17.06.2021

Klimaschutzkonzept der Stadt Marburg

Die Universitätsstadt Marburg hat im Juni 2019 den Klimanotstand ausgerufen und will bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität erreichen. Dies bedeutet, dass die CO2-Emissionen und die CO2-Absorption (in natürlichen oder künstlichen Speichern) ausgeglichen sind. Dafür wurde der neue Klima-Aktionsplan 2030 entwickelt, der im Juni 2020 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen wurde. Der Aktionsplan baut auf bestehenden Konzepten auf:

Das Cover des Klimaschutzkonzepts der Universitätsstadt Marburg © Universitätsstadt MarburgDas Integrierte Klimaschutzkonzept

Bereits im Jahr 2011 wurde für die Universitätsstadt Marburg von der Klima und Energie Effizienz Agentur (KEEA)ein Klimaschutzkonzept entwickelt. In dem Klimaschutzkonzept wurden der Energieverbrauch und die daraus resultierenden CO2-Emissionen in der Stadt erfasst. Anschließend wurden Maßnahmen erarbeitet, wie die CO2-Emissionen gesenkt werden können. Diese Maßnahmen wurden zusammen mit zahlreichen Marburgerinnen und Marburgern erarbeitet.

Das Ergebnis sind 38 Maßnahmen für die folgenden Bereiche:

  • Verwaltung
  • Energieeffizienz und Erneuerbare Energien
  • Gebäude, Wohnen, Denkmalschutz
  • Verkehr
  • Klimaschutz in Unternehmen
  • Handlungsfeld Bildung
  • Umsetzung des Klimaschutzmanagements
  • Öffentlichkeitsarbeit

Die Erstellung des Konzeptes wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Zur Vertiefung des Klimaschutzkonzeptes wurden seit 2013 sechs weitere Konzepte entwickelt: 

Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes

In der nachhaltigen Entwicklung gibt es drei wesentliche Strategien, wie diese erreicht werden kann. Diese treffen auch auf das Klimaschutzziel zu:

  • Suffizienz: Es werden weniger Ressourcen (Energie) verbraucht. 
  • Effizienz: Die zur Verfügung stehenden Ressourcen (Energie) werden effizienter eingesetzt. Dadurch werden weniger Ressourcen benötigt.
  • Konsistenz: Der Ersatz von umweltschädlichen Technologien / Ressourcen durch umweltfreundliche Technologien / Ressourcen. Zum Beispiel der Ersatz von Kohle und Öl durch erneuerbare Energien oder der Ersatz des (eigenen) Autos durch das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel

Aus den Klimaschutzkonzepten und der CO2-Bilanz ergeben sich die folgenden wichtigsten Stellschrauben für die Reduzierung der städtischen CO2-Emissionen:

  • Die energetische Sanierung der Gebäude
  • Der Austausch alter Öl- und Gaskessel
  • Energieeffizienz und Energiesparen
  • Der Ausbau der Windenergie
  • Der Ausbau der Solarenergie
  • Klimafreundlicher Verkehr
  • Bewusstseinsbildung, Motivierung der Stadtgesellschaft zum Klimaschutz

Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes erfolgt fachdienstübergreifend. Im Folgenden eine Auswahl von bereits umgesetzten Maßnahmen:

  • Energetische Sanierung der Liegenschaften der Stadtverwaltung (z.B. der denkmalgeschützten Remisen)
  • Umstellung der Heizsysteme in Gebäuden der Stadtverwaltung (z.B. Pelletheizung im Rathaus) und Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf den Dächern
  • Einführung Jobticket, Carsharing, Dienstelektroautos und Dienstpedelecs
  • Umstellung eines Großteils der Straßenbeleuchtung auf LED
  • Einführung von diversen Informations- und Bildungsprogrammen (Energieberatung, Online-Solarkataster, Online-Gründachkataster, Klimaschutztheater für Grundschulen, Klimasparbuch und Klimaschutzbecher für Neubürger*innen)
  • Dauerhafte und temporäre Zuschussprogramme für Bürger*innen und KMUs (Förderprogramm regenerative Energien, Gründachzuschuss, LED-Zuschuss für Vereine, Bürgerprojekte zum Klimaschutz)

Der Fachdienst Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handeln koordiniert die Umsetzung der Klimaschutz- und Energiekonzepte und erstellt die stadtweite CO2-Bilanz. Hauptaufgabe des Fachdienstes Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handel ist die Umsetzung und Entwicklung von weiteren Klimaschutzmaßnahmen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Bewusstseinsbildung und der Unterstützung der Stadtgesellschaft in der Umsetzung von eigenen Klimaschutzmaßnahmen, z.B. durch Bildungs-, Informations-, Beratungs- und Zuschussprogramme.


04.03.2021

2021: Die CO2-Bepreisung kommt.

Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung einen Maßnahmenkatalog erstellt, um die Klimaziele zu erreichen. Das zentrale Instrument bildet die CO2-Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Wärme. Erfahren Sie mehr darüber, was die CO2-Abgabe ist, wie die Preise zustande kommen und die Energieversorger damit umgehen.

