, Großbritannien und Italien, getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Die Konferenz soll nun im kommenden Jahr abgehalten werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest.

Christian Kreutzer

SWR3


25.01.2020

Eine sehr deutsche Diskussion

Ausgerechnet Porsche setzt auf Nachhaltigkeit. Was Vorstandschef Oliver Blume über röhrende Motoren, SUV-Vorlieben in anderen Ländern und das Einkaufen ohne Plastiktüten denkt, hat er Philipp Vetter und Olaf Preuß erzählt 

Oliver Blume hat einen Taycan mit zum WELT-Wirtschaftsgipfel nach Berlin gebracht. Noch ist der erste Elektro-Porsche eine absolute Seltenheit auf deutschen Straßen und fällt entsprechend auf. Doch geht es nach Porsche-Chef Blume, werden schon bald viele Batterie-Sportwagen durchs Land fahren.

 

Herr Blume, alle reden über Klimaschutz. Haben Sie Ihr Verhalten dadurch verändert?

Oliver Blume:

Ja, die größere Aufmerksamkeit für den Klimawandel in den letzten Monaten hat dazu geführt, mein eigenes Verhalten zu überprüfen und anzupassen. Selbst wenn es kleinere Dinge sind: Ich nutze zum Beispiel häufig öffentliche Verkehrsmittel. Und ich versuche, auf Plastiktüten zu verzichten, und bringe beim Einkaufen meine eigenen Taschen mit. Zudem kompensiere ich CO2 bei Flügen. Es gibt immer Möglichkeiten, sich zu verbessern – beim eigenen Verhalten fängt es an.

Glauben Sie, dass viele Porsche-Kunden so ticken wie Sie, oder wollen die immer noch den röhrenden Motor?

Vielen Kunden gefällt beides, so wie mir auch. Die drei wichtigsten Gründe für den Kauf eines Porsche sind die Marke, das Produkt und das Design. Nach der Vorstellung unseres ersten Elektromodells Taycan haben sich viele Kunden gemeldet und gesagt: Genau dieses Auto suche ich. Als Porschefahrer will man Trendsetter sein, die neuesten technologischen Möglichkeiten nutzen. Und mit dem Taycan kann man sportlich und zugleich CO2-frei fahren, sozusagen mit gutem ökologischen Gewissen. Wir sind ein Pionier für nachhaltige Mobilität, verbinden den Sportwagen mit Nachhaltigkeit.

Ein Porsche muss also nicht röhren?

Manche sagen Nein, andere sagen: auf jeden Fall! Wir bieten dem Kunden beide Fahrgefühle. Deshalb optimieren wir auch die Emissionen unserer Benzinantriebe kontinuierlich weiter. In meiner Generation lieben viele den Sound. Wir haben gelernt, dass er mit Beschleunigung und Fahrdynamik gleichzusetzen ist. In der Realität hat der Sound nichts mit den Fahreigenschaften zu tun. Meine Kinder werden in Zukunft einen röhrenden Motor nicht mehr damit verbinden, wie leistungsstark ein Fahrzeug ist. Sie setzen eher auf ein innovatives, digitales Auto – wie den Taycan.

 

 

 

Das klingt alles, als würde sich Porsche demnächst den Forderungen von Fridays for Future anschließen.

Ich finde es erst mal positiv, dass die Klimadiskussion noch mehr an Bedeutung gewonnen hat. Das gibt uns auch immer wieder neue Impulse, unsere eigene Strategie zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Wir setzen dabei auf eine flexible Antriebsstrategie: emotionale Verbrenner wie den 911, starke Hybride wie beim Cayenne und Panamera und innovative E-Mobile wie den Taycan. Alles, was wir machen, ist typisch Porsche, wird aus dem Motorsport abgeleitet und immer nachhaltiger.

Einige in der Autobranche warnen aber auch, dass das Tempo, das gerade beim Klimaschutz gefordert wird, die Industrie überfordert.

