Aktuelles
12.07.2019
Die Klimaversprechen der Dax-Konzerne

Die Bundeskanzlerin verspricht, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral werde...

weiterlesen...

15.06.2019
19 Weltstädte wollen CO2-frei bauen

19 Bürgermeister von Megastädten der ganzen Welt wollen in einer gemeinsamen Erklärung den Klimaschutz stärken und ab 2030 nur noch CO2-freie Gebäude errichten...

weiterlesen...

15.04.2019
Daimler soll CO2-frei werden – Aktie steigt

Der designierte Daimler-Chef Ola Källenius will Daimler bis spätestens 2040 CO2-frei machen, schreibt das "Manager Magazin"...

weiterlesen...

Newsletter abonnieren

Aktuelle Meldungen

12.07.2019

Die Klimaversprechen der Dax-Konzerne

Die Bundeskanzlerin verspricht, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral werde. Ohne die Wirtschaft bleibt das pure Illusion – und mit ihr? Die große Übersicht über alle Dax-30-Unternehmen: Wie viel CO2 stoßen Deutschlands größte Konzerne aus? Und welche Klimaziele verfolgen sie? Spätestens mit dem Klimaschutzabkommen von Paris, das seit dem November 2016 in Kraft ist, hat sich Deutschland zu einer drastischen Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet. Zwar legt das Abkommen keine exakten Grenzwerte fest – das formulierte Ziel ist es, die Erwärmung bis 2050 deutlich unter 2 Grad zu halten (als Konsens gilt sogar die 1,5-Grad-Marke). Doch um die Zusagen einzuhalten, müssten die deutschen Emissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 sinken. Allein: Werden alle bislang getroffenen Maßnahmen inklusive des Kohleausstiegs effizient umgesetzt, wird nach Berechnungen der Boston Consulting Group (BCG) bis 2050 lediglich ein Minus von 61 Prozent erreicht. Um die Lücke zu schließen, müssen vor allem die Unternehmen deutlich mehr einsparen.

15.06.2019

19 Weltstädte wollen CO2-frei bauen

19 Bürgermeister von Megastädten der ganzen Welt wollen in einer gemeinsamen Erklärung den Klimaschutz stärken und ab 2030 nur noch CO2-freie Gebäude errichten. Vorschriften und Planungspolitik werden auch auf bestehende Gebäude abzielen, um sie bis 2050 auf Null zu bringen und sicherzustellen, dass die Städte die ehrgeizigen Ziele der Pariser Vereinbarung COP21 erfüllen. Unterzeichnet wurde die Erklärung allerdings nicht von deutschen Städten, obwohl Berlin und Heidelberg C40-Mitglieder sind (letzteres jedoch “zeitweilig inaktiv”). Am 23.08.2018 haben sich 19 klimasensible Bürgermeister, die 130 Millionen Stadtbewohner repräsentieren, verpflichtet, die Treibhausgasemissionen ihrer Städte deutlich zu senken, indem sie dafür sorgen, dass ab 2030 neue Gebäude CO2-frei werden. Mit der Unterzeichnung der Net Zero Carbon Buildings Declaration in Paris, London und New York haben sich die Verantwortlichen von Kopenhagen, Johannesburg, London, Los Angeles, Montreal, New York City, Newburyport, Paris, Portland, San Francisco, San Jose, Santa Monica, Stockholm, Sydney, Tokio, Toronto, Tshwane, Vancouver und Washington D.C. im Vorfeld des Weltklimagipfels in San Francisco vom 12. bis zum 14.09.2018 verpflichtet, dass bis 2050 sämtliche Gebäude, ob alt oder neu, den Net Zero Carbon Standards entsprechen werden. “Net-Zero-Gebäude nutzen Energie hocheffizient und decken den verbleibenden Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen. Solche mutigen Verpflichtungen, die eingegangen wurden, sind wesentliche Schritte, um die höchsten Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg unter 1,5° C zu halten,” heißt es in der Erklärung der C40-Cities. Gebäude in städtischen Gebieten sind eine der größten Quellen für Treibhausgasemissionen und verursachen im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Gesamtemissionen einer Stadt. In London, Los Angeles und Paris machen Gebäude weit mehr als 70% der Gesamtemissionen aus, was eine enorme Chance für Fortschritte bei der Senkung der Emissionen eröffnet. Derzeit sterben jährlich eine halbe Million Menschen vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung im Freien. Die Erfüllung der Verpflichtungen erfordert gemeinsame Anstrengungen, da die Stadtverwaltungen nicht die direkte Kontrolle über alle Gebäude einer Stadt haben. Diese Verpflichtung hat daher die Zusage zum Inhalt, mit staatlichen und regionalen Regierungen sowie dem Privatsektor zusammenzuarbeiten, um diesen Wandel voranzutreiben, und fordert die nationalen Regierungen zu gleichberechtigtem Handeln auf. Diese Zusage der Städte ist Teil des Net Zero Carbon Building Commitments des World Green Building Council für Unternehmen, Städte, Staaten und Regionen. Städte, welche die Verpflichtung eingehen, werden Folgendes tun: “Erstellen eines Fahrplans für unser Engagement, um Netto-Null-Carbon-Gebäude zu erreichen. Entwicklung einer Reihe von unterstützenden Anreizen und Programmen. Jährlicher Bericht über die Fortschritte bei der Erreichung unserer Ziele und Bewertung der Durchführbarkeit der Berichterstattung über Emissionen, die über den betrieblichen Kohlenstoff (z.B. Kältemittel) hinausgehen. Darüber hinaus verpflichten sich 13 Städte (Kopenhagen, Johannesburg, Montreal, Newburyport, Paris, Portland, San Jose, Santa Monica, Stockholm, Sydney, Toronto, Tshwane und Vancouver), bis 2030 nur Vermögenswerte mit netto null Kohlenstoff zu besitzen, zu erwerben und zu entwickeln. Um das zu erreichen, werden die Städte “den aktuellen Energiebedarf und die CO2-Emissionen ihrer kommunalen Gebäude bewerten Möglichkeiten zur Reduzierung identifizieren einen Fahrplan für das Engagement zur Erreichung kohlenstofffreier städtischer Gebäude erstellen jährlich über die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele berichten und die Durchführbarkeit der Einbeziehung von Emissionen, die über den betrieblichen Kohlenstoff (wie z.B. Kältemittel) hinausgehen, bewerten” Im Vorfeld des Weltklimagipfels fordern die C40 ihre Mitglieds-Städte auf, die Klimaschutzmaßnahmen und -ambitionen zu verstärken – die Ankündigung der 19 ist eine der Verpflichtungen der Städte im Rahmen dieser Initiative.

15.04.2019

Daimler soll CO2-frei werden – Aktie steigt

Der designierte Daimler-Chef Ola Källenius will Daimler bis spätestens 2040 CO2-frei machen, schreibt das "Manager Magazin". Mit der Image-Pflege hat der Schwede offenbar schon vor seinem eigentlichen Amtsantritt begonnen. In Zukunft könnte es bei dem Premium-Hersteller außerdem Entlassungen geben. Der designierte Zetsche-Nachfolger Ola Källenius: Er will den Konzern grüner machen. (Foto: Daimler) ad-banner ad-banner Noch steht er nicht an der Spitze des Daimler-Konzerns. Aber Ola Källenius, der im Mai Dieter Zetsche als Chef des Stuttgarter Autobauers beerben wird, hat angeblich jetzt schon große Pläne. Der Schwede wolle Daimler bis spätestens 2040 zu einem CO2-freien Unternehmen machen und so das angekratzte Image aufpolieren, schreibt das "Manager Magazin" und beruft sich dabei auf nicht genauer definierte Konzern-Kreise. Das gelte für die Fahrzeuge, die Werke und auch für die Zulieferer. Das Projekt Nullemission solle ein Pfeiler der neuen Konzernstrategie werden, heißt es in dem Bericht weiter. Man werde dieses Ziel sicher in Stufen erreichen. Sollte Daimler die CO2-Emissionen tatsächlich bis 2040 auf null drücken, wäre das zehn Jahre früher, als es das Pariser Klimaabkommen vorsieht.

19.03.2019

CO2-Emissionen senken – Welche Lösungen bieten sich an?

Erneuerbare Energien sind für ein klimafreundliches Energiesystem der Zukunft von zentraler Bedeutung. Doch ihr Ausbau erfordert Zeit und hohe Investitionen in neue Anlagen und Infrastrukturen. Erdgas bietet auf bestehender Infrastruktur emissionsarme Lösungen für den Verkehr-, den Gebäude- und den Stromsektor – und das bereits heute. Durch den verstärkten Einsatz von Erdgastechnologien können sofort große Klimaerfolge erzielt werden. Mit Erdgas im Tank sinkt der CO2-Ausstoß um bis zu 25 Prozent gegenüber Benzin, mit reinem Bio-Erdgas fährt man sogar nahezu CO2-frei. Auch im Gebäudebereich kann jeder seinen Teil zur CO2-Einsparung beitragen. Insgesamt würde ein Austausch aller veralteten Heizsysteme in deutschen Wohnhäusern mit effizienten Gas-Heizungen mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Und in der Stromerzeugung könnte ein Umstieg von Kohle auf Erdgas den CO2-Ausstoß sogar um bis zu 70 Prozent CO2 senken. Gas eignet sich aber nicht nur für eine schnelle Reduzierung der CO2-Emissionen. Auch langfristig bietet es Lösungen für eine klimafreundliche Energiezukunft. So können Biomethan und synthetisch erzeugtes Gas, das mit Hilfe des Power-to-Gas Verfahrens aus erneuerbarem Strom gewonnen wird, das fossile Erdgas sukzessive ersetzen. Damit wird Gas langfristig immer grüner. Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern. Extreme Wettereignisse, schmelzende Polkappen und ein steigender Meeresspiegel – das alles sind mögliche Folgen der globalen Erderwärmung, die große ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich bringen können. Grund für die Erderwärmung ist vor allem die erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Auch der Mensch trägt zum CO2-Ausstoß bei, zum Beispiel in der Industrie, in der Energieerzeugung und im Verkehr. Um den Risiken und Folgen des Klimawandels effizient zu begegnen, hat die internationale Staatengemeinschaft am 12. Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen verabschiedet. Darin hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch Deutschland zählt zu den 197 Unterzeichnern und hat damit seinen Willen zu nachhaltigem Klimaschutz bekräftigt. Deutschland versteht sich als Vorreiter beim Klimaschutz. Doch zwischen Worten und Taten klafft eine Lücke, denn der deutsche CO2-Ausstoß ist in den letzten Jahren kaum gesunken.

20.02.2019

CO2-Grenzwerte für Lkw: Autoindustrie wenig begeistert

Die EU verbucht die Einigung auf verbindliche CO2-Grenzwerte für Lkw als Erfolg. Zwar sind die Auflagen laxer als ursprünglich geplant, die Autoindustrie reagiert dennoch wenig begeistert. Von Holger Beckmann, ARD-Studio Brüssel Für die Europäische Kommission ist es ein Signal. Und sie nimmt für sich in Anspruch zu sagen: Sie meint es ernst mit dem Klimaschutz. Denn es kommen nun die ersten jemals europaweit festgeschriebenen CO2-Standards für schwere Nutzfahrzeuge. Lastwagen dürfen demnach in Zukunft nur noch deutlich weniger CO2 ausstoßen als bisher. Die Einigung zwischen EU-Parlament, Mitgliedsstaaten und Kommission sieht vor, dass die Emissionen von solchen Neufahrzeugen im Jahr 2030 um 30 Prozent unter den heutigen liegen müssen. In sechs Jahren ist bereits eine Reduktion um 15 Prozent vorgesehen. Ursprünglich strengere Vorgaben geplant Im Dezember hatte man sich bereits auf strengere Vorgaben für den CO2-Ausstoß von Personenwagen geeinigt. Die neuen Regeln für Lkw sind nun der nächste Schritt, mit dem die EU die Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erreichen will. Das sei ein neuer und belastbarer Beweis dafür, "dass die Junker-Kommission eine europaweite Energiewende und eine vorausschauende Klimaschutzpolitik ins Zentrum ihrer Arbeit stellt", sagt Kommissionssprecher Margaritis Schinas. Mit der jetzt erzielten Vereinbarung habe man alle gesetzlichen Regeln in der Hand, um die gesamten Treibhausgase in der EU langfristig um 40 Prozent zu senken. Widerstand gegen die neuen Grenzwerte Fahrzeughersteller hatten sich gegen die neuen Grenzwerte gewehrt. Das war allerdings auch schon der Fall, als man sich in der EU Ende vergangenen Jahres auf die strengeren Werte für Personenwagen verständigt hatte. Allerdings fällt die CO2-Reduktion für Pkw auch deutlicher aus, sie liegt nämlich bei 37,5 Prozent bis 2030, und das bezogen auf die ausgestoßene CO2-Menge von 2021. Die Reduktionsziele müssten bezahlbar und umsetzbar sein, bewertete Bernhard Mattes vom Verband der Deutschen Automobilindustrie die Einigung. Die Regulierung setzt starke Grenzwerte und wir wissen aus heutiger Sicht nicht, wie diese Grenzwerte in der Zeit erreicht werden sollen. Eine viel befahrene Straße bei Nacht. | Bildquelle: dpa Wie kommen Emissions-Grenzwerte zustande? Die EU hat die Grenzwerte für Kohlendioxid verschärft. Wer legt die Grenzwerte fest und nach welchen Richtlinien? Und wie sehr schaden sie der Wirtschaft? Von Andreas Meyer-Feist. | mehr "Klares Signal für saubere Lastwagen" Auch die jetzt vereinbarten Ziele für Lastwagen seien zu ambitioniert, sagte Mattes heute. Dass die Verringerung des Ausstoßes insgesamt geringer ausfallen soll als für Personen-Autos, wird damit begründet, dass Halter von Nutzfahrzeugen - also Speditionen - ohnehin stärker auf einen möglichst geringen Kraftstoff-Verbrauch achten und Hersteller deshalb schon bisher viel Wert auf möglichst niedrige CO2-Emissionen gelegt haben. Das EU-Parlament fand dieses Argument aber wenig überzeugend und hatte sich für ein ähnlich strenges Reduktionsziel ausgesprochen wie für Pkw. Trotzdem sind auch die Grünen-Europaparlamentarier mit dem jetzt erzielten Kompromiss zufrieden. "Wir haben jetzt erstmals fest geschriebene Reduktionsziele bis 2030 - das zusammen mit einer Förderung für innovative CO2-freie Antriebe wird ein sehr klares Signal geben für sauberere Lastwagen auf unseren Straßen", sagte der niederländische Grüne Bas Eikhoust. Und das sei ein Erfolg, weil es vor allem von deutscher Seite erheblichen Widerstand gegeben habe.