Der Hintergrund

Am 9. Oktober 2019 hat das Bundeskabinett das Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen. Das Ziel: Bis 2030 will Deutschland mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als 1990. Bis 2050 sollen die Emissionen auf 80 bis 95 Prozent vermindert werden.

Wie wird die CO2-Abgabe umgesetzt?

Die CO2-Abgabe in den Bereichen Verkehr und Wärme ergänzt den bestehenden EU-weiten Emissionshandel für die Energiewirtschaft und Industrie. Das neue nationale Emissionshandelssystem wird durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) geregelt. Demnach hat der sogenannte Verantwortliche für das Inverkehrbringen von Brennstoffen Zertifikate zu erwerben. Der Verantwortliche ist der Energielieferant. Bei ihm liegt auch der entstehende bürokratische Aufwand. Er muss für die Handelsperioden einen Überwachungsplan für die Ermittlung von Brennstoffemissionen und eine dazugehörige Berichterstattung erstellen. Die Ergebnisse müssen beim Umweltbundesamt eingereicht werden, das das nationale Emissionshandelsregister führt.

Wie hoch ist die CO2-Abgabe?

Generell handelt es sich um einen vorgegebenen Festpreis pro Tonne CO2.

  • → Ab 2021: 25 €/t CO2
  • → Bis 2025: Schrittweiser Anstieg auf 55 €/t CO2
  • → Ab 2026: Preiskorridor von 55 €/t CO2 bis 65 €/t CO2

Die Bundesregierung hat am 20. Mai 2020 die entsprechende Änderung des BEHG beschlossen. Der Bundestag hat am 8. Oktober 2020 zugestimmt. Der Bundesrat hat den Gesetzesänderungen stattgegeben.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Mehrkosten in Bezug auf die CO2-Abgabe bei Erdgas: 1 MWh Erdgas setzt 0,2 Tonnen CO2 (ohne Vorkette) frei.

Mehrkosten:

  • → 2021: 25 €/t CO2 = 0,541 ct/kWh brutto

Wie gehen Energielieferanten damit um?

Wollen die Energielieferanten nicht auf der zusätzlichen Kostenbelastung sitzen bleiben, müssen sie sich um die Umlage auf die belieferten Endkunden kümmern. Derzeit prüfen die Unternehmen ihre verwendeten Lieferverträge. Unter Umständen werden sie diese anpassen, um die ihnen aus der CO2-Bepreisung entstehenden Kosten weiterreichen zu können.

Viele Energielieferanten weisen in ihren Online-Auftritten auf die bevorstehende CO2-Bepreisung hin, ohne diese bereits in ihre Tarifpreisblätter zu integrieren. Auch hier prüfen sie noch, an welcher Stelle in der Abrechnung die CO2-Abgabe zu erscheinen hat.

 

