Aktuelle Meldungen

An dieser Stelle tragen wir Ihnen regelmäßig themenrelevante Informationen und Pressemeldungen zusammen.
Über die kleine Navigation rechts können Sie weiter selektieren.


14.01.2018

CO2-Grenzwert EU setzt Vorgaben für Pkw

Bis 2021 dürfen alle neu zugelassenen Pkw in der EU im Schnitt maximal 95g CO2/km ausstoßen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin. Die EU-Kommission hat nun ihren Vorschlag für die Weiterführung der CO2-Grenzwertregelung bis 2030 veröffentlicht. Konkret beinhaltet der Kommissionsvorschlag folgende Elemente: der CO2-Ausstoß von Neuwagen soll bis 2025 um 15 %, bis 2030 um 30 % verringert werden, ein Anreizmechanismus soll den Absatz von emissionsfreien/-armen Fahrzeugen (i.d.R. Elektroautos) ankurbeln: verkaufen Hersteller in 2025 mehr als 15 %, in 2030 mehr als 30 % solcher Fahrzeuge, werden im Gegenzug ihre CO2-Vorgaben abgeschwächt, die tatsächlichen CO2-Emissionen sollen im Rahmen der Marktüberwachung mittels Verbrauchsmessgeräten in den Fahrzeugen erfasst und jährlich für jeden Hersteller veröffentlicht werden.


28.03.2018

Deutschlands CO2-Budget für 2018 verbraucht

217 Millionen Tonnen Kohlendioxid darf Deutschland 2018 ausstoßen, wenn es die Pariser Klimaziele einhalten will. Nun ist der Wert für dieses Jahr einer Studie zufolge bereits erreicht worden. Mit dem Pariser Abkommen von 2015 hielten viele den Durchbruch im weltweiten Klimaschutz für gekommen - doch die Umsetzung stellt die meisten Industrienationen auch zweieinhalb Jahre später vor Herausforderungen. Deutschland hat Berechnungen zufolge sein Budget für 2018 schon ausgereizt: Bis zum 28. März wurden demnach bereits 217 Millionen Tonnen umweltsch?dliches Kohlendioxid ausgestoßen. Das ist so viel, wie für das ganze Jahr zulässig ist, wenn die Bundesrepublik die vereinbarten Klimaziele einhalten will. Deutschland hat bereits CO2-Obergrenze erreicht


20.06.2018

Bund fördert CO2-arme Lkw

Um Speditionen den Umstieg auf Gas-, Wasserstoff- oder Elektro-Fahrzeuge zu erleichtern, will die Regierung ihnen schon bald finanziell unter die Arme greifen.

Berlin.
Der Bund will Spediteuren mit Zuschüssen in Millionenhöhe die Anschaffung klimafreundlicherer Fahrzeuge erleichtern. "Wir wollen Speditionen dabei unterstützen, auf umweltfreundliche Lkw umzusteigen", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Demnach will das Ministerium energieeffiziente oder CO2-arme Lkw bis 2020 mit jährlich 10 Millionen Euro fördern.

Den Zuschuss soll es für Lkw und Sattelzugmaschinen mit Erdgas- oder Flüssiggasantrieb geben, aber auch für Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, die für den Güterverkehr bestimmt sind. Erste Anträge sollen voraussichtlich noch im Juli beim Bundesamt für Güterverkehr gestellt werden können. Der Zuschuss pro Unternehmen soll auf maximal 500.000 Euro begrenzt werden.