Wichtig ist, die richtige Balance zu finden. Umfassende Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Unternehmen tragen Verantwortung für Mitarbeiter, Arbeitsplätze und für wirtschaftliche Erfolge, die dann wieder über Steuern zahlreiche nachhaltige Maßnahmen möglich machen. Aus ökologischer Perspektive kann es nicht schnell genug gehen, gleichzeitig muss man dabei auch das Machbare berücksichtigen. Wir als Industrie stehen gemeinsam in der Pflicht zu zeigen, was technologisch möglich ist und wo es Grenzen gibt. Das ist wie im Sport: Wenn ich die Latte zu hoch lege, dann springt am Ende keiner mehr.

Sie wollen in Zukunft nicht nur Elektroautos verkaufen, sondern auch klimaneutral produzieren. Wie soll das gehen?

Indem wir ein klares, langfristiges Ziel haben. Porsche soll eine Zero-Impact-Company werden. Also ein Unternehmen ohne ökologischen Fußabdruck. Wichtig auf diesem Weg sind messbare Etappenziele. Beispielsweise nutzen seit drei Jahren alle deutschen Porsche-Betriebsstätten zu 100 Prozent Naturstrom. Und in der Produktion haben wir den CO2-Ausstoß pro Fahrzeug in den vergangenen fünf Jahren um 75 Prozent gesenkt. Zudem stellen wir klare Regeln für unsere Zulieferer auf. Und wir lassen uns von einem Nachhaltigkeitsbeirat mit renommierten Experten beraten. Wir haben erste positive Schritte gesetzt. Gleichzeitig liegt noch viel Arbeit vor uns.

 

 


10.07.2019

Bahntransporte von Audi sind ab sofort CO2-frei

Sämtliche Bahntransporte der Audi AG in Deutschland sind ab sofort CO2-frei. Als erstes Unternehmen in Deutschland wickelt Audi damit seine Logistikverkehre auf der Schiene vollständig klimaneutral ab.

Audi, Logistik, Zug

Mit der Umstellung der Bahn-Transporte verfolgt Audi sein Ziel, Automobile künftig komplett CO2?neutral herzustellen. - Bild: Audi

Durch das Umstellen auf das Produkt „DBeco plus“ von DB Cargo spart das Unternehmen jährlich mehr als 13.000 Tonnen CO2 ein und erreicht ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur CO2-neutralen Produktion. Bereits seit 2010 setzt Audi auf den umweltfreundlichen Schienentransport „DBeco plus“ für seine Automobile, wie das Unternehmen via Pressemitteilung erklärt.

Seit dem 1. August 2010 fährt der sogenannte „grüne Zug“ von Ingolstadt an den Nordsee-Verladehafen Emden. Damit nutzte Audi als erstes Unternehmen Züge mit Ökostrom. Seit 2012 fahren auch auf der Verbindung vom Audi-Standort Neckarsulm nach Emden „grüne Züge“. Auf beiden Strecken wurden seitdem knapp 1.600.000 Automobile transportiert und 63.000 Tonnen CO2 eingespart.

Pro Tag werden rund 25 Züge abgefertigt

„Durch die Umstellung reduzieren wir den CO2-Ausstoß unserer Logistikverkehre erheblich und leisten einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Heiko Schultz, Leiter Transportlogistik der AUDI AG. Sieben Jahre nach dem Start des Projektes fahren nun alle Audi-Transporte mit DB Cargo von und zu den beiden deutschen Produktionsstandorten CO2-frei.

Darin einbezogen sind nicht nur Züge, die die beiden deutschen Produktionsstandorte verlassen (Outbound), sondern auch sämtliche Bahn-Transporte, die in den Werken ankommen (Inbound). Auch Bauteile und Materialien von Lieferanten, die in den Produktionsprozess gelangen, zählen dazu.

Pro Tag werden rund 25 Züge mit Material und Fahrzeugen an den beiden deutschen Standorten abgefertigt. „Wir freuen uns, als erster Schienenlogistiker unsere Transporte CO2-frei zu gestalten und damit einen wichtigen Beitrag zu Audis Ziel der CO2-neutralen Produktion zu leisten“, ergänzt Jens Nöldner, CEO von DB Cargo Logistics.