Quelle: Bundesregierung


15.06.2019

19 Weltstädte wollen CO2-frei bauen

19 Bürgermeister von Megastädten der ganzen Welt wollen in einer gemeinsamen Erklärung den Klimaschutz stärken und ab 2030 nur noch CO2-freie Gebäude errichten. Vorschriften und Planungspolitik werden auch auf bestehende Gebäude abzielen, um sie bis 2050 auf Null zu bringen und sicherzustellen, dass die Städte die ehrgeizigen Ziele der Pariser Vereinbarung COP21 erfüllen. Unterzeichnet wurde die Erklärung allerdings nicht von deutschen Städten, obwohl Berlin und Heidelberg C40-Mitglieder sind (letzteres jedoch “zeitweilig inaktiv”). Am 23.08.2018 haben sich 19 klimasensible Bürgermeister, die 130 Millionen Stadtbewohner repräsentieren, verpflichtet, die Treibhausgasemissionen ihrer Städte deutlich zu senken, indem sie dafür sorgen, dass ab 2030 neue Gebäude CO2-frei werden. Mit der Unterzeichnung der Net Zero Carbon Buildings Declaration in Paris, London und New York haben sich die Verantwortlichen von Kopenhagen, Johannesburg, London, Los Angeles, Montreal, New York City, Newburyport, Paris, Portland, San Francisco, San Jose, Santa Monica, Stockholm, Sydney, Tokio, Toronto, Tshwane, Vancouver und Washington D.C. im Vorfeld des Weltklimagipfels in San Francisco vom 12. bis zum 14.09.2018 verpflichtet, dass bis 2050 sämtliche Gebäude, ob alt oder neu, den Net Zero Carbon Standards entsprechen werden. “Net-Zero-Gebäude nutzen Energie hocheffizient und decken den verbleibenden Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen. Solche mutigen Verpflichtungen, die eingegangen wurden, sind wesentliche Schritte, um die höchsten Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg unter 1,5° C zu halten,” heißt es in der Erklärung der C40-Cities. Gebäude in städtischen Gebieten sind eine der größten Quellen für Treibhausgasemissionen und verursachen im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Gesamtemissionen einer Stadt. In London, Los Angeles und Paris machen Gebäude weit mehr als 70% der Gesamtemissionen aus, was eine enorme Chance für Fortschritte bei der Senkung der Emissionen eröffnet. Derzeit sterben jährlich eine halbe Million Menschen vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung im Freien. Die Erfüllung der Verpflichtungen erfordert gemeinsame Anstrengungen, da die Stadtverwaltungen nicht die direkte Kontrolle über alle Gebäude einer Stadt haben. Diese Verpflichtung hat daher die Zusage zum Inhalt, mit staatlichen und regionalen Regierungen sowie dem Privatsektor zusammenzuarbeiten, um diesen Wandel voranzutreiben, und fordert die nationalen Regierungen zu gleichberechtigtem Handeln auf. Diese Zusage der Städte ist Teil des Net Zero Carbon Building Commitments des World Green Building Council für Unternehmen, Städte, Staaten und Regionen. Städte, welche die Verpflichtung eingehen, werden Folgendes tun: “Erstellen eines Fahrplans für unser Engagement, um Netto-Null-Carbon-Gebäude zu erreichen. Entwicklung einer Reihe von unterstützenden Anreizen und Programmen. Jährlicher Bericht über die Fortschritte bei der Erreichung unserer Ziele und Bewertung der Durchführbarkeit der Berichterstattung über Emissionen, die über den betrieblichen Kohlenstoff (z.B. Kältemittel) hinausgehen. Darüber hinaus verpflichten sich 13 Städte (Kopenhagen, Johannesburg, Montreal, Newburyport, Paris, Portland, San Jose, Santa Monica, Stockholm, Sydney, Toronto, Tshwane und Vancouver), bis 2030 nur Vermögenswerte mit netto null Kohlenstoff zu besitzen, zu erwerben und zu entwickeln. Um das zu erreichen, werden die Städte “den aktuellen Energiebedarf und die CO2-Emissionen ihrer kommunalen Gebäude bewerten Möglichkeiten zur Reduzierung identifizieren einen Fahrplan für das Engagement zur Erreichung kohlenstofffreier städtischer Gebäude erstellen jährlich über die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele berichten und die Durchführbarkeit der Einbeziehung von Emissionen, die über den betrieblichen Kohlenstoff (wie z.B. Kältemittel) hinausgehen, bewerten” Im Vorfeld des Weltklimagipfels fordern die C40 ihre Mitglieds-Städte auf, die Klimaschutzmaßnahmen und -ambitionen zu verstärken – die Ankündigung der 19 ist eine der Verpflichtungen der Städte im Rahmen dieser Initiative.


14.01.2018

CO2-Grenzwert EU setzt Vorgaben für Pkw

Bis 2021 dürfen alle neu zugelassenen Pkw in der EU im Schnitt maximal 95g CO2/km ausstoßen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin. Die EU-Kommission hat nun ihren Vorschlag für die Weiterführung der CO2-Grenzwertregelung bis 2030 veröffentlicht. Konkret beinhaltet der Kommissionsvorschlag folgende Elemente: der CO2-Ausstoß von Neuwagen soll bis 2025 um 15 %, bis 2030 um 30 % verringert werden, ein Anreizmechanismus soll den Absatz von emissionsfreien/-armen Fahrzeugen (i.d.R. Elektroautos) ankurbeln: verkaufen Hersteller in 2025 mehr als 15 %, in 2030 mehr als 30 % solcher Fahrzeuge, werden im Gegenzug ihre CO2-Vorgaben abgeschwächt, die tatsächlichen CO2-Emissionen sollen im Rahmen der Marktüberwachung mittels Verbrauchsmessgeräten in den Fahrzeugen erfasst und jährlich für jeden Hersteller veröffentlicht werden.


28.04.2017

Neues Messverfahren für CO2-Ausstoß beschlossen

Die CO2-Werte von erstmals zugelassenen Pkw sollen ab dem 01.09.2018 nach einem neuen, weltweit abgestimmten Verfahren ermittelt werden. Wie das Bundesministerium der Finanzen am 28.04.2017 mitteilte, sieht dies ein Gesetzentwurf vor, den der Bundestag angenommen hat. Der Stichtag soll auch für die Bemessung der Kfz-Steuer gelten, die unter anderem auf dem Schadstoffausstoß basiert. Realitätsnähere CO2-Emissionswerte Die von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) entwickelte weltweit harmonisierte Testprozedur zur Ermittlung der Abgasemissionen leichter Kraftfahrzeuge ("Worldwide harmonized light duty test procedure" – WLTP) verfolge das Ziel, zukünftig realitätsnähere CO2-Emissionswerte im Rahmen der Typgenehmigung zu erhalten. Die Ermittlung der CO2-Emissionen unterscheide sich erheblich von dem derzeit maßgeblichen NEFZ-Verfahren ("Neuer Europäischer Fahrzyklus").


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