Der Zuschuss ist ein weiterer Ansporn für Transportunternehmen, zumindest teilweise auf umweltschonendere Fahrzeuge umzusteigen. Einen ersten Anreiz hatte Scheuer mit der Aussicht auf Mautbefreiung für E-Lkw ab 2019 gesetzt. Dadurch könnten Unternehmer im Schnitt 5000 Euro pro Elektrofahrzeug und Jahr sparen. (dpa/jt)


20.10.2018

Lkw-Flotten: EU-Umweltausschuss für 35% CO2-Senkung

Auf dem Weg zu verbindlichen CO2-Grenzwerten für Lkw in der EU wurde die nächste Etappe eingeläutet: Der Umweltausschuss des EU-Parlaments stimmte nun für eine CO2-Reduktion neuer Lkw um 35 Prozent bis zum Jahr 2030, mit einem Zwischenziel von 20 Prozent bis 2025. Auch naht eine Elektro-Quote für Stadtbusse.

Das ist ambitionierter als der Vorschlag der EU-Kommission, die wie berichtet eine Senkung bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent befürwortet hatte. Auch in Sachen Elektrifizierung geht der Umweltausschuss des EU-Parlaments über den Vorschlag der Kommission hinaus und fordert feste Quoten: Bis 2030 müssten demnach 20 Prozent aller in der EU verkauften neuen Lkw mit einem Elektro- oder Hybridantrieb ausgerüstet sein, mit einem Zwischenziel von fünf Prozent bis 2025. Bei Bussen stimmten die Parlamentarier für deutlich ambitioniertere Ziele: 50 Prozent der neuen Stadtbusse müssen nach ihrem Votum schon 2025 rein elektrisch fahren. Bis zum Jahr 2030 solle die Elektro-Quote für neue Busse auf 75 Prozent ansteigen. Das EU-Parlament muss dem Vorschlag des Ausschusses noch zustimmen und sich dann noch mit den EU-Staaten einigen.

Es wären die ersten CO2-Grenzwerte für Lastkraftwagen, die in der EU gelten würden. Länder wie die USA, China, Japan und Kanada haben bereits länger Marken gesetzt, um die von Lkw verursachte CO2-Belastung einzudämmen.

Bei Pkw ist in der Europäischen Union bekanntlich eine ähnlich strenge Vorgabe wahrscheinlich. Nach dem Willen der EU-Staaten soll der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 ebenfalls um 35 Prozent sinken. Aus Zwischenziel sind 15 Prozent bis 2025 avisiert. Allerdings soll es "Nischenausnahmen" für kleinere Hersteller geben: Gemeint sind Unternehmen, die 300.000 Autos oder weniger herstellen. Sie sind von den Reduzierungsregeln ausgenommen. Darauf haben sich die EU-Umweltminister jüngst nach zähen Verhandlungen geeinigt. Endgültig entschieden wird das Ziel demnächst in Verhandlungen zwischen Vertretern von Rat, Kommission und Parlament, also dem sogenannten Trilog. Der Ausgang ist offen.

euractiv.com, europarl.europa.eu


16.11.2018

Kraftstoffverbrauch von Lkw Sorge vor CO2-Grenzwerten

Die im EU-Parlament diskutierten CO2-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge versetzen die Industrie in Aufruhr. So hat die Daimler Trucks-Sparte einen Brief an Spitzenpolitiker versandt und bittet diese darin, sich für moderatere Werte einzusetzen. Die Zukunft der Produktionsstandorte stehe sonst auf dem Spiel.

Am kommenden Mittwoch, den 14. November 2018, stimmt das Europäische Parlament über die Ziele zur CO2-Reduzierung für schwere Nutzfahrzeuge ab. Der zur Abstimmung stehende Vorschlag aus dem Umweltausschuss des EU-Parlaments, eine CO2-Reduzierung von 20 Prozent bis 2025 und von 35 Prozent bis 2030 in Bezug auf das Basisjahr 2019, bereitet bei den Fahrzeugherstellern offensichtlich große Sorgen. In einem Brief, der eurotransport.de vorliegt, wenden sich Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw, Dr. Frank Reintjes, Leiter Global Powertrain, E-Mobility & Produktionsplanung Daimler Trucks gemeinsam mit Michael Brecht, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Daimler AG sowie die einzelnen Betriebsratsvorsitzenden der deutschen Produktionsstandorte von Daimler Trucks an eine Vielzahl deutscher Politikvertreter auf EU-, Bundes- und Landesebene und warnen vor überambitionierten CO2-Grenzwerten.