17.01.2019

CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird auch 2019 weiter ansteigen

2018 haben die CO2-Emissionen weiter zugenommen, die britische Wetterbehörde erwartet auch in diesem Jahr eine beunruhigende Rekordzunahme der CO2-Konzentration Das Umweltbundesamt berichtete vergangene Woche, dass die Treibhausgasemissionen 2017 in Deutschland leicht gesunken seien. Mit 906,6 Millionen Tonnen seien es 4,4 Millionen oder 0,5 Prozent weniger als 2016 und 27,5 Prozent weniger als 1990. Eigentlich müssten bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent weniger geworden sein. Angestiegen sind aber die verkehrsbedingten Emissionen, sie liegen 2 Prozent über dem Wert von 1990. Schuld seien mehr Fahrzeuge, mehr Güter auf der Straße und immer größere und schwerere Autos. EU-weit sind nach Schätzungen der EU-Umweltbehörde die Emissionen allerdings um 0,6 Prozent angestiegen, vor allem in Spanien, Polen und Frankreich, während den größten Rückgang Dänemark, Finnland und Großbritannien verzeichneten. Dagegen sollen die Treibhausgasemissionen in den USA stark zugenommen haben. Das wäre auch wenig erstaunlich mit einem Präsidenten, der die Klimaerwärmung für eine gegen die USA gerichtete Verschwörung betrachtet, die saubere Kohle propagiert und den Ausbau der Ölförderung unterstützt. Nach der Rhodium Group sind die CO2-Emissionen nach einem dreijährigen Rückgang letztes Jahr schätzungsweise um 3,4 Prozent angestiegen - und das trotz Stilllegung von Kohlekraftwerken und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, allerdings hat überwiegend Erdgas den Kohleausfall kompensiert. Auch hier war der Verkehrssektor maßgeblich. Der Global Carbon Project erwartet, dass die weltweiten Emissionen auch angestiegen, um 2,7 Prozent, also weniger als in den USA, aber da sie auch schon 2016 um 1,6 Prozent angestiegen sind, dürfte es auch 2019 weiter nach oben anstatt nach unten gehen. Die größten Verschmutzer sind Indien und China. Nach dem Oktober-Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change müssten die Emissionen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, um 50 Prozent weniger werden und bis 2050 auf Null zurückgehen. Die Klimakonferenz in Katowice im Dezember hat es erwartungsgemäß nicht erreicht, einen Weg zu finden, wie die Staatengemeinschaft über Selbstverpflichtungen hinaus realistisch das 1,5-Grad-Ziel erreichen könnte. Was 2019 betrifft, ist auch die britische Wetterbehörde, die Met, wenig optimistisch. Die CO2-Konzentration wird voraussichtlich auf eine Rekordhöhe anwachsen, so berichtet sie, nächstes Jahr würden sich noch mehr in der Atmosphäre ansammeln, da die natürlichen CO2-Senken durch Veränderungen des tropischen Klimas weniger aufnahmen. Abhängig von den Temperaturen des Pazifik schwankt die Aufnahme von CO2-Emissionen durch die Ökosysteme. In den Jahren, in denen der tropische Pazifik wärmer wird, werden nach dem Met viele Regionen wärmer und trockner, was das Pflanzenwachstum und damit die Aufnahme von CO2 beeinträchtigt. Ist der Pazifik wie vergangenes Jahr kälter, kann mehr CO2 aufgenommen werden. Die Klimawissenschaftler konnten den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bislang ziemlich genau vorhersagen. Gemessen wird sie seit 1958 auf der Beobachtungsstation Mauna Loa auf Hawaii, die derzeit wegen des Shutdowns der Regierung mitsamt Website geschlossen ist. Im Mai wurde dort mit 411 ppm der höchste Durchschnittswert für einen Monat gemessen, 1960 waren es noch weniger als 320 ppm. Danach beschleunigt sich die CO2-Zunahme in der Atmosphäre weiter von durchschnittlich 0,9 ppm jährlich in den 1960er Jahren auf 1,5 ppm in den 1990er Jahren auf 2,2 ppm im vergangenen Jahrzehnt. 2016 auf 2017 erhöhte sich der Wert auf 2,3 ppm, zum sechsten Mal nacheinander war damit die jährliche Zunahme höher als 2 ppm. Vor 2012 kam dies nur zweimal vor. Nach dem Met Office würde die CO2-Konzentration in der Atmosphäre 2019 durchschnittlich um 2,75 +/- 0,58 ppm höher sein als 2018. Das wäre zwar ein Rekordhoch, aber weniger als 2015-2016 und 1997-1998 aufgrund des El Nino-Effekts und einer dadurch größeren Erwärmung des Pazifiks. Im Mai wird erwartet, dass die Konzentration auf etwas mehr als 414 ppm ansteigt, der Durchschnitt soll bei etwas mehr als 411 liegen, in anderen Monaten sollen es 408 ppm sein.

03.12.2018

Portugiesische Insel soll CO2-frei werden

Nur Windkraft, Solarenergie und Elektroautos: Auf der portugiesischen Insel Porto Santo sollen gut 5.000 Menschen bald völlig CO2-frei leben. Elektroautos dienen dabei nicht nur als Fahrzeuge, sondern auch als temporäre Energiespeicher.

Auf der portugiesischen Insel Porto Santo wird es niemals kalt und selten heiß. Die Luft ist konstant trocken und mild, Klimaanlagen und Heizung braucht es hier kaum. Die Insel nahe Madeira ist kaum größer als der Berliner Bezirk Mitte. Der Bedarf an moderner Energieversorgung ist trotz des stabilen Klimas hoch, denn der Strom kommt hier oft noch aus einem Dieselgenerator. Ein ideales Testgebiet für das Projekt, das die Münchener Firma The Mobility House (TMH) gemeinsam mit Renault und dem örtlichen Energieversorger gestartet hat.

In drei Jahren soll Porto Santo mit seinen gut 5.000 Einwohnern praktisch CO2-frei werden. Dann soll es nur noch Elektroautos geben, und der Strom dafür soll ausschließlich durch Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Bei durchschnittlich zehn Sonnenstunden pro Tag selbst im Winter scheint vor allem die Solartechnik vielversprechend.

Die beteiligten Firmen sehen das Projekt als Modell für eine Zukunft, in der selbst ganze Städte CO2-frei funktionieren könnten. Der Clou an dem Konzept ist, dass die Stromspeicher der E-Autos in zwei Seiten arbeiten. Sie können also nicht nur geladen, sondern auch gezielt entladen werden. Außerdem ermögliche eine neue Technologie den Anschluss an das lokale Stromnetz. Die Batterien werden damit zu temporären Speichern, wenn gerade mehr Energie erzeugt als gebraucht wird - und zu Reserven im umgekehrten Fall. Hinzu kommen so genannte Second-Life-Batterien, also ausgediente Fahrzeugakkus, die der französische Automobilhersteller zur Verfügung stellt und die als zusätzliche Speicher dienen sollen.

Die zweite wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des Konzeptes ist die intelligente Steuerung. Über eine selbst entwickelte Software und eine Internetverbindung an jeder Ladesäule kann TMH von München aus die Ladevorgänge steuern und überwachen. Dadurch könne sofort auf die steigende oder sinkende Nachfrage des Energieversorgers reagiert werden, wodurch ein kostengünstiges und stabiles Stromnetz gewährleistet werde. Das Unternehmen will mit dem Projekt auch beweisen, dass eine nachhaltige Energieversorgung ohne einen teuren Netzausbau möglich sein kann. Wenn nicht überall, so doch auf Inseln, in Städten, Flughäfen oder Stadien.

Im Sommer 2018 wurden die ersten 20 Elektroautos an öffentliche Einrichtungen, private Unternehmen und Bewohner der Insel übergeben. Damit läuft nun der Praxistest, für den 40 Ladestationen zur Verfügung stehen.

TMH ist aber schon jetzt überzeugt, dass sich das Konzept bewähren und vor allem auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung stoßen wird. Denn die gut 1.000 E-Autos, die ab 2022 zur Verfügung stehen sollen, dürften kostenlos genutzt werden. Außerdem werde der Strompreis durch Wind und Sonne im Vergleich zu den Dieselgeneratoren drastisch sinken: Von mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch drei bis vier Cent.



20.10.2018

Lkw-Flotten: EU-Umweltausschuss für 35% CO2-Senkung

Auf dem Weg zu verbindlichen CO2-Grenzwerten für Lkw in der EU wurde die nächste Etappe eingeläutet: Der Umweltausschuss des EU-Parlaments stimmte nun für eine CO2-Reduktion neuer Lkw um 35 Prozent bis zum Jahr 2030, mit einem Zwischenziel von 20 Prozent bis 2025. Auch naht eine Elektro-Quote für Stadtbusse.

Das ist ambitionierter als der Vorschlag der EU-Kommission, die wie berichtet eine Senkung bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent befürwortet hatte. Auch in Sachen Elektrifizierung geht der Umweltausschuss des EU-Parlaments über den Vorschlag der Kommission hinaus und fordert feste Quoten: Bis 2030 müssten demnach 20 Prozent aller in der EU verkauften neuen Lkw mit einem Elektro- oder Hybridantrieb ausgerüstet sein, mit einem Zwischenziel von fünf Prozent bis 2025. Bei Bussen stimmten die Parlamentarier für deutlich ambitioniertere Ziele: 50 Prozent der neuen Stadtbusse müssen nach ihrem Votum schon 2025 rein elektrisch fahren. Bis zum Jahr 2030 solle die Elektro-Quote für neue Busse auf 75 Prozent ansteigen. Das EU-Parlament muss dem Vorschlag des Ausschusses noch zustimmen und sich dann noch mit den EU-Staaten einigen.

Es wären die ersten CO2-Grenzwerte für Lastkraftwagen, die in der EU gelten würden. Länder wie die USA, China, Japan und Kanada haben bereits länger Marken gesetzt, um die von Lkw verursachte CO2-Belastung einzudämmen.

Bei Pkw ist in der Europäischen Union bekanntlich eine ähnlich strenge Vorgabe wahrscheinlich. Nach dem Willen der EU-Staaten soll der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 ebenfalls um 35 Prozent sinken. Aus Zwischenziel sind 15 Prozent bis 2025 avisiert. Allerdings soll es "Nischenausnahmen" für kleinere Hersteller geben: Gemeint sind Unternehmen, die 300.000 Autos oder weniger herstellen. Sie sind von den Reduzierungsregeln ausgenommen. Darauf haben sich die EU-Umweltminister jüngst nach zähen Verhandlungen geeinigt. Endgültig entschieden wird das Ziel demnächst in Verhandlungen zwischen Vertretern von Rat, Kommission und Parlament, also dem sogenannten Trilog. Der Ausgang ist offen.

euractiv.com, europarl.europa.eu



20.06.2018

Bund fördert CO2-arme Lkw

Um Speditionen den Umstieg auf Gas-, Wasserstoff- oder Elektro-Fahrzeuge zu erleichtern, will die Regierung ihnen schon bald finanziell unter die Arme greifen.

Berlin.
Der Bund will Spediteuren mit Zuschüssen in Millionenhöhe die Anschaffung klimafreundlicherer Fahrzeuge erleichtern. "Wir wollen Speditionen dabei unterstützen, auf umweltfreundliche Lkw umzusteigen", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Demnach will das Ministerium energieeffiziente oder CO2-arme Lkw bis 2020 mit jährlich 10 Millionen Euro fördern.

Den Zuschuss soll es für Lkw und Sattelzugmaschinen mit Erdgas- oder Flüssiggasantrieb geben, aber auch für Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, die für den Güterverkehr bestimmt sind. Erste Anträge sollen voraussichtlich noch im Juli beim Bundesamt für Güterverkehr gestellt werden können. Der Zuschuss pro Unternehmen soll auf maximal 500.000 Euro begrenzt werden.