Audi will Autos künftig komplett CO2-neutral herstellen

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DB Cargo hat für das Produkt „DBeco plus“ zunächst den spezifischen Energiebedarf zur Durchführung der Transporte ermittelt. Für die Abwicklung des Schienenverkehrs ersetzt DB Cargo dann die benötigte Energiemenge komplett durch Ökostrom, der ausschließlich aus einheimischen erneuerbaren Energiequellen bezogen wird.

DB Cargo bildet damit die Transporte für Audi CO2-frei ab und investiert zusätzlich zehn Prozent der Erlöse in den Ausbau von Anlagen, die regenerativen Strom erzeugen oder speichern. Das Klima wird somit durch die Transporte von Audi in doppelter Hinsicht geschützt, wie der Auotbauer mitteilt.

Mit der Umstellung der Bahn-Transporte verfolgt Audi sein Ziel, Autos künftig komplett CO2?neutral herzustellen. Audi ließ seinen CO2-Fußabdruck 2014 als erstes Unternehmen nach der weltweit gültigen Norm ISO 14064 zertifizieren und leitet aus den Ergebnissen Maßnahmen zur Reduktion seines ökologischen Fußabdrucks ab.

Dafür wertete das Unternehmen Emissionen in allen Lebenszyklusabschnitten eines Automobils detailliert aus, um darauf basierend Maßnahmen zur weiteren Reduktion abzuleiten. Gutachter der DEKRA Certification GmbH und der DEKRA Certification Inc. überprüften und bestätigten zugrunde gelegte Datenquellen und Berechnungen.


28.05.2019

Portugiesische Insel soll CO2-frei werden

Nur Windkraft, Solarenergie und Elektroautos: Auf der portugiesischen Insel Porto Santo sollen gut 5.000 Menschen bald völlig CO2-frei leben. Elektroautos dienen dabei nicht nur als Fahrzeuge, sondern auch als temporäre Energiespeicher.

Auf der portugiesischen Insel Porto Santo wird es niemals kalt und selten heiß. Die Luft ist konstant trocken und mild, Klimaanlagen und Heizung braucht es hier kaum. Die Insel nahe Madeira ist kaum größer als der Berliner Bezirk Mitte. Der Bedarf an moderner Energieversorgung ist trotz des stabilen Klimas hoch, denn der Strom kommt hier oft noch aus einem Dieselgenerator. Ein ideales Testgebiet für das Projekt, das die Münchener Firma The Mobility House (TMH) gemeinsam mit Renault und dem örtlichen Energieversorger gestartet hat.

In drei Jahren soll Porto Santo mit seinen gut 5.000 Einwohnern praktisch CO2-frei werden. Dann soll es nur noch Elektroautos geben, und der Strom dafür soll ausschließlich durch Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Bei durchschnittlich zehn Sonnenstunden pro Tag selbst im Winter scheint vor allem die Solartechnik vielversprechend.

Die beteiligten Firmen sehen das Projekt als Modell für eine Zukunft, in der selbst ganze Städte CO2-frei funktionieren könnten. Der Clou an dem Konzept ist, dass die Stromspeicher der E-Autos in zwei Seiten arbeiten. Sie können also nicht nur geladen, sondern auch gezielt entladen werden. Außerdem ermögliche eine neue Technologie den Anschluss an das lokale Stromnetz. Die Batterien werden damit zu temporären Speichern, wenn gerade mehr Energie erzeugt als gebraucht wird – und zu Reserven im umgekehrten Fall. Hinzu kommen so genannte Second-Life-Batterien, also ausgediente Fahrzeugakkus, die der französische Automobilhersteller zur Verfügung stellt und die als zusätzliche Speicher dienen sollen.

Die zweite wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des Konzeptes ist die intelligente Steuerung. Über eine selbst entwickelte Software und eine Internetverbindung an jeder Ladesäule kann TMH von München aus die Ladevorgänge steuern und überwachen. Dadurch könne sofort auf die steigende oder sinkende Nachfrage des Energieversorgers reagiert werden, wodurch ein kostengünstiges und stabiles Stromnetz gewährleistet werde. Das Unternehmen will mit dem Projekt auch beweisen, dass eine nachhaltige Energieversorgung ohne einen teuren Netzausbau möglich sein kann. Wenn nicht überall, so doch auf Inseln, in Städten, Flughäfen oder Stadien.