In dem Schreiben an die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), in dem sich mit dem Mercedes-Standort Wörth das weltgrößte Lkw-Werk befindet, ist zu lesen, dass der in Brüssel diskutierte Regulierungsvorschlag so weit über das technisch und ökonomisch Leistbare hinausgehe, dass es gravierende Auswirkungen auf die Daimler-Standorte des Bundeslandes haben könnte. Die Vorschläge würden eine Verdrei- bis Vervierfachung dessen bedeuten, was die Industrie in den vergangenen zwei Jahrzehnten an Verbrauchsverbesserung erzielt hat, nämlich etwas mehr als ein Prozent CO2-Reduktion pro Jahr. Daimler fordert die Spitzenpolitikerin deswegen dazu auf, sich für realistischere Ziele einzusetzen.

Basiswerte stehen noch nicht fest

Besondere Probleme bereitet den Herstellern zudem, dass die Basiswerte für 2019, auf die sich dann die Reduktionsziele beziehen, noch nicht feststehen, sondern gerade erst durch das Simulationstool Vecto ermittelt und anschließend noch validiert werden sollen. Die Industrie rechnet dem Vernehmen nach mit belastbaren Basiswerten erst im ersten Halbjahr des Jahres 2020. Bis zum Zwischenziel im Jahr 2025 würden dann nur noch vier Jahre bleiben, um die exakten technologischen Entwicklungspfade zu definieren. Auch würde für viele Technologien, mit deren Hilfe sich der CO2-Ausstoß deutlich senken ließe, wie die unterschiedlichen Formen der E-Mobilität, die dazugehörige Versorgungsinfrastruktur noch fehlen und verschiedene CO2-mindernde Maßnahmen wie sogenannte eFuels nicht eingerechnet werden.

Insbesondere die vorgeschlagenen Strafzahlungen in Höhe von 6.800 Euro pro überschrittenem Gramm pro Tonnenkilometer bereitet Sorge. Sie würden in dieser Höhe selbst große Nutzfahrzeug-Hersteller in der Existenz bedrohen. Der Betrag läge 30-mal höher als die Strafzahlungen im Pkw-Bereich.

CO2-Ziele als massiver Kostentreiber

Diese Kombination aus unrealistischen CO2-Zielen und hohen Strafzahlungen sei für die Fahrzeug- und Logistikindustrie ein massiver Kostentreiber und bedeute für die Hersteller massive finanzielle Belastungen, die zu Lasten der Investitionen und damit der Zukunftsfähigkeit gingen. Die Regulierung komme außerdem zu einem Zeitpunkt, an dem die Lkw-Industrie mit stagnierenden, zum Teil sogar sinkenden Zulassungszahlen in Europa konfrontiert sei.

Der Gegenvorschlag der europäischen Fahrzeugindustrie liegt bei einer CO2-Reduktion von sieben Prozent bis 2025 und 16 Prozent bis 2030 und damit im Mittel bei 1,5 Prozent pro Jahr auf die Dauer von zehn Jahren. Außerdem setzt sich die Industrie für sogenannte Super-Credits ein, die es für emissionsfreie oder besonders emissionsarme Fahrzeuge geben soll wie batterieelektrisch-angetriebene Lkw. Nach dem Wunsch der Industrie sollten diese mit dem Faktor fünf nach dem Vorbild der USA eingerechnet werden, wo es schon CO2-Reduktionsziele für die schweren Fernverkehrs-Lkw der Klasse 8 gibt (Faktor 4,5 für batterieelektrische Antriebe, Faktor 5,5 für Brennstoffzellen-Antriebe). Der Faktor vier und fünf würde laut Industrie auch in etwa den Mehrkosten der batterieelektrischen Antriebe gegenüber dem herkömmlichen Diesel entsprechen. Aktuell ist jedoch nur der Faktor zwei vorgeschlagen.