Der Zuschuss ist ein weiterer Ansporn für Transportunternehmen, zumindest teilweise auf umweltschonendere Fahrzeuge umzusteigen. Einen ersten Anreiz hatte Scheuer mit der Aussicht auf Mautbefreiung für E-Lkw ab 2019 gesetzt. Dadurch könnten Unternehmer im Schnitt 5000 Euro pro Elektrofahrzeug und Jahr sparen. (dpa/jt)



28.03.2018

Deutschlands CO2-Budget für 2018 verbraucht

217 Millionen Tonnen Kohlendioxid darf Deutschland 2018 ausstoßen, wenn es die Pariser Klimaziele einhalten will. Nun ist der Wert für dieses Jahr einer Studie zufolge bereits erreicht worden. Mit dem Pariser Abkommen von 2015 hielten viele den Durchbruch im weltweiten Klimaschutz für gekommen - doch die Umsetzung stellt die meisten Industrienationen auch zweieinhalb Jahre später vor Herausforderungen. Deutschland hat Berechnungen zufolge sein Budget für 2018 schon ausgereizt: Bis zum 28. März wurden demnach bereits 217 Millionen Tonnen umweltsch?dliches Kohlendioxid ausgestoßen. Das ist so viel, wie für das ganze Jahr zulässig ist, wenn die Bundesrepublik die vereinbarten Klimaziele einhalten will. Deutschland hat bereits CO2-Obergrenze erreicht



14.01.2018

CO2-Grenzwert EU setzt Vorgaben für Pkw

Bis 2021 dürfen alle neu zugelassenen Pkw in der EU im Schnitt maximal 95g CO2/km ausstoßen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel bzw. 4,1 Liter Benzin. Die EU-Kommission hat nun ihren Vorschlag für die Weiterführung der CO2-Grenzwertregelung bis 2030 veröffentlicht. Konkret beinhaltet der Kommissionsvorschlag folgende Elemente: der CO2-Ausstoß von Neuwagen soll bis 2025 um 15 %, bis 2030 um 30 % verringert werden, ein Anreizmechanismus soll den Absatz von emissionsfreien/-armen Fahrzeugen (i.d.R. Elektroautos) ankurbeln: verkaufen Hersteller in 2025 mehr als 15 %, in 2030 mehr als 30 % solcher Fahrzeuge, werden im Gegenzug ihre CO2-Vorgaben abgeschwächt, die tatsächlichen CO2-Emissionen sollen im Rahmen der Marktüberwachung mittels Verbrauchsmessgeräten in den Fahrzeugen erfasst und jährlich für jeden Hersteller veröffentlicht werden.



30.09.2017

Grazer City-Logistik wird nachhaltiger

Graz, 15.09.2015. Die GO! Express & Logistik S?d GmbH präsentierte zusammen mit der Stadt Graz im Zuge der Initiative E-Logistik in Graz den Citroen E-Jumper. Der GO! Elektro-Jumper wird für die innerstädtische Zustellung im Großraum Graz unterwegs sein. Dies ist einer der ersten Schritte gegen fossile Treibstoffe in Großstädten. Der Umweltgedanke und die Green-Logistik stehen im Vordergrund. ökonomische und umweltfreundliche Logistik verspricht der neue E-Jumper von GO!, zudem wird die Beförderung der Sendungen durch den Elektroantrieb sehr leise von statten gehen. Als einer der ersten steirischen Logistiker will GO! die CO2-freie Zustellung in Graz forcieren.



23.07.2017

Deutsche Post DHL Group beschließt Null-Emissionen-Logistik bis 2050

Deutsche Post DHL Group, der weltweit größte Post- und Logistikdienstleister, will bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen netto auf null reduzieren. Das Unternehmen trägt damit zur Zielerreichung des Pariser Klimaschutzabkommens bei, die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, und unterstützt ebenso die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Auch strebt das Unternehmen eine Rolle als Marktführer in der grünen Logistik an und wird die Kunden in noch größerem Umfang als bisher dabei unterstützen, dass diese ihre eigenen Klimaschutzziele erreichen. "Wir entscheiden heute, in welcher Welt wir und unsere Kinder in 30 Jahren leben werden", erklärt Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group.



28.04.2017

Neues Messverfahren für CO2-Ausstoß beschlossen

Die CO2-Werte von erstmals zugelassenen Pkw sollen ab dem 01.09.2018 nach einem neuen, weltweit abgestimmten Verfahren ermittelt werden. Wie das Bundesministerium der Finanzen am 28.04.2017 mitteilte, sieht dies ein Gesetzentwurf vor, den der Bundestag angenommen hat. Der Stichtag soll auch für die Bemessung der Kfz-Steuer gelten, die unter anderem auf dem Schadstoffausstoß basiert. Realitätsnähere CO2-Emissionswerte Die von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) entwickelte weltweit harmonisierte Testprozedur zur Ermittlung der Abgasemissionen leichter Kraftfahrzeuge ("Worldwide harmonized light duty test procedure" – WLTP) verfolge das Ziel, zukünftig realitätsnähere CO2-Emissionswerte im Rahmen der Typgenehmigung zu erhalten. Die Ermittlung der CO2-Emissionen unterscheide sich erheblich von dem derzeit maßgeblichen NEFZ-Verfahren ("Neuer Europäischer Fahrzyklus").



28.03.2017

Co2 Jahresbudget schon aufgebraucht

Der selbsternannte Klimaschutz-Vorreiter bekommt schlechte Noten: Einer Studie zufolge hat Deutschland in den ersten drei Monaten sein gesamtes Jahresbudget an CO2-Emissionen bereits verbraucht. Auch in den kommenden Jahren ist keine Besserung in Sicht. Deutschland hat in den ersten drei Monaten bereits so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie es im gesamten Jahr 2017 freisetzen dürfte, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Bis 2050 dürfe Deutschland jedes Jahr durchschnittlich 220 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, ohne das Weltklima zu gefährden, sagte der Vorsitzende der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, Timm Kehler, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland habe jedoch bereits am 3. April sein "gesamtes Budget für 2017 verbraucht". Kehler berief sich auf eine Studie der Berliner Nymoen Strategieberatung. In der Studie wurde das weltweite CO2-Budget des Klimaabkommens mittels Pro-Kopf-Schlüssel auf Deutschland umgerechnet. Demnach fielen hierzulande die meisten CO2-Emissionen beim Autofahren, Fliegen, bei der Stromerzeugung und fürs Heizen an. Verbesserungen beim Klimaschutz dringend nötig Die Bundesregierung hat sich eigentlich dazu bekannt, den CO2-Ausstoß zwischen 2010 und 2050 auf neun Milliarden Tonnen CO2 zu reduzieren, um die globale Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Allerdings sagt die Studie auch für die nächsten drei Jahre voraus, dass dieses fiktive CO2-Budget schon im April des jeweiligen Jahres erschöpft sein wird. Die Bilanz mache deutlich, dass noch viel verbessert werden müsse, sagte Kehler: "Wir müssen so wirtschaften, dass wir bis zum 31. Dezember mit unserem Budget auskommen." Dazu könnte die Modernisierung alter Heizungsanlagen einen wesentlichen Beitrag leisten, ebenso die Umstellung der Stromerzeugung von Braunkohle auf Erdgas. Ende 2015 war bei der UN-Klimakonferenz in Paris ein globales Klimaschutzabkommen beschlossen worden. Es sieht vor, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber auf weniger als zwei Grad zu begrenzen.



18.01.2017

Energiespartips

Um die Klimaerwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen, müssen wir unseren CO 2 - Ausstoß von heute über 10 Tonnen auf ca. 2 Tonnen pro Kopf und Jahr reduzieren . Eine große Herausforderung, bei der die vielen kleinen Beiträge für mehr Nachhaltigkeit in der Summe wichtig sind . Doch w o können wir nicht nur kiloweise, sondern sogar tonnenweise CO 2 vermeiden? Ihre ganz persönliche CO 2 - Bilanz , a ufgeschlüsselt nach sieben Kategorien , können Sie m it dem CO 2 - Rechner des Umweltbundesamtes abschätzen : www.uba.co2 - rechner.de . ? z . B. Auto : Ein mit Ökostrom „betanktes“ Elektroauto fährt nahezu emissionsfrei. Im Durchschnitt legt ein PKW pro Jahr 14.500 Kilometer mit einem CO 2 - Ausstoß von 142 g/km zurück . Das macht einen Unterschied zwischen „fossilem“ Auto und „Stromer“ von 2 Tonnen CO 2 – Jahr für Jahr. ? z . B. Flugreisen : Ein Inlandsflug München - Hamburg und zurück verursacht 310 kg CO 2 , der Trip nach New York 3,8 t . Mit einer Ausgleichszahlung in Klimaschutzprojekte können Sie bei Fern - reisen die Treibhausgasemissionen kompensieren ( z.B. www.atmosfair.de ) . Mit der Bahn sparen Sie 80 Prozent der Emissionen: das ist im Beispiel München - Hamburg eine Viertel Tonne CO 2 ! ? z . B. Wohnen : Ein sanierter Altbau , wärmegedämmt und mit nachwachsenden Rohstoffen statt mit Öl beheizt, minimiert die CO 2 - Bilanz in der Größenordnung von 8 bis 9 Tonnen CO 2 pro Jahr auf unter eine Tonne (Beispiel: Einfamilienhaus Baujahr vor1979 , 120m 2 Wohnfläche ) . ? z . B. Strom: Sind Sie schon Stromsparprofi ? Wenn Sie jetzt noch auf Ökostrom umsteigen, sparen Sie ca. eine halbe Tonne CO 2 pro Person und Jahr ( z. B. bei 2.900 kWh/a für 3 - P ersonenhaus halt ). ? z . B. Ernährung : Auf r egional e , saisonal e und biologisch e Lebensmittel setzen, Fleischkonsum reduzieren – in Summe bringen viele kleine Schritte einiges. Pro Woche einen Tag auf Fleisch verzic hten spart etwa 160 Kilogramm CO 2 im Jahr . ? z . B. Konsum : Teilen und Tauschen spart Ressourcen , die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird („Gaue Energie“) . Wenn kaufen, dann auf langlebige und energieeffiziente Produkte setzen. Mehr unter www.nachhaltiger - warenkorb.de



13.12.2016

Zehn Millionen Tonnen mehr CO2

Fünf Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima und dem Beginn der Energiewende in Deutschland tut sich die Bundesrepublik weiterhin schwer, den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid nachhaltig zu vermindern. Wie aus einer bisher unveröffentlichten Studie der Berliner Denkfabrik „Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“ (FÖS) hervorgeht, sind die Emissionen im Jahr 2015 sogar wieder leicht gestiegen. Die Untersuchung liegt der Frankfurter Rundschau vor. Die FÖS-Experten gehen demnach davon aus, dass die CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um zehn Millionen Tonnen oder 1,1 Prozent auf 912 Millionen zunahmen. „Wesentliche Ursachen hierfür sind der witterungsbedingt erhöhte Heizenergiebedarf, der gestiegene Braunkohleeinsatz im Kraftwerkssektor und der gestiegene Absatz der emissionsintensiven Mineralölprodukte Diesel und schweres Heizöl“, heißt es in der Studie, die im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion entstand. Bei den Zahlen handelt es sich um Schätzungen auf der Grundlage vorläufiger Daten. Deutschland macht bereits seit einigen Jahren kaum noch Fortschritte bei der Reduktion seines Klimagas-Ausstoßes. 2014 gab es zwar einen vorübergehenden Rückgang, in den beiden Jahren zuvor waren die Emissionen jedoch jeweils signifikant gestiegen. Verantwortlich dafür ist auch der niedrige Ölpreis, denn das günstige Öl blockiert die Energiewende. Solange die Abkehr von Öl, Gas und Kohle nicht klappt, verschleppt das Ölpreis-Tief die Energiewende zusätzlich, sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im Deutschlandfunk: „Ein niedriger Ölpreis behindert den Umstieg Richtung Energiesparen.“ Damit wird es für die Bundesregierung immer schwieriger, das selbst gesteckte Klimaziel doch noch zu erreichen. Eigentlich soll bis zum Ende des Jahrzehnts der CO2-Ausstoß um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 gedrückt werden. „Bisher sind die Treibhausgasemissionen erst um 27 Prozent gesunken, so dass bis zum Jahr 2020 noch 13 Prozentpunkte der Einsparung realisiert werden müssen“, heißt es in der Studie. Deutschland hatte sich im vergangenen Dezember im Rahmen der Pariser Welt-Klimakonferenz gemeinsam mit fast 200 weiteren Staaten dazu verpflichtet, die Anstrengungen im Kampf gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre zu verstärken. Ziel ist es, den mittleren Temperaturanstieg auf 1,5 bis 2,0 Grad Celsius zu begrenzen. Dafür muss aber weltweit der Klimagas-Ausstoß drastisch reduziert werden. Gemeinsam mit seinen Partnern in der Gruppe der sieben größten westlichen Industrienationen (G7) strebt Deutschland sogar langfristig eine CO2-freie Wirtschaft an.