Im Sommer 2018 wurden die ersten 20 Elektroautos an öffentliche Einrichtungen, private Unternehmen und Bewohner der Insel übergeben. Damit läuft nun der Praxistest, für den 40 Ladestationen zur Verfügung stehen.

TMH ist aber schon jetzt überzeugt, dass sich das Konzept bewähren und vor allem auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung stoßen wird. Denn die gut 1.000 E-Autos, die ab 2022 zur Verfügung stehen sollen, dürften kostenlos genutzt werden. Außerdem werde der Strompreis durch Wind und Sonne im Vergleich zu den Dieselgeneratoren drastisch sinken: Von mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch drei bis vier Cent.


10.03.2019

Europa will CO2-frei werden

Wie könnte eine langfristige Strategie der EU im Kampf gegen den Klimawandel aussehen? Ende 2018 hat die Europäische Kommission eine Reihe von Dokumenten veröffentlicht, in der verschiedene Optionen vorgestellt wurden, was die Klimastrategie bis 2050 für die EU anbelangt. Die Dokumente liefern die Basis für die offizielle Langzeitstrategie, die die EU 2020 den Vereinten Nationen vorlegen muss - wie beim Pariser Abkommen 2015 vereinbar. Die 2050-Vision wird auch im Mai beim Summit "Future of Europe" Thema sein. Die Europäische Kommission beschreibt in ihren Ausarbeitungen den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 und merkt dazu dann, dass dies sowohl technisch möglich ist, als auch sozialverträglich und kosteneffizient. Nötig ist dieses Ziel in jedem Fall, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Das in der Vergangenheit fokussierte Zwei-Grad-Ziel wird nicht weiter angepeilt, weil inzwischen klar ist, dass bei einem Zwei-Grad-Ziel zu große Probleme auftreten würden. Nicht nur, dass ein Teil der Menschheit seinen Wohnraum verlieren würde. Zudem käme es auch aller Wahrscheinlichkeit nach zu Kippeffekten des Klimas, das heißt zu unkalkulierbaren Kettenreaktionen.

Klimaneutral bis 2050

Gleich das Ziel der Klimaneutralität hat es in sich. Zwei der acht Szenarien zielen auf Null Prozent CO2, fünf auf 80 bis 85 Prozent, ein Szenario ist die Kombination von vier Szenarien und kommt auf 90 Prozent.

Die Europäische Kommission hat in ihrer Vision acht verschiedene Szenarien erarbeitet. Seitdem sie sie vorgestellt hat, diskutieren Entscheidungsträger über mögliche Entwicklungen und notwendige Weichenstellungen für langfristigen Klimaschutz in der EU. Auch in Deutschland ist in den kommenden Monaten eine zunehmende Aufmerksamkeit für den Kommissionsvorschlag zu erwarten.

Deutschland, einst Vorreiter

Deutschland, einst Vorreiter in der EU beim Thema Klima, hat in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben nicht gemacht, schafft seine CO2-Reduktionsziele 2020 nicht, hat seit fast 20 Jahren nicht mehr so wenig Windkraft ausgebaut wie derzeit. Und die Bundesregierung kann sich auch jetzt kaum zu einer Klimaschutz-Maßnahme durchringen, die Länder wie Schweden bereits vor drei Jahrzehnten verabschiedet haben: zu einer CO2-Steuer. Ein Vorreiter sieht anders aus.

Die EU-Staaten ihrerseits haben ihre nationalen Klimapläne für 2050 eingereicht und sind wie Deutschland jetzt mit der Überarbeitung beschäftigt.

Acht Szenarien für die Zukunft

Gleichwohl, die Clean-Planet-Strategie mit ihren acht Szenarien fußt auf der 2014-Regulierung zur Minimierung unseres EU-CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2030. In dem Zusammenhang sei angemerkt, dass kürzlich die Diskussion zur Anhebung des Ziels ausgebrochen war. 45 Prozent sind nach Kalkulationen der Kommission ebenfalls zu schaffen. Und gleichzeitig ist klar, dass ein 40-Prozent-Ziel für 2030 ein zu geringer Wert ist, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Die fehlenden 55 Prozent würde - wenn sie überhaupt zu schaffen sind - nur unter großen Entbehrungen und hohen Kosten erreicht werden können. Trotzdem hat man am 40-Prozent-Ziele festgehalten, weil alles andere nur endlose neue Diskussionen losgetreten hätte.