Die EU-Kommission hatte bereits im Mai Grenzwerte vorgeschlagen, die über dem der Fahrzeugindustrie, aber unter den Vorschlägen des Parlaments rangiert – nämlich bei 15 Prozent bis 2025 und 30 Prozent bis 2030.


03.12.2018

Portugiesische Insel soll CO2-frei werden

Nur Windkraft, Solarenergie und Elektroautos: Auf der portugiesischen Insel Porto Santo sollen gut 5.000 Menschen bald völlig CO2-frei leben. Elektroautos dienen dabei nicht nur als Fahrzeuge, sondern auch als temporäre Energiespeicher.

Auf der portugiesischen Insel Porto Santo wird es niemals kalt und selten heiß. Die Luft ist konstant trocken und mild, Klimaanlagen und Heizung braucht es hier kaum. Die Insel nahe Madeira ist kaum größer als der Berliner Bezirk Mitte. Der Bedarf an moderner Energieversorgung ist trotz des stabilen Klimas hoch, denn der Strom kommt hier oft noch aus einem Dieselgenerator. Ein ideales Testgebiet für das Projekt, das die Münchener Firma The Mobility House (TMH) gemeinsam mit Renault und dem örtlichen Energieversorger gestartet hat.

In drei Jahren soll Porto Santo mit seinen gut 5.000 Einwohnern praktisch CO2-frei werden. Dann soll es nur noch Elektroautos geben, und der Strom dafür soll ausschließlich durch Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Bei durchschnittlich zehn Sonnenstunden pro Tag selbst im Winter scheint vor allem die Solartechnik vielversprechend.

Die beteiligten Firmen sehen das Projekt als Modell für eine Zukunft, in der selbst ganze Städte CO2-frei funktionieren könnten. Der Clou an dem Konzept ist, dass die Stromspeicher der E-Autos in zwei Seiten arbeiten. Sie können also nicht nur geladen, sondern auch gezielt entladen werden. Außerdem ermögliche eine neue Technologie den Anschluss an das lokale Stromnetz. Die Batterien werden damit zu temporären Speichern, wenn gerade mehr Energie erzeugt als gebraucht wird - und zu Reserven im umgekehrten Fall. Hinzu kommen so genannte Second-Life-Batterien, also ausgediente Fahrzeugakkus, die der französische Automobilhersteller zur Verfügung stellt und die als zusätzliche Speicher dienen sollen.

Die zweite wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des Konzeptes ist die intelligente Steuerung. Über eine selbst entwickelte Software und eine Internetverbindung an jeder Ladesäule kann TMH von München aus die Ladevorgänge steuern und überwachen. Dadurch könne sofort auf die steigende oder sinkende Nachfrage des Energieversorgers reagiert werden, wodurch ein kostengünstiges und stabiles Stromnetz gewährleistet werde. Das Unternehmen will mit dem Projekt auch beweisen, dass eine nachhaltige Energieversorgung ohne einen teuren Netzausbau möglich sein kann. Wenn nicht überall, so doch auf Inseln, in Städten, Flughäfen oder Stadien.

Im Sommer 2018 wurden die ersten 20 Elektroautos an öffentliche Einrichtungen, private Unternehmen und Bewohner der Insel übergeben. Damit läuft nun der Praxistest, für den 40 Ladestationen zur Verfügung stehen.

TMH ist aber schon jetzt überzeugt, dass sich das Konzept bewähren und vor allem auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung stoßen wird. Denn die gut 1.000 E-Autos, die ab 2022 zur Verfügung stehen sollen, dürften kostenlos genutzt werden. Außerdem werde der Strompreis durch Wind und Sonne im Vergleich zu den Dieselgeneratoren drastisch sinken: Von mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch drei bis vier Cent.


End #wrapper -->