06.12.2016

Brummender Industrie zum TrotzWeltweiter CO2-Ausstoß steigt kaum noch an

Es ist ein erster Hoffnungsschimmer am Horizont: Obwohl die globale Wirtschaft unaufhörlich wächst, bleibt der Kohlendioxidausstoß das dritte Jahr in Folge weitgehend stabil. Ausgerechnet die EU hat daran allerdings keinen Anteil. Seite versenden Seite drucken Zur Startseite Trotz Wirtschaftswachstums ist der weltweite Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen das dritte Jahr in Folge kaum gestiegen. Das könne möglicherweise Zeichen einer Trendwende gegenüber dem Jahrzehnt vor 2013 sein, in dem die Emissionen jährlich um 2,3 Prozent gestiegen waren, erklärte der Forschungsverbund "Global Carbon Project". Für Jubel sei es aber noch zu früh - es bleibe abzuwarten, ob der Trend anhalte. Im vergangenen Jahr blieb der Ausstoß an Kohlendioxid nach dem am Montagmorgen in der Fachzeitschrift "Earth System Science Data" veröffentlichten Bericht weltweit stabil. 2014 wuchs er um 0,7 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Wissenschaftler mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. China ist nach wie vor der Hauptproduzent von CO2. Im Bild: Eine vom Smog verhüllte Straße in Peking. China ist nach wie vor der Hauptproduzent von CO2. Im Bild: Eine vom Smog verhüllte Straße in Peking. (Foto: picture alliance / dpa) In den vergangenen drei Jahren wurden den Autoren zufolge durchschnittlich jeweils etwa 36,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Die Stabilisierung ist den Wissenschaftlern zufolge vor allem einem geringeren Kohleverbrauch in China zu verdanken, das mit einem Anteil von 29 Prozent weltweit das meiste CO2 in die Atmosphäre pustet. "Das ist eine große Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel, aber es ist nicht genug", kommentierte Corinne Le Quéré von der britischen Universität von East Anglia, die an der Studie beteiligt war. "Die weltweiten Emissionen müssen jetzt rasch abnehmen, nicht nur aufhören zu wachsen." In China sanken 2015 die Emissionen um 0,7 Prozent - nachdem sie ein Jahrzehnt lang um mehr als 5 Prozent jährlich gewachsen waren. Die Autoren werteten das zwar als Hoffnungszeichen, warnten aber vor voreiligen Schlüssen. "Es ist schwer zu sagen, ob die chinesische Verlangsamung auf einen erfolgreichen und reibungslosen Umbau der chinesischen Wirtschaft zurückgeht oder ein Zeichen wirtschaftlicher Instabilität ist", erklärte Co-Autor Glen Peters vom Osloer Forschungszentrum Cicero. EU stößt wieder mehr CO2 aus Bilderserie Einen der radikalsten Entwürfe für eine Stadt der Zukunft liefert der visionäre belgische Architekt Vincent Callebaut mit seiner Utopie "2050 Paris Smart City". Bei dieser wird Ökologie und Nachhaltigkeit groß geschrieben - etwa durch die Vermeidung von Treibhausgasen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Callebaut unter anderem ... ... sogenannte "Photosynthese-Türme" entworfen. Diese sind eigentlich in vertikaler Richtung verlaufende Parks. In den Fassaden dieser Türme sind Algen gespeichert, die den Klima-Killer CO2 in Biomasse umwandeln sollen. Eine andere Idee ... ... ist ein "ökologischer Korridor" in Paris - mehr als 20 Kilometer lang und von begrünten Türmen umsäumt, welche den Smog in der Stadt reduzieren sollen. Grün ist in der Vision von Callebaut ohnehin die dominierende Farbe, sei es ... ... bei den mit Gärten bepflanzten Bambus-Türmen mit integrierten Windkraftanlagen oder ... Visionen und erste Versuche Die grünen Städte der Zukunft Auch in den USA, dem mit einem Anteil von 15 Prozent zweitgrößten CO2-Verschmutzer, sank der Kohleverbrauch, während Öl und Gas zulegten. 2015 fiel der Ausstoß an Treibhausgasen um 2,6 Prozent. Sowohl in den USA als auch in China erwarten die Forscher einen weiteren Rückgang für das laufende Jahr. Wind, Sonne und Gas seien dabei, Kohle als Stromlieferanten in den USA zu verdrängen, so Peters. Auch die Pläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump, die angeschlagene Kohleindustrie wiederzubeleben, könnten diese Entwicklung vielleicht nicht aufhalten. Mehr zum Thema Klimawandel als Schwindel: Trump sucht Weg aus dem Klimavertrag 13.11.16 Klimawandel als Schwindel Trump sucht Weg aus dem Klimavertrag Ernteausfälle und Wetterextreme: Klimawandel-Wirkungen schon nachweisbar 11.11.16 Ernteausfälle und Wetterextreme Klimawandel-Wirkungen schon nachweisbar Das Papier im Überblick: Welche Regeln liefert der Klimaschutzplan? 11.11.16 Das Papier im Überblick Welche Regeln liefert der Klimaschutzplan? Gabriel setzt Industrierabatt durch: Regierung einigt sich auf Klimaschutzplan 11.11.16 Gabriel setzt Industrierabatt durch Regierung einigt sich auf Klimaschutzplan Simuliertes Sonnenlicht speist eine Solarzelle, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre in Syngas umwandelt. 30.07.16 "Künstliches Blatt" Solarzelle erzeugt aus CO2 Kraftstoff Stickoxide, Ozon, Feinstaub, CO2: Diese Stoffe kommen aus dem Auspuff 23.10.15 Stickoxide, Ozon, Feinstaub, CO2 Diese Stoffe kommen aus dem Auspuff Die Europäische Union wiederum, verantwortlich für 10 Prozent des CO2-Ausstoßes, gab nach einer längerfristigen Abnahme im vergangenen Jahr 1,4 Prozent mehr des Treibhausgases ab, was vor allem auf einen erhöhten Verbrauch an Gas zurückzuführen ist. Indien auf Platz vier stieß 2015 sogar 5,2 Prozent mehr CO2 aus, ein etwas geringerer Zuwachs als im Schnitt des vergangenen Jahrzehnts. Die Wissenschaftler gehen angesichts von Indiens Plänen, die heimische Kohleproduktion bis 2020 zu verdoppeln, davon aus, dass der Trend anhält. Doch trotz ermutigender Anzeichen reicht die aktuelle Entwicklung den Forschern zufolge nicht aus, um die gefährliche Erderwärmung auf unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Selbst wenn der chinesische CO2-Ausstoß sich stabilisiere, drohten Zuwächse in Entwicklungsländern, die Einsparungen in den USA, der EU und anderen Industriestaaten zunichte zu machen, warnte Mit-Autor Peters. Zudem wurde 2015 so viel CO2 wie nie zuvor in der Atmosphäre gemessen. Denn Weltmeere und Pflanzen als natürliche Speichersysteme (Senken) konnten wegen Hitze und Dürre, die das Wetterphänomen El Niño mit sich gebracht hat, weniger CO2 aufnehmen. Das derzeitige Niveau von 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million) "wird weiter wachsen und den Planeten erwärmen, bis die Emissionen auf nahezu Null gekürzt werden", meint Wissenschaftlerin Le Quéré.



17.11.2016

Drastisch höherer CO2-Ausstoß bei Millionen Autos

Berlin (dpa) - Auf Europas Straßen sind nach einer neuen Studie des Umweltforscher-Verbunds ICCT im vergangenen Jahr Millionen Autos mit deutlich überhöhtem Verbrauch und CO2-Ausstoß unterwegs gewesen. Die Organisation nennt eine durchschnittliche Abweichung zwischen tatsächlichen Fahrwerten und offiziellen Herstellerangaben von 42 Prozent. ICCT startete die Zeitreihe zum Kraftstoffverbrauch im Jahr 2001. Damals betrug die mittlere Abweichung aller einbezogenen Automodelle nur 9 Prozent. Der Verbund hatte den VW-Diesel-Skandal in den USA im vergangenen Jahr mit aufgedeckt.



10.10.2016

Gesundes Sitzen - gesunde Umwelt Zur Einführung der Stuhlserie ANTEO® pflanzt Sitzmöbelhersteller KÖHL 200 Bäume

Ökologie und Nachhaltigkeit gehören bei dem Spezialisten für ergonomisches Sitzen von Anfang an zu den Unternehmensleitlinien. Und das nicht nur auf dem Papier. So setzt die KÖHL GmbH seit geraumer Zeit bei Heizung und Energiegewinnung auf klimafreundliche Technologien. Dank modernster Photovoltaikanlage, Pelletheizung und Luft-Wasser-Wärmepumpe hat das Unternehmen seinen CO2-Ausstoß auf nahezu Null reduziert. Doch damit nicht genug. Mit der Einführung von ANTEO®, einer neuen Stuhlserie, die zu 95% recycelbar ist und durch Vielseitigkeit, Sitzkomfort und hochwertiges Design überzeugt, möchte KÖHL ein weiteres Zeichen in Sachen Klimaschutz setzen. Deshalb pflanzt KÖHL jetzt 200 Bäume im hessischen Odenwald. Diese Aktion wird in Kooperation mit der Umweltorganisation plant-my-tree durchgeführt, die sich bundesweit für die CO2-Neutralisation einsetzt. Dazu erwirbt plant-my-tree in ganz Deutschland Flächen, die gemeinsam mit engagierten Unternehmen und lokalen Forstbetrieben wieder aufgeforstet werden. Das Engagement lohnt sich, denn jeder Baum kann im Laufe seines Lebens mehr als 1000 Kilogramm CO2 neutralisieren. So sorgt KÖHL mit der neuen ökologischen Stuhlserie ANTEO® nicht nur für gesundes, entspanntes Sitzen, sondern auch für gesundes Klima.



05.09.2016

Elektroauto- & Hybridauto-Zulassungen September 2016

m September 2016 wurden 298.002 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das sind +9,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Hybrid-Pkw bewirkten 4917 Neuzulassungen ein Plus von +67,2 Prozent und einen Anteil von 1,6 Prozent, darunter 1420 Plug-in-Hybride mit einem Anteil von 0,5 Prozent und einem Zuwachs von +36,8 Prozent. Elektroautos ließen mit 1641 Fahrzeugen ein Plus von +76,6 Prozent erkennen und sorgten im September für einen Anteil von 0,6 Prozent bei den Pkw-Neuzulassungen. Insgesamt wurden in den ersten drei Quartalen 7678 Elektro-Pkw erstmals zugelassen. Die durchschnittliche CO2-Emission betrug im September 126,5 g/km und damit -0,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.



18.08.2016

Klimawandel: Neues Projekt wandelt CO2 in Stein um

Die Lagerung von Kohlenstoffdioxid unter der Erde wurde lange als wesentlicher Ansatz zur Lösung des Klimaproblems gesehen. Das Problem: Die Lagerung ist kompliziert, und ein Unfall könnte katastrophale Folgen haben. In einem Projekt zeigt sich nun aber, dass die Umwandlung von CO2 zu Stein deutlich schneller geschieht als die bisher angenommene Zeitspanne, die zwischen mehreren Hundert und Tausend Jahren lag. <0> Kohlenstoffdioxid wird zu Stein Die Idee, Kohlenstoffdioxid von Kraftwerken unter der Erde zu lagern statt es in die Atmosphäre zu leiten wird schon mehrere Jahre verfolgt. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil die Gefahr besteht, dass das CO2 zurück an die Oberfläche gelangt. Ein größeres Leck könnte lokal betrachtet katastrophale Folgen haben, aber selbst ein Leck, bei dem mehr als 0,1 Prozent des gespeicherten CO2 pro Jahr wieder in die Atmosphäre gelangt würde das entsprechende Projekt unsinnig machen. 2012 hat ein Kraftwerk in Hengill in Island, 230 Tonnen CO2 gemischt mit Wasser und 18 Tonnen Schwefelwasserstoff in Schächte gepumpt, die zwischen 150 und 3000 Meter durch erstarrte Lave gebohrt wurden. Das Kohlenstoffdioxid wurde mit dem Isotop Carbon–14 vermengt, um es von dem CO2 in der Atmosphäre unterscheiden zu können. Seit dem Beginn des Projekts wurde die Injektion unter die Erde auf 4500 Tonnen CO2 pro Jahr gesteigert. Eine aktuelle Untersuchung fand heraus, dass bereits nach zwei Jahren mehr als 95 Prozent des 2012 eingeleiteten CO2 in steinförmige Karbonate umgewandelt wurde. Bisher wurde angenommen, dass dieser Prozess mehrere Hundert bis Tausend Jahre dauern würde. Der Prozess findet scheinbar auch dann statt, wenn das CO2 mit hohen Konzentrationen Schwefelwasserstoff vermengt wurde. Der Boden beschleunigt den Prozess Experten schreiben die Beschleunigung des Prozesses dem Kalzium, Eisen und Magnesium in dem Basaltgestein, durch das die Schächte gebohrt wurden. Die Speicherung des CO2 als Feststoff anstelle von Gas eliminiert nahezu alle Risiken des Lagerungsprozesses, da die Lagerstätten sicher vor Erdbeben oder Gaslecks sind. Bei dem Kraftwerk handelt es sich um ein geothermales Kraftwerk, das durch vulkanische Wärmeentwicklung angetrieben wird. Bei dem CO2 und Schwefelwasserstoff handelt es sich um vulkanische Gase, die mit dem Dampf entlassen werden, der die Turbinen des Kraftwerks antreibt. Das Kraftwerk gibt 36.000 Tonnen CO2 pro Jahr in die Atmosphäre ab, was etwa 5 Prozent der Menge ist, die ein gleich großes Kohlekraftwerk produzieren würde. „In the future, we could think of using this for power plants in places where there’s a lot of basalt – and there are many such places, so Professor Martin Stute von der Columbia University. Etwa ein zehntel des kontinentalen Bodens sowie nahezu der komplette Boden der Ozeane besteht aus Basaltgestein. CO2 unter Wasser zu lagern wäre allerdings mit hohen Kosten verbunden. Das Projekt ist nicht nur sicherer als andere Formen der CO2-Lagerung, sondern auch deutlich günstiger. Die Autoren der Studie berechneten, dass eine voll entwickelte Version des Systems den Preis für die Lagerung auf 30 US-Dollar pro Tonne drücken könnte, was deutlich günstiger ist als die durchschnittlich 130 Dollar anderer Projekte.