Carbon Capture and Storage

Interessant: Keines der Szenarien verabschiedet sich komplett von der Kohle. Alle beinhalten die Abscheidung und Speicherung oder Nutzung von Kohlenstoff, also CCS oder CCU. Dabei hat es in Deutschland zum Beispiel immer massiven Widerstand gegen CCS gegeben. Und auch den Anbau von Biomasse will die EU erweitern. Das wird unter anderem vom Umweltbundesamt kritisch gesehen. Dieses hält die Nutzung von Flächen für die Ernährung für sinnvoller.

Europawahlen im Mai

Ende Juni will die EU sich dazu auf einer Konferenz in Rumänien committen. Erwartet wird auch, dass die finnische Ratspräsidentschaft ab der zweiten Jahreshälfte dem Thema neuen Schwung geben wird. Eine weitere wichtige Station wird der UN Climate Action Summit im September.

Insgesamt ist derzeit unklar, welche Rolle der Klimaschutz künftig in der EU spielen wird: Bei den Wahlen im Mai könnten sowohl die Grünen als auch die extremrechten Parteien als Sieger hervor gehen. Die Rechten könnten den Klimaschutz massiv ausbremsen.


20.02.2019

Schüler streiken für Klimaschutz - Polizei sichert CO2-frei

Saarlouis (dpa/lrs) - Rund 1000 Jugendliche haben am Freitag in Saarlouis mit einem Schulstreik für mehr Klimaschutz demonstriert. «Die Schüler waren sehr engagiert und laut, wie es sich für das Thema auch gehört», sagte ein Polizeisprecher. Unter dem Titel «Fridays for Future» schwänzen Teilnehmer der Protestbewegung seit Mitte Januar freitags die Schule und fordern unter anderem ein sofortiges Ende der Stromerzeugung mit Kohle. Nach Angaben der Bewegung wurde in Deutschland am Freitag in 54 Städten gestreikt.

In Saarlouis hatten sich Polizei und Veranstalter auf eine Route des Demonstrationszugs geeinigt, die von den Einsatzkräften zu Fuß abgesichert werden konnte. «Um sicherzustellen, dass ein CO2-freier Polizeieinsatz möglich wird», sagte ein Sprecher der Polizei. «Wir haben das angeboten und die Veranstalter haben das dankend angenommen.»


16.11.2018

Kraftstoffverbrauch von Lkw Sorge vor CO2-Grenzwerten

Die im EU-Parlament diskutierten CO2-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge versetzen die Industrie in Aufruhr. So hat die Daimler Trucks-Sparte einen Brief an Spitzenpolitiker versandt und bittet diese darin, sich für moderatere Werte einzusetzen. Die Zukunft der Produktionsstandorte stehe sonst auf dem Spiel.

Am kommenden Mittwoch, den 14. November 2018, stimmt das Europäische Parlament über die Ziele zur CO2-Reduzierung für schwere Nutzfahrzeuge ab. Der zur Abstimmung stehende Vorschlag aus dem Umweltausschuss des EU-Parlaments, eine CO2-Reduzierung von 20 Prozent bis 2025 und von 35 Prozent bis 2030 in Bezug auf das Basisjahr 2019, bereitet bei den Fahrzeugherstellern offensichtlich große Sorgen. In einem Brief, der eurotransport.de vorliegt, wenden sich Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw, Dr. Frank Reintjes, Leiter Global Powertrain, E-Mobility & Produktionsplanung Daimler Trucks gemeinsam mit Michael Brecht, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Daimler AG sowie die einzelnen Betriebsratsvorsitzenden der deutschen Produktionsstandorte von Daimler Trucks an eine Vielzahl deutscher Politikvertreter auf EU-, Bundes- und Landesebene und warnen vor überambitionierten CO2-Grenzwerten.