04.07.2016

Neuer KatalysatorSo könnten sich Millionen Tonnen CO2 in Kunststoff verwandeln

Forscher aus Bochum und Berlin haben Ethylen aus Kohlendioxid und Wasser gewonnen - eine Möglichkeit, künftig etwa erdöl-freie Folien herzustellen. Power-to-Gas bekommt Konkurrenz: Bislang galt es als absolute Zukunftstechnologie, aus Strom, Wasser und CO2 das Gas Methan herzustellen. Gerade CO2 gibt es in der Atmosphäre mehr als genug, schließlich ist das Klimagas mit für den Treibhauseffekt und damit für ungewünschte Klimaveränderungen verantwortlich. Könnte dieses Kohlendioxid bald noch begehrter werden? Berliner Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass es zu Kunststoff verarbeitet werden könnte - und zwar im Viele-Millionen-Tonnen-Maßstab. Die Forscher produzieren – zunächst im Labormaßstab – Ethen (besser bekannt als Ethylen) aus Kohlendioxid und Wasser. Während der Power-to-Gas-Prozess bei hohen Temperaturen und Druck abläuft, begnügt sich die Ethen-Synthese mit Zimmertemperatur und einem Druck von nur einem bar - so viel hat ein platter Fahrradreifen. Noch ein Vorteil: "Die Technologie ist vor allem zur Integration von Erneuerbaren Energien gedacht, ohne dass reiner Wasserstoff zwischenproduziert oder -gelagert werden muss", sagt Peter Strasser Chemieprofessor an der Technischen Universität Berlin. Power to Gas Wie sich Potenziale in Deutschland besser nutzen lassen Die dena hat besonders geeignete Standorte für PtG identifiziert. Sie fordert von der Politik Maßnahmen, um die Technologie wirtschaftlich zu machen. In vier Regionen Deutschlands sieht die dena Potenzial für Power to Gas (Grafik: dena) Denn den Erneuerbaren kommt auch bei Power-to-Gas eine wichtige Rolle zu: Das Gas kann nur produziert werden, wenn der Strom ziemlich billig ist, ihn niemand anderes braucht. Das ist bei Wind und Sonne ja durchaus möglich. Backen im Plasma-Ofen Die Schlüsselkomponente, ein Katalysator, ist an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelt worden. Professor Beatriz Roldan Cuenya vom RUB-Institut für Experimentalphysik IV und ihre Doktorandin Hemma Mistry haben die Oberfläche einer Kupferfolie so modifiziert, dass sie die Reaktion nicht nur massiv beschleunigt. Sie sorgt zudem dafür, dass kaum unerwünschte Nebenprodukte entstehen. Das Kunststück gelang in einem Plasma-Ofen. Darin befanden sich Sauer- und Wasserstoff. Ein elektrisches Feld spaltete einen Teil der Elektronen ab. Diese elektrisch negativ geladenen Teilchen und die positiv geladenen Atomkerne bilden das Plasma. Es greift die Oberfläche von Bauteilen an, die es umwabert. Mit diesem Verfahren werden beispielsweise Kunststoffteile von Autos vorbehandelt, damit der Lack besser hält. Im Fall der Kupferfolie raut das Plasma die Oberfläche auf. Außerdem oxidierte sie teilweise. Strasser steckte sie in einen mit Wasser gefüllten Behälter, das mit Kohlensäure angereichert war. Ihr gegenüber ordnete er eine Nickelelektrode an. Zwischen ihnen baute er eine Gleichspannung von wenigen Volt auf. Der Effekt war enorm. An der Kupferelektrode sprudelte Ethen empor, an der Nickelelektrode Sauerstoff. Spätere Anlagen sollen vorzugsweise mit überschüssigem Wind- und Solarstrom versorgt werden, der nichts oder kaum etwas kostet. "Es fallen also nur die Investitionskosten für die Anlage an", verspricht Strasser. Ethen ist Ausgangsstoff für die Herstellung mehrerer Kunststoffarten. Es wird heute aus Erdgas und dem Erdölprodukt Leichtbenzin (Naphta) hergestellt. 2010 waren es weltweit 142 Millionen Tonnen. Kohlendioxid wird bereits in kleinen Mengen als Chemierohstoff genutzt, etwa von Covestro in Dormagen (wir berichteten). Dort wird Schaumstoff unter Kohlendioxid-Zugabe hergestellt. BASF testet derzeit ein Verfahren zur Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat aus dem Klimagas. Und das junge amerikanische Chemieunternehmen Novomer hat einen Katalysator entwickelt, der ähnlich effektiv sein soll wie der der Forscher aus Bochum.



29.06.2016

KohlendioxidCO2-Wert durchbricht wichtige 400-ppm-Grenze

Der CO2-Anteil in der Atmosphäre steigt weiter und erhöht dadurch die weltweite Durchschnittstemperatur. Seit drei Jahren steigt der Kohlendioxid-Anteil in der Atmosphäre regelmäßig auf einen Wert oberhalb von 400 ppm (parts per million). Im Sommer sinkt er, weil mehr Klimagas von Pflanzen aufgenommen werden, unter die magische Grenze. Damit ist in diesem Jahr Schluss. Forscher am britischen Met Office und an der University of California in San Diego prognostizieren, dass die CO2-Konzentration dauerhaft oberhalb der 400-ppm-Marke bleiben wird, gewissermaßen also eine Schallmauer durchbrochen worden ist. "Selbst wenn die von Menschen verursachten CO2-Emissionen gestoppte würden sänke die Konzentration für lange Zeit nicht unter die 400-ppm-Grenze", sagte der Klimaforscher Richard Betts dem britischen "Guardian". Betts ist einer der Autoren einer CO2-Studie, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht worden ist. Das Mauna Loa Observatorium aus der Luft. Das Mauna Loa Observatorium aus der Luft. (Gemeinfreies Foto, via Wikimedia Commons) Die Studie basiert auf Messergebnissen des Mauna Loa Observatoriums auf Hawaii. Die dortigen Messungen begannen im Jahr 1957. Die Aufzeichnungen, bekannt als Keeling-Kurve, gehören zu den Säulen der Klimaforschung. Benannt wurde die Kurve nach dem US-Wissenschaftler Charles David Keeling, der die ersten CO2-Messungen auf Hawaii vornahm. Veröffentlicht wird die Kurve von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA. Treibhausgase und Wetteränderungen nehmen zu Die Konzentration an Treibhausgasen hat sich seit dem vorindustriellen Zeitalter um 48 Prozent erhöht. In den vergangenen 60 Jahren lag der Anstieg bei 29 Prozent: von 315 auf 407 ppm. Die monatliche Konzentration von CO2, die "Keeling-Kurve". Die monatliche Konzentration von CO2, die "Keeling-Kurve". (Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0) Dass es in diesem Jahr zu einer besonders starken Zunahme des CO2-Anteils gekommen ist, liegt an El Nino, einer massiven Veränderung der Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik. In diesem Jahr war sie besonders ausgeprägt. In ihrem Gefolge gab es in Südamerika verheerende Dürren. Auch in anderen Regionen der Welt ist das Wachstum beeinträchtigt. Das reduzierte die Aufnahme von CO2 in Pflanzen. Dazu kamen monatelange Waldbrände im dürregeplagten Indonesien, die für hohe CO2-Emissionen sorgten. Der Weltklimarat (IPCC) hat als Ziel vorgegeben, die 450-ppm-Marke nicht zu überschreiten, um die Erhöhung der weltweiten Durchschnitttemperatur unterhalb von zwei Grad zu halten. Eine Überschreitung hätte bislang unabsehbare klimatische Auswirkungen.



13.05.2016

Abgas-Skandal und CO2-Problem: Die wichtigsten Infos

er Abgas-Skandal bei Volkswagen weitet sich auf 2016-Modelle aus. In Deutschland müssen 2,4 Millionen Fahrzeuge - Baujahre 2009 bis 2014 - in die Werkstatt. Welcher VW, Audi, Skoda und Seat ist betroffen? Update: Volkswagen erhält (4. November) nach eigenen Angaben vom zuständigen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Freigabe für die Umrüstung von weitere 2,6 Millionen Fahrzeugen. Die 1,6-Liter Diesel-Motoren aus der Baureihe EA 189 können nun in der Werkstatt umgerüstet werden. Ein Softwareupdate und der Einbau eines sogenannten Strömungsgleichrichter ist hier notwendig. Betroffene Kunden werden nun per Brief benachrichtigt. Es geht um unterschiedliche Modelle, wie VW Golf, VW Passat, Audi A4 oder Seat Leon. Seit Anfang 2016 ruft der Volkswagenkonzern betroffene Diesel-Autos in die Werkstatt. Bis Ende des Jahres wollten die Wolfsburger die Rückrufaktion abgeschlossen haben. Der Rückruf der 8.500 betroffenen VW Pick-up Amarok läuft seit Januar 2016 planmäßig. Der Rückruf beim Golf hat begonnen. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. In Deutschland müssen 4.000 Autos Golf TDI Blue Motion mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe für ein Software Update in die Werkstatt. Für rund 160.000 VW Passat-Modelle fehlt trotz umfangreicher Tests nach wie vor die Freigabe (Stand: 3. Mai 2016) durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Aktueller Zeitplan für den VW Rückruf (Stand Mai 2016) Dieselmotor mit der internen Typenbezeichnung EA 189-Motor - erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 oder 2,0 Litern Hubraum angeboten Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014. seit Januar VW Amarok ab Mai 2016 Golf TDI Blue Motion mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe Software-Update 30 Minuten ab 30. Mai 2016 1,2 Liter-Motoren Software-Update 30 Minuten ab 5. September 2016 1,6 TDI Motoren mit Common-Rail-Dieseleinspritzung Software-Update Strömungsgleichrichter 60 Minuten Von möglichen falschen CO2-Abgaswerten sind laut Volkswagen neun Modellvarianten betroffen. Nach Angaben des Konzerns beträgt die Abweichung "im Mittel nur wenige Gramm CO2", was einer Erhöhung des Normverbrauchs von etwa 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 Kilometer entspricht. Es handelt sich ausschließlich um Fahrzeuge in den verbrauchsotpimerten Versionen Bluemotion und Bluemotion Technology (BMT). Volkswagen hat eine Liste der betroffenen Autos veröffentlicht (Stand: 9. Dezember 2015). Für VW wird die US-Baustelle in der Abgas-Affäre immer größer. Nach Ansicht der amerikanischen Umweltbehörden sind auch Diesel-Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit 3,0-Liter-Motoren aus den Modelljahren 2009 bis 2016 mit der Schummel-Software ausgestattet. Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" können die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update und den Einbau eines Sensors im Luftfilter behoben werden. Der Sensor kostet demnach zehn Euro. Gibt es nun eine technische Lösung Volkswagen für die mittelgroßen 1,6 Liter-Dieselmotoren? Für diese Motoren reicht eine Software-Update nicht aus. Volkswagen hat die geplanten technischen Maßnahmen am Montag (16. November), laut Medienberichten vorgestellt. Nun prüft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Für Fahrzeuge mit 1,2-Liter-Motoren sollen bis Ende November Lösungen vorschlagen werden. Im Januar 2016 soll der Rückruf beginnen. Zuerst werden die betroffenen Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren in die Werkstatt bestellt. Bei diesen Motoren reicht ein Software-Update am Computer aus. Für die anderen betroffenen Motoren muss der VW-Konzern dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch Lösungen vorschlagen: Für die 1,6-Liter Motoren lief die Frist am 15. November ab. Das KBA prüft derzeit die besten Lösungen. Für die 1,2 Liter Motoren läuft die Frist am 30. November ab. In den USA bekommen die Geschädigten des Abgas-Skandals bei Volkswagen vom Unternehmen ein Wiedergutmachungs-Paket im Wert von über 1000 Dollar. Das "Goodwill Package" enthält ein Guthaben in Höhe von 500 Dollar (465 Euro) auf einer Prepaid-Karte, einen Einkaufsgutschein über weitete 500 Dollar, einzulösen beim VW-Händler, sowie Pannenhilfe über drei Jahre für das betroffene Fahrzeug. Das Stickoxid-Problem N0X Beim Abgas-Skandal standen bislang die manipulierten Abgaswerte von Dieselmotoren eines Motortyps im Fokus: Motoren mit der Bezeichnung EA 189. Dabei bleibt es scheinbar auch. Volkswagen bestätigte offiziell, dass Dieselautos mit EA 288-Motoren gemäß Euro-5-Norm und Euro-6-Norm nicht betroffen sind. Den Vorwurf der amerikanischen Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency), das auch bei Drei-Liter-Diesel (V6-TDI-Dieselmotoren) eine Software-Funktion vorhanden sei, dementiert Volkswagen. Das CO2-Problem Anfang November teilte VW mit, dass es auch beim Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) und beim Spritverbrauch „Unregelmäßigkeiten“ gab. Der Konzern hat Autos mit falschen CO2-Abgaswerten unter anderem von Tüv-Prüfstellen abnehmen lassen. Volkswagen hat die Aufklärung möglicher falscher CO2-Messwerte einiger Fahrzeugmodelle nach eigenen Angaben weitgehend abgeschlossen und eine Liste mit neun Modellvarianten vorgelegt. Bei den Motoren EA288 mit Euro-6-Norm wurden, laut KBA, unzutreffende C02-Werte angegeben. Die Kfz-Steuer in Deutschland richtet sich nach dem CO2-Ausstoß. Volkswagen will für seine Kunden mögliche Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer wegen falscher CO2-Angaben bezahlen. Die VW-Kunden können auf der Webseitevolkswagen.de/info überprüfen, wie es um die C02-Angaben bei ihrem Auto steht. Durch die Eingabe der Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN; Vehicle Identification Number) können sie sich darüber informieren, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. So läuft der Rückruf Ab Januar 2016 soll laut Plan mit den Nachbesserungen der Dieselmotoren begonnen werden. Die Maßnahmen werden, laut Volkswagen, momentan für jede betroffene Baureihe und jedes betroffene Modelljahr entwickelt und zunächst den zuständigen Behörden vorgestellt. Viele VW-Besitzer erhalten bald Post. Im Abgas-Skandal von Volkswagen hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Rückruf von 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeugen angeordnet. Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal seiner Konzerngeschichte auf. Ende September war bekannt geworden, dass der Volkswagen-Konzern in den USA mit Abgaswerten von Dieselfahrzeugen bei Tests betrogen hatte. Eine Software kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide (Nox-Werte) gemessen werden als im regulären Betrieb. Was muss VW jetzt tun? Das KBA hat das Softwareprogramm als "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingestuft. Im Januar 2016 soll nun die Rückrufaktion der betroffenen Dieselautos starten. Volkswagen-Kunden müssen allerdings Geduld haben. Die Nachbesserung der Fahrzeuge kann sich hinziehen. Für die meisten betroffenen Motoren genügt, laut VW-Chef Matthias Müller, ein Software-Update. Bei einem Teil der Fahrzeuge würden dagegen auch zusätzliche Eingriffe an der Hardware notwendig sein. Bei den 2,0-Liter-Motoren dürften Software-Updates, laut Bundesminister Alexander Dobrindt, ausreichend. Bei den 1,6-Liter-M otoren und 1,2 Liter-Motoren ist wohl daneben noch eine technische Lösung notwendig (540.000 Diesel-Fahrzeuge). Dieselmotoren des Typs EA 189 Von dem Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Autos ist nach VW nur der Dieselmotor mit internen Typenbezeichnung EA 189 betroffen. Der Motor erfüllt die europäische Abgasnorm EU 5 und wurde in verschiedene Autos im Baujahr 2009 bis 2014 verwendet: 1,6 TDI Motoren mit Common-Rail-Dieseleinspritzung 2,0 TDI Motoren mit Common-Rail-Dieseleinspritzung 1,2 TDI Motoren Insgesamt sind weltweit fünf Millionen Diesel-Autos der Marke Pkw Volkswagen betroffen. In Deutschland sind es nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 2,4 Millionen Fahrzeuge. Das Kraftfahrtbundesamt prüft derzeit wie Volkswagen die betroffenen Motoren technisch anpassen kann. Volkswagen hat eine Webseite gestartet auf der VW-Besitzer überprüfen können, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Unter info.volkswagen prüft ein System anhand der Fahrgestellnummer bzw. Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), ob eine Nachbesserung erforderlich ist. Die FIN steht im Service-Handbuch oder an der Windschutzscheibe. Diese Fahrzeuge sind nicht betroffen Nicht betroffen sind Autos mit Benzinmotor oder solche, die mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben werden. Nicht betroffen sind alle in der EU angebotenen Neuwagen mit Dieselantrieb EU. Nicht betroffen sind 1.6 und 2.0 Liter TDI-Motoren mit der neuen EU6-Zulassung. Konkret ist die aktuelle Nachfolge-Motorengeneration EA 288 (Einsatz ab 2012), laut VW, nicht betroffen. Nicht betroffen sind die Modelle VW Fox, VW Touareg, VW Phaeton. Nicht betroffen sind der Audi Q7 und der Audi A8. Ist ihr Audi betroffen? Audi hat jetzt eine Webseite eingerichtet, auf dem Kunden mit Eingabe der Fahrgestellnummer prüfen, ob ihr Audi betroffen ist. Die 17-stellige Fahrgestellnummer finden Autobesitzer in ihrem Fahrzeugschein und der Zulassungsbescheinigung oder im Serviceplan. Ist ihr Skoda betroffen? SKODA hat unter www.skoda-auto.de eine Seite eingerichtet, auf der Autobesitzer eine Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) in eine Eingabemaske eingeben können. Die Nummer ist an der Windschutzscheibe, im Fahrzeugschein und im Kfz-Brief zu finden. Sollte das Auto betroffen sein, werden Kunden gebeten, ihren SKODA Partner oder die SKODA Infoline (0800 44 24 24 6) zu kontaktieren. Ist ihr Seat betroffen? Auch Seat bietet Kunden eine Suchmaschine für betroffene Dieselmotoren unter www.seat.de. Welche Marken und Modelle sind betroffen? CO2-Fahrzeuge Modelljahr 2016 Nox-Werte Dieselmotoren des Typs EA 189 Modelle, die mit der Software zum Manipulieren der Abgaswerte ausgerüstet sind Volkswagen VW Passat (siebte Generation) VW Tiguan (erste Generation) VW Golf (sechste Generation) VW Golf VW Golf Cabrio VW Passat Variant VW Scirocco VW Polo Volkswagen Nutzfahr zeuge VW T6 VW Caddy 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge Volkswagen Mexiko Bei Volkswagen Mexiko werden nun folgende Modelle mit Vierzylinder Diesel-Motoren geprüft (Verkaufszeitraum zwischen 2009 und August 2015). - Transporter 2.0 TDI - Amarok 2.0 TDI - Vento 1.5/1.6 TDI - Jetta 2.0 TDI - vierte Gen. - Bora 2.0 TDI - Audi Q3 2.0 TDI (Modelle bis 2015) - Audi A4 2.0 TDI Audi Vom Skandal sind weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge von Audi (Tochtermarke) betroffen. Audi A1 Audi A1 Sportback Skoda weltweit sind 1,2 Millionen Fahrzeuge bei Skoda betroffen. EA 189-Aggregate wurden in diesen ŠKODA Modellen verbaut: - Fabia II (Baujahre 2009 bis 2014) - Roomster (Baujahre 2009 bis 2015) - Rapid (Baujahre 2011 bis 2015) - Yeti (Baujahre 2009 bis 2015) - Octavia II (Baujahre 2009 bis 2013) - Superb II (Baujahre 2009 bis 2015). Skoda Fabia Skoda Fabia Combi Skoda Rapid Spaceback Skoda Rapid Skoda Yeti Skoda Octavia Skoda Octavia Combi Skoda Suberb Skoda Suberb Combi Seat etwa 700.000 Fahrzeuge von Seat Seat Ibiza Seat Toledo Seat Leon Seat Leon SC



19.04.2016

Fortschrittliche Nachbarn: CO2-Speicherleistung von Holz in der Schweiz gesetzlich anerkannt

Nach einer Meldung von Lignum, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft, will das Das Parlament den CO2-Ausstoss bis 2020 im Vergleich zu 1990 um mindestens 20% senken, wofü eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 10,5 Mio. Tonnen erforderlich sei. Dafür soll künftig auch das in verbautem Holz gespeicherte CO2 angerechnet werden können. Mit dem diesbezüglichen Artikel 14 des revidierten CO2-Gesetzes erfülle der Bund einen Auftrag, der ihm aus der Annahme der Motion Hess/Lustenberger "Holz verwenden, um die Kyoto-Ziele zu erreichen" erwachsen sei, so Lignum. AGR und BSHD fordert im Rahmen der Initiative HolzProKlima gemeinsam mit weiteren Verbänden der Holzwirtschaft die Bundesregierung auf, auch in Deutschland die Klimaschutzleistung der Holzverwendung gesetzlich anzuerkennen.



10.03.2016

Klimawandel - Temperaturrekord März 2016 bricht erneut Welthitzerekord

s vergeht gegenwärtig kein Monat, an dem kein neuer Welthitzerekord aufgestellt wird. Auch im März 2016 war es weltweit überdurchschnittlich warm. So lag der vergangenen Monat im globalen Mittel 1,07 Grad Celsius über dem März-Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Das teilte jetzt der japanische Wetterdienst mit. Damit war der März der wärmste, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880 verzeichnet wurde. Bereits der Januar und der Februar 2016 war der wärmste je gemessene. Mit einer Temperaturabweichung von 1.04 Grad gegenüber dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts war der Februar außerdem der Monat, mit der größten jemals zuvor festgestellten Abweichung von normalen Jahresmittel. Doch nach den neuesten Messungen der japanischen Wetterbehörde ist dieser Rekord nur einen Monat später schon wieder eingestellt. Der März war demnach um 0,62 Grad Celsius wärmer, als durchschnittlich in den Jahren 1981 bis 2010 und lag sogar um 1,07 Grad Celsius über dem März-Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Die globale Erwärmung ist also schon besorgniserregend weit fortgeschritten. Das zeigen die monatlichen Temperaturrekorde deutlich. Um über ein Grad ist es im globalen Durchschnitt bereits wärmer geworden. Somit fehlt nur noch etwa ein Grad, um die als gerade noch zu bewältigende Zwei-Grad-Grenze zu überschreiten. Um das beim Weltklimagipfel vereinbarte Limit von 1,5 Grad zu halten, fehlen nur noch einige Zehntel Grad. Das könnte Sie auch interessieren: CO2-Werte 2015 so schnell gestiegen wie nie zuvor Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt Januar 2016 bricht erneut alle Wärmerekorde Dass wir Menschen und die Freisetzung von Treibhausgasen einen großen Teil zum Klimawandel beiträgt bezweifelt mittlerweile kaum noch jemand. So ist mittlerweile auch die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre auf einen nie dagewesenen Höchstwert gestiegen. Das teilten jetzt Meteorologen von der US-Wetterbehörde NOAA mit. An der Station Mauna Loa auf Hawaii, wurde im März eine Konzentration von 404,83 Teilen CO2 in einer Millionen Teile Luft (ppm) gemessen. Noch nie in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen war so viel CO2 in der Luft. Wahrscheinlich ist das sogar der höchste Wert seit wir Menschen den Planeten bevölkern. Im Laufe des letzten Jahres sei die CO2-Konzentration um 3,05 ppm gestiegen, so der NOAA – auch das ist ein neuer Rekord. Neben der globalen Erwärmung sei der Grund dafür auch das Klimaphänomen El Nino. Dieses sorgt dafür, dass die Temperatur des Meeres entlang des Äquators überdurchschnittlich stark ansteigt. Umso wärmer das Meerwasser ist, desto weniger CO2 kann es absorbieren. Dadurch konnten unsere CO2-Emissionen nicht ausreichend gebunden werden. Hinzu kommt, dass die gewaltigen Waldbrände in Indonesien vergangenes Jahr zusätzlich Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt haben. Quelle: www.heise.de



20.02.2016

CO2-freie Postzustellung

Die Deutsche Post DHL Group hat in Bonn und dem angrenzenden Umland ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt gestartet. Sie stellt dort ihre gesamte Zustellung auf Elektrofahrzeuge um. Dafür kommen rund 130 Fahrzeuge unterschiedlicher Größenklassen und Hersteller zum Einsatz, um Briefe und Pakete klima- und umweltfreundlich an die Kunden auszuliefern – darunter auch der speziell für die Zustellung entwickelte und optimierte StreetScooter. Eingestellt auf innovative Zustellung Schon heute sind die postalischen Zustellstützpunkte und Zustellbasen der Deutschen Post in Bonn für die Nutzung von Elektrofahrzeugen ausgerüstet. So kann der Logistikkonzern die elektrische Großflotte im Betrieb auf Herz und Nieren testen und die Voraussetzungen für eine Ausweitung auf andere Städte prüfen. Foto: KlimaExpo.NRW Ein Musterbeispiel an Effizienz ist dabei der speziell auf die Herausforderungen der Zustellung von Briefen und Paketen abgestimmte StreetScooter. Entwickelt wurde er von einem Start-up-Unternehmen aus dem Umfeld der RWTH Aachen, das die Deutsche Post DHL Group im Jahr 2014 übernommen hat. Schon an der Entwicklung des StreetScooters waren auch die Zusteller beteiligt, die ihre Wünsche, Praxiserfahrungen und Anforderungen direkt einbringen konnten. Mittlerweile fahren über 600 StreetScooter in Deutschland und benachbarten Benelux-Staaten – 21 davon in Bonn. Viele weitere werden dazu kommen. „Wir sind davon überzeugt, dass Elektromobilität als Zukunftstechnologie besonders geeignet ist, um die CO2- und Lärmbelastung in den Innenstädten und im ländlichen Raum zu reduzieren. Unser erfolgreiches Projekt der CO2-freien Zustellung in Bonn bestärkt uns darin. Deshalb ist es unser Ziel, unsere elektrische Zustellflotte weiter auszubauen. Der von uns selbst entwickelte StreetScooter ist hier ein wichtiger Baustein. Die Auszeichnung durch die KlimaExpo.NRW freut uns sehr und ist ein zusätzlicher Ansporn“, erklärt Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post DHL Group. Fortschrittsmotor Klimaschutz 2016 – Ausgezeichnete Vorreiter Das Pilotprojekt „CO2-freie Zustellung“ der Deutschen Post DHL Group ist eines der zwölf Projekte, die von der Landesinitiative KlimaExpo.NRW im Rahmen der Jahresveranstaltung „Fortschrittsmotor Klimaschutz 2016 – Ausgezeichnete Vorreiter” am 23. Juni in Düsseldorf in die Riege der besten Projekte NRWs aufgenommen. Die KlimaExpo.NRw zeichnet bis zum Jahr 2022 einmal pro Jahr zwölf Vorzeigeprojekte aus Nordrhein-Westfalen aus und stellt die positiven Wirkungen des Klimaschutzes einem breiten Publikum vor.