In dem Schreiben an die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), in dem sich mit dem Mercedes-Standort Wörth das weltgrößte Lkw-Werk befindet, ist zu lesen, dass der in Brüssel diskutierte Regulierungsvorschlag so weit über das technisch und ökonomisch Leistbare hinausgehe, dass es gravierende Auswirkungen auf die Daimler-Standorte des Bundeslandes haben könnte. Die Vorschläge würden eine Verdrei- bis Vervierfachung dessen bedeuten, was die Industrie in den vergangenen zwei Jahrzehnten an Verbrauchsverbesserung erzielt hat, nämlich etwas mehr als ein Prozent CO2-Reduktion pro Jahr. Daimler fordert die Spitzenpolitikerin deswegen dazu auf, sich für realistischere Ziele einzusetzen.

Basiswerte stehen noch nicht fest

Besondere Probleme bereitet den Herstellern zudem, dass die Basiswerte für 2019, auf die sich dann die Reduktionsziele beziehen, noch nicht feststehen, sondern gerade erst durch das Simulationstool Vecto ermittelt und anschließend noch validiert werden sollen. Die Industrie rechnet dem Vernehmen nach mit belastbaren Basiswerten erst im ersten Halbjahr des Jahres 2020. Bis zum Zwischenziel im Jahr 2025 würden dann nur noch vier Jahre bleiben, um die exakten technologischen Entwicklungspfade zu definieren. Auch würde für viele Technologien, mit deren Hilfe sich der CO2-Ausstoß deutlich senken ließe, wie die unterschiedlichen Formen der E-Mobilität, die dazugehörige Versorgungsinfrastruktur noch fehlen und verschiedene CO2-mindernde Maßnahmen wie sogenannte eFuels nicht eingerechnet werden.

Insbesondere die vorgeschlagenen Strafzahlungen in Höhe von 6.800 Euro pro überschrittenem Gramm pro Tonnenkilometer bereitet Sorge. Sie würden in dieser Höhe selbst große Nutzfahrzeug-Hersteller in der Existenz bedrohen. Der Betrag läge 30-mal höher als die Strafzahlungen im Pkw-Bereich.

CO2-Ziele als massiver Kostentreiber

Diese Kombination aus unrealistischen CO2-Zielen und hohen Strafzahlungen sei für die Fahrzeug- und Logistikindustrie ein massiver Kostentreiber und bedeute für die Hersteller massive finanzielle Belastungen, die zu Lasten der Investitionen und damit der Zukunftsfähigkeit gingen. Die Regulierung komme außerdem zu einem Zeitpunkt, an dem die Lkw-Industrie mit stagnierenden, zum Teil sogar sinkenden Zulassungszahlen in Europa konfrontiert sei.

Der Gegenvorschlag der europäischen Fahrzeugindustrie liegt bei einer CO2-Reduktion von sieben Prozent bis 2025 und 16 Prozent bis 2030 und damit im Mittel bei 1,5 Prozent pro Jahr auf die Dauer von zehn Jahren. Außerdem setzt sich die Industrie für sogenannte Super-Credits ein, die es für emissionsfreie oder besonders emissionsarme Fahrzeuge geben soll wie batterieelektrisch-angetriebene Lkw. Nach dem Wunsch der Industrie sollten diese mit dem Faktor fünf nach dem Vorbild der USA eingerechnet werden, wo es schon CO2-Reduktionsziele für die schweren Fernverkehrs-Lkw der Klasse 8 gibt (Faktor 4,5 für batterieelektrische Antriebe, Faktor 5,5 für Brennstoffzellen-Antriebe). Der Faktor vier und fünf würde laut Industrie auch in etwa den Mehrkosten der batterieelektrischen Antriebe gegenüber dem herkömmlichen Diesel entsprechen. Aktuell ist jedoch nur der Faktor zwei vorgeschlagen.

Die EU-Kommission hatte bereits im Mai Grenzwerte vorgeschlagen, die über dem der Fahrzeugindustrie, aber unter den Vorschlägen des Parlaments rangiert – nämlich bei 15 Prozent bis 2025 und 30 Prozent bis 2030.


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