15.01.2016

IWF fordert weltweite CO?-Steuer

IWF fordert weltweite CO?-Steuer Ohne einen weltweiten CO2-Preis lassen sich die Ziele im Pariser Weltklimaabkommen nicht erreichen. Das sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer aktuellen Studie. Haushalte und Unternehmen müssten in vielen Ländern bisher nichts dafür zahlen, dass sie das Klima schädigen. Das sei eine versteckte Subvention, die abgeschafft gehöre. BildIWF-Chefin Christine Lagarde macht sich seit langem stark für eine weltweite CO2-Steuer. (Foto: MEDEF/?Wikimedia Commons) Im Dezember hatten sich 195 Länder in Paris auf ein Weltklimaabkommen geeinigt, das zum Ziel hat, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad, höchstens zwei Grad zu begrenzen. Ohne einen Preis für CO2 sei das kaum zu machen, so die IWF-Studie. Das können Steuern sein wie in Chile oder aber ein Emissionshandel wie in Europa – der allerdings derzeit kaum Signale für mehr Klimaschutz setzt, da die Preise für die CO2-Zertifikate im Keller sind. "Die Herausforderung liegt darin, die passenden Preis-Pfade zu finden, und mit Nebeneffekten für arme Haushalte und kleinen Firmen umzugehen", heißt es im Bericht. Allerdings hatte sich IWF-Chefin Christine Lagarde in der Vergangenheit klar für CO2-Steuern ausgesprochen. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßt das. "Die immensen Probleme mit dem viel zu niedrigen CO2-Preissignal im unterambitionierten EU-Emissionshandel zeigen, dass Steuern die oft bessere Alternative sind", sagt Oldag Caspar, bei Germanwatch zuständig für deutsche und EU-Klimapolitik. Neue Debatte um Emissionshandels-Reform Bislang plant die EU-Kommission eine sogenannte Marktstabilitätsreserve ab dem Jahr 2021. Wie bei einer "Zentralbank fürs Klima" werden dabei die Auktionen neuer CO2-Zertifikate ausgesetzt, wenn es wie derzeit zu viele Emissionsrechte gibt. Schlägt das Pendel um, kommen die Zertifikate wieder in den Handel. Caspar hält das für unzureichend und begrüßt, dass die IWF-Studie die Einführung von Preisunter- und Obergrenzen, aber auch die Versteigerung der Emissionszertifikate fordert. Zwar rechnet der Klimaexperte nicht damit, dass die EU-Kommission ihren derzeitigen Vorschlag abändert – und damit Fehler eingesteht. Aber nach der Einigung über das Paris-Abkommen sei es durchaus wahrscheinlich, dass das Europäische Parlament und einzelne EU-Länder Gegenvorschläge für eine Reform ab 2021 unterbreiten und den Druck auf die Kommission erhöhen. "Die IWF-Studie ist ein wichtiges Signal für solch eine Dynamik", sagt Caspar. Im Paris-Abkommen selbst spielt ein weltweiter CO2-Preis keine Rolle. Inzwischen hat sich aber eine breite Allianz gebildet, welche die Idee unterstützt. Dazu gehören die Weltbank, die britische Staatsbank und über 70 Länder, aber auch Mineralöl-, Energie- und Flugverkehrskonzerne. BildDer IWF-Bericht warnt auch vor dem Platzen einer CO2-Blase und fordert einen "Klima-Stresstest". (Foto: Karsten Smid/Greenpeace) Der IWF-Bericht fordert außerdem die Einführung von sogenannten Klima-Stresstests. Das heißt, die Finanzmärkte sollen darauf abgeklopft werden, welche Klimawandel-Risiken sie in ihrem Wertpapierbestand haben. Aktien der Kohle-, Öl- und Gasförderung könnten heillos überbewertet sein, weil ein Großteil der fossilen Reserven, die zum Schutze des Klimas im Boden bleiben müssen, mit in den Bilanzen der Energieunternehmen eingepreist sind. Es droht die Gefahr des Platzens einer Kohlenstoffblase, ähnlich der Immobilienblase. Während des Pariser Gipfels im Dezember hatte der frühere Bürgermeister Michael Bloomberg den Vorsitz einer Taskforce übernommen, die börsennotierten Unternehmen helfen soll, solche klimabezogenen Risiken offenzulegen.



30.12.2015

Klimaschutz: CO2-Ausstoß in Deutschland gesunken

Der Kohlendioxidausstoß in Deutschland ist 2014 erstmals seit drei Jahren wieder zurückgegangen. Die klimaschädlichen Emissionen sanken um rund 41 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht. Das ergaben Auswertungen des Umweltbundesamts, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen. Diese vorläufigen Daten wurden auch an die EU-Kommission übermittelt. Insgesamt wurden in Haushalten, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Land- und Energiewirtschaft vergangenes Jahr 912 Millionen Tonnen an Treibhausgasen in die Atmosphäre ausgestoßen. Das entspricht im Vergleich zu 1990 einem Rückgang von 27 Prozent in Deutschland. Damals wurden - auch wegen der hohen Emissionen in der DDR - noch rund 1250 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Mit den neuen Werten rückt die Bundesregierung ihrem Ziel etwas näher, bis 2020 den Kohlendioxidausstoß um 40 Prozent zu reduzieren. Um das zu schaffen, wird derzeit auch über eine Strafabgabe für Kohlekraftwerke diskutiert, die älter als 20 Jahre sind. Deutschland sieht sich als ein Vorreiter und fordert den Abschluss eines Uno-Weltklimavertrages im Dezember in Paris. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach nach den Anstiegen der Vorjahre, die auch durch den hohen Kohlestromanteil verursacht worden waren, von einer Trendumkehr. "Ein Großteil der Minderung war 2014 auf den milden Winter zurückzuführen." Aber ein Teil sei auch echten Fortschritten beim Klimaschutz zu verdanken. Allerdings kritisieren Umweltschützer mangelnde Fortschritte bei der Wärmedämmung von Gebäuden. So stoppte die Große Koalition jüngst einen geplanten Steuerbonus für energetische Sanierungen wegen eines Streits um die Finanzierung.



03.12.2015

Tipps, wie Sie CO2 sparen können

Noch weiss niemand, ob die laufende Uno-Klimakonferenz in Paris einen wirksamen Klimavertrag liefert. Doch schon jetzt wissen wir, dass wir alle etwas fürs Klima tun können. Mit weniger Fliegen lässt sich am meisten CO2 einsparen. Hansueli Krapf/CC BY-SA 3.0 Weitere Artikel Ist das der Jungbrunnen? ETH-Forscher finden Gene für gesünderes Leben Verheerende Katastrophe 800 Kilometer Fluss vergiftet in Brasilien Umweltorganisationen: Zur Rettung des Doubs wird nicht genug getan Mit rund 13 Tonnen CO2 pro Jahr belastet jeder und jede in der Schweiz das Klima im Schnitt. Würden alle so viel ausstossen, hätten wir bereits in weniger als 10 Jahren das CO2-Budget aufgebraucht, mit dem wir gefährlichen Klimawandel von über 2 Grad noch vermeiden können. Dabei schwanken die Emissionen von Person zu Person stark. Kein Wunder: Wer beispielsweise seine Ferien in Australien verbringt, belastet das Klima mit diesem einen Flug stärker als viele andere mit ihrem gesamten Konsum eines Jahres inklusive Mobilität und Heizen. Die vom WWF zusammengestellte Liste von Klimatipps zeigt, dass alle ihre persönliche Klimabelastung stark senken könnten (siehe Liste unten). Und das lohnt sich: «Auch wenn die einzelne Tat klein erscheint, wenn alle ihren Beitrag leisten, können wir den Klimawandel wirksam bremsen», sagt Christoph Meili, Ökobilanz-Beauftragter beim WWF Schweiz. Etwa die Hälfte der durch unseren Konsum verursachten CO2-Emissionen fallen in der Schweiz selbst an. Der Rest geht im Ausland in die Luft, wo Waren und Dienstleistungen für die Schweiz produziert werden. Die Schweizer Bevölkerung hat besonders grosses Klimaschutz-Potenzial, weil sie das Klima heute in vielen Bereichen besonders stark belastet. So fliegen wir im Durchschnitt doppelt so häufig wie Franzosen, Deutsche oder andere Nachbarn. Und in keinem anderen Land Europas hat besonders klimaschädliches Heizöl bei den Gebäudeheizungen einen so hohen Anteil wie in der Schweiz. Viele der erwähnten Klimatipps lohnen sich übrigens nicht nur ökologisch: Eine Wärmepumpe ist im Schnitt deutlich günstiger als eine Ölheizung, wenn die Betriebskosten mitgerechnet werden. Wer weniger Nahrungsmittel wegschmeisst, spart ebenfalls Geld und kommt in den Genuss eines guten Gewissens. Tipps fürs Klima 1. Ferien in der Schweiz oder im nahen Ausland anstatt am anderen Ende der Welt: 8 t CO2 weniger pro Reise 2. Von Ölheizung auf Wärmepumpe umstellen: 4 t CO2 weniger pro Jahr 3. 10 Tage Ferien auf dem Campingplatz in Südeuropa statt auf dem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer: 2.2 t CO2 weniger pro Reise 4. 20 km Arbeitsweg im Zug anstatt im Auto zurücklegen: 1.7 t CO2 weniger pro Jahr 5. 300 g Fleisch pro Woche statt 2kg pro Woche: 1 t CO2 weniger pro Jahr 6. 7000 km im Elektroauto mit Ökostrom statt im Benziner zurücklegen: 900 kg CO2 weniger pro Jahr 7. Alle gekauften Nahrungsmittel essen, anstatt einen Drittel wegzuwerfen: 600 kg CO2 weniger pro Jahr 8. Hahnenwasser anstatt jeden Tag 1 Liter Mineralwasser bzw. Süssgetränk trinken: 400 kg CO2 weniger pro Jahr



01.12.2015

Von der Müllkippe in den Flugzeugtank

Airlines verstärken ihre Bemühungen um die CO2-Reduzierung im Flugverkehr. Sprit aus Algen wird schon getestet. Jetzt will ein US-Unternehmen Kerosin aus Müll gewinnen. Der Airline-Verband IATA will in den nächsten fünf Jahren den Kreis quadrieren. Von 2020 an soll der globale Flugverkehr CO2-neutral wachsen. Außerdem will man bis 2050 die Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 2005 halbieren – und das bei jährlichen Zuwachsraten im internationalen Flugverkehr von rund fünf Prozent. Die deutschen Fluglinien haben sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis 2025 zehn Prozent ihres Treibstoffs aus alternativem Kerosin zu verwenden. Das Spektrum dieses Bio-Fuels ist sehr breit. Alaska Airlines setzt auf Holzabfälle, die japanische Fluglinie ANA verwendete auf den ersten transpazifischen Flügen mit zehnprozentigem Biomix-Anteil gebrauchtes Frittenfett und Altöl in Boeing-787-Dreamlinern. Auch fetthaltige Pflanzen werden als Biomasse für eine umweltfreundliche Lösung zur CO2-Reduzierung eingesetzt. Palmöl ist als Grundlage für alternatives Kerosin mittlerweile verpönt, sodass es nicht mehr als Biokerosin-Basis infrage kommt. 2014 hatte die Lufthansa auf Testflügen zwischen Frankfurt und Berlin einen zehnprozentigen Farnesan-Mix auf Zuckerrohrbasis eingesetzt. Auch das löste kontroverse Tank-Teller-Diskussionen aus, da die Anbauflächen für die Gewinnung von Farnesan meist dem Agrarsektor entzogen werden. Am Forschungszentrum Jülich sieht das Projekt Aufwind in einer anspruchslosen, schnell wachsenden Alge einen Lösungsansatz bei der Suche nach einer Kerosinalternative. Kooperationspartner in dem Projekt sind unter anderem Airbus, die Technische Universität München und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen. "Bei der Algennutzung wird eine Kombination von optimaler Alge, effizienter Technologie und intelligenten Produktionskonzepten zum schnellsten Durchbruch dieses Ansatzes führen", sagt Andreas Müller vom Projekt Aufwind. Sprit von der Müllkippe Die Alge und andere fetthaltige Pflanzen sind für die Forscher Biokerosin-Favoriten, weil sie fast komplett CO2-neutral sind: Sie geben im Labor kaum mehr Kohlendioxid ab, als sie während ihrer Wachstumsphase absorbiert haben. Müller und seine Kollegen arbeiten in Jülich an Konzepten, die über den Tellerrand der Mikrobiologen und über den Tag hinaus blicken: Neben der üblichen Nährlösung, teurem technischen CO2 und Sonnenlicht denkt man dort an die Nutzung von CO2 aus Fabriken und Abwasser aus landwirtschaftlicher Produktion, zum Beispiel aus Tomatenplantagen – ganzheitlicher geht es kaum. "Die Algennutzung bietet weitere spannende Vorteile", sagt Müller. So könnten die Produktionsanlagen später gleich am Meer oder in Hafennähe gebaut werden. Für großflächige Zuchtanlagen gibt es sogar Ideen für einen Algen-Wolkenkratzer: "Warum nicht einfach in die Höhe expandieren und die üblichen Labordimensionen locker um das Vielfache erweitern?", fragt der einfallsreiche Koordinator. Für Müller ist das Hauptproblem immer noch der Phasenwechsel vom überschaubaren Pilotprojekt zur Großserienproduktion. Die Forschung zur Verwertung der Alge als CO2-neutrales Biokerosin mache zwar rasante Fortschritte, doch große Mengen könnten noch nicht wirtschaftlich produziert werden. Als vollwertiger Kerosinersatz werde der Algensprit wohl erst in einigen Jahren verfügbar sein, sagt Müller. Zunächst müssten etwa die natürlichen Algen optimiert werden. Einen anderen Weg geht man in den USA. Dort beteiligt sich United Airlines jetzt mit 30 Millionen Dollar am kalifornischen Kerosinhersteller Fulcrum, um ab 2018 mindestens 340 Millionen Liter Biokerosin aus Müllresten für insgesamt 1,2 Milliarden Dollar zu kaufen. Auch Cathay Pacific hat mit Fulcrum einen Zehnjahresvertrag über 200 Millionen Dollar abgeschlossen, der von 2020 an die Belieferung mit Kerosin aus organischen Abfällen garantiert. Fulcrum will die auf städtischen Müllkippen vorhandenen Bioabfälle extrahieren, im bekannten Fischer-Tropsch-Verfahren verflüssigen und zu Sprit verarbeiten. In den USA betreibt Fulcrum schon eine Pilotanlage und baut jetzt in Nevada eine Raffinerie, die ab 2017 jährlich 200.000 Tonnen Abfälle in 40 Millionen Liter Biokerosin umwandeln soll.



01.12.2015

CO2-Ausstoß US-Repräsentantenhaus schießt Klimapläne in den Wind

Beim Klimagipfel COP21 in Paris stellt US-Präsident Obama klar: Sein Land soll eine Führungsrolle bei der Verringerung des Kohlendioxidausstoßes einnehmen. Das sehen die Abgeordneten in Washington anders. <> WashingtonDas Repräsentantenhaus hat die von Präsident Barack Obama verfügte Reduzierung der CO2-Emissionen von US-Kraftwerken blockiert. Thema: USA Angestellt im Umweltministerium Mutmaßliche Todesschützen von Kalifornien identifiziert Schießerei in Kalifornien Stunden der Angst in San Bernardino Waffen in den USA Obamas bitteres Ritual USA 355 Massenschießereien in 336 Tagen Dazu verabschiedeten die Abgeordneten am Dienstag zwei Resolutionen, mit denen die Klimaschutzregelungen für unwirksam erklärt werden. Der Republikaner Ed Whitfield sprach nach dem Votum von einer „Botschaft an die Klimakonferenz in Paris, dass es hier in Amerika ernsthaften Widerspruch zu den Maßnahmen dieses Präsidenten gibt.“ Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, sagte, Obama wolle zwar den Kohlendioxidausstoß senken, doch werde sein Vorhaben Jobs vernichten, Stromkosten erhöhen und die Verlässlichkeit der amerikanischen Energieversorgung untergraben. Der Akt hat eher symbolischen Charakter, weil der Präsident diese Entscheidung mit seinem Veto aushebeln kann. US-Außenminister John Kerry hatte jedoch auch bereits vor der Pariser Konferenz erklärt, eine Übereinkunft werde nicht den Charakter eines Vertrages haben. Ein Vertrag müsste vom US-Kongress ratifiziert werden. In beiden Kammern haben die Republikaner derzeit die Mehrheit. Beim Weltklimagipfel versuchen Obama und andere Staatenlenker, ein verbindliches Klimaschutzabkommen auszuhandeln.



30.10.2015

Abgasskandal erfasst Benzinmotoren

Einer VW-Liste zufolge weisen nunmehr 413.000 Autos des Modelljahrs 2016 kritische CO2-Werte auf. Betroffen sind mehr Modelle und Motoren als zunächst gedacht – auch viele Benziner.



10.09.2015

CO2-frei mobil – in der Mobilitätswoche 2015

Das Amt für Umwelt und Energie beteiligt sich dieses Jahr wieder an der Mobilitätswoche Basel Dreiland. Auf dem Programm stehen an drei Tagen drei unterschiedliche Angebote, mit denen die Vorteile der CO2-freien Stadtmobilität bekannt gemacht werden. E-Bikes ausprobieren E-Fahrzeuge sind leise, sie fahren CO2-frei und sind mit erneuerbarer Energie unterwegs, sofern sie auf Stadtgebiet betankt werden. Jede Benzinautofahrt, die durch eine Fahrt auf dem E-Bike ersetzt wird, reduziert den CO2-Ausstoss. Deshalb nutzt das AUE wie in früheren Jahren die Mobilitätswoche, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, selbst auf ein E-Bike zu sitzen und Erfahrungen zu sammeln – kostenlos, ohne jedes Verkaufsinteresse. Das Angebot «Energie am Feierabend» findet am Montag, 14. September 18.00 bis 20.00 Uhr, statt (Treffpunkt: De Wette-Strasse/Ecke Elisabethenstrasse. Die Schnupperfahrt, gemütlich (Tour A) oder eher sportlich (Tour B), erlaubt es, die Funktionalitäten und das Fahrgefühl auf dem E-Bike auszutesten. Zum Abschluss gibt es für alle ein Feierabendgetränk. Eine Zielgruppe des Angebots sind die Berufstätigen. Ein weiteres E-Bike-Schnupperangebot ist für Samstag, 19. September 10.00 bis 17.00 Uhr, geplant. «Gemütlich mit dem E-Bike durchs Dreiland» geht es ab Gundeli (10.00 Uhr ab Gartenstrasse 143, Wenger-2-rad) oder Dreispitz (10.30 Uhr ab Reinacherstrasse 1, Veo Bikes) quer durch die Stadt und über die Landesgrenzen hinaus mit einem abschliessenden Suppenplausch am offenen Feuer. Zum Start in die Rundfahrt gibt es eine kurze Instruktion zum sicheren E-Bike-Fahren, angeboten durch die Kantonspolizei. Cargo-Bikes – ideal für Kleintransporte Am Donnerstag 17. September, 18.00 bis 20.00 Uhr, gibt es eine Rundfahrt auf dem eigenen Velo zu KMU-Betrieben, die heute bereits Cargo-Bikes für regelmässige Fahrten zu Kunden einsetzen. In vielen Metropolen bewähren sich Lastenräder längst im alltäglichen Stadtverkehr. Basel hat diesbezüglich noch grosses Entwicklungspotenzial. Die KMU-Betriebe in Basel, die sich die zahlreichen Vorteile von Cargo-Bike-Fahrten zunutze machen, kennen die besten Argumente. 7 Tage – 60 Angebote Die Mobilitätswoche Basel Dreiland ist eine Aktionswoche zur Förderung der umweltfreundlichen Mobilität in Basel und Umgebeung. Sie findet vom 14. bis 20. September statt. Mit der diesjährigen Durchführung beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt zum vierten Mal zusammen mit über 2‘000 Städten an der Europäischen Mobilitätswoche, die dieses Jahr unter dem Motto „Choose. Change. Combine“ steht. Hinweise: Mehr zur Mobilitätswoche: www.mobilitaetswoche.bs.ch



08.07.2015

Was jeder über CO2 Einsparungen von Solaranlagen wissen sollte!

Gerade wurde ich gefragt wieviel Tonnen CO2 eigentlich durch Photovoltaik und Solarthermie eingespart werden. Gute Frage! Das sollte ich eigentlich aus dem Effeff wissen, tu ich aber nicht, deshalb nix wie ran an die Recherche. Viele verschiedene CO2 Werte verwirren – zu Recht Ohje… ich habs befürchtet… Google fragen und tausend Antworten bekommen… Das bin ich ja eh schon gewohnt, aber in diesem Fall ist es besonders schwierig, einmal steht da 0,7 kg CO2/kWh dann wieder 0,3 und dann werden den Maßeinheiten noch nichtmal einheitlich verwendet. Hui das kann ja heiter werden aber es ist ja auch nicht so einfach, weil das Gewicht der Einsparung vor allem davon abhängt ob ich mit der PV-Anlage nun eine Kohle- oder ein Gaskraftwerk ersetze und es demnach auch maßgeblich davon abhängt in welchem Land ich mich gerade befinde. Entscheidend bei solchen Recherchen sind für mich die Quellen und um das ganze zu veranschaulichen zeige ich die verschiedenen Ergebnisse im Vergleich. Co2 Einparung Photovoltaik - Vergleich von Deutschland, Österreich und Schweiz Technologie Land Co2 Einsparung in kg/kWh/Jahr Co2 Einsparung/m2/Jahr Quelle Photovoltaik Deutschland 0,7 kg/kWh 70-105 kg/m2 Photovoltaikforum Photovoltaik Deutschland 0,65 kg/kWh 65-100 kg/m2 Ökobilanz Photovoltaik-Infos Photovoltaik Österreich 0,38 kg/kWh 40-60 kg/m2 BMVIT-Studie (Ministerium) Photovoltaik Österreich 0,4 kg/kWh 40-60 kg/m2 Wiener Stadtwerke Photovoltaik Schweiz 0,25 kg/kWh 25-35 kg/m2 Aktion Solarstrom Photovoltaik Europäischer Strommix 0,59 kg/kWh 60-90 kg/m2 Swisssolar Solarthermie Deutschland 0,21 kg/kWh 85-125 kg/m2 BDH Solarthermie Deutschland 0,21 kg/kWh 85-125 kg/m2 BSW Solarthermie Österreich 0,23 kg/kWh 90-140 kg/m2 BMVIT Solarthermie Österreich 0,41 kg/kWh 160-240 kg/m2 Austria Solar Solarthermie Schweiz 0,37 kg/kWh 150-220 kg/m2 SwissSolar Also für mich ist das Bild nach der Recherche schon etwas klarer. Die unterschiedlichen Zahlen liegen gar nicht so sehr an den unterschiedlichen Quellen, sondern an den unterschiedlichen Ländern denen jeweils ein anderer Energiemix zugrunde liegt. Die genauen Werte ändern sich dazu natürlich jährlich, weil auch der Energiemix nie ganz gleich bleibt, außer im langsamen Österreich vielleicht … (sorry, der Seitenhieb musste sein). Je schmutziger der Strommix desto höher sind die CO2 Einsparungen Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Recherche, die zwar logisch ist, mir aber noch nie so bewusst war: Je sauberer der Strommix eines Landes, desto geringer sind die CO2 Einsparungen und natürlich vice versa. Ich finds auch interessant, dass SwissSolar deshalb vielleicht den europäischen Strommix bei ihren Vergleichen angibt, da der eigene – eben durch den hohen Anteil an Wass- und Atomkraft – mit 0,25 kg/kWh sehr gering ist und die Ergebnisse dann vielleicht etwas frustrierend sind. Bei der Solarthermie herrscht Uneinigkeit Während es bei der Photovoltaik zahlreiche Quellen gibt und man schließlich auf ein relativ einheitliches Bild innerhalb der Länderdaten kommt, herrscht nach meinem Gefühl bei der Solarthermie noch Kraut-und-Rüben-Politik. Interessanterweise sind die CO2-Werte zwischen Österreich und Deutschland ziemlich ähnlich, während es in der Schweiz starke Abweichungen gibt, vor allem auf den Seiten der Verbände. Ich nehme an, hier wurden einfach Öl-Äquivalente als Vergleich genommen und eben nicht der genaue Energiemix des Landes? Flächeneffizienz hängt von vielen Faktoren ab Nachdem die Werte von Photovoltaik und Solarthermie auf den ersten Blick, wenn man nur die Ersparnisse pro kWh heranzieht den Eindruck erwecken lassen, dass die PV im Bezug auf die CO2 Einsparung „besser“ ist, habe ich die Erträge pro m2 auch noch in die Berechnung mit einfließen lassen. Die Annahmen für Flächeneffizienz sind bei der Photovoltaik: 100-150 kWh/m2/Jahr und bei Solarthermie 400-600 kWh/m2/Jahr. Da es gerade bei der Thermie sehr starke Unterschiede bei der verwendeten Technologie gibt, habe ich bei beiden Technologien von-bis Werte angenommen. Diese Werte sollen auch nur gerundete Richtwerte sein und aufzeigen, dass beide Technologien verhältnismäßig gute Ergebnisse liefern können, je nachdem wo sie in welcher Form angewendet werden. Interessant ist zB. dass laut den offiziellen Zahlen in Deutschland sowohl PV als auch Solarthermie ungefähr 100 kg CO2 pro Quadratmeter und Jahr einsparen. Man kann also beruhigt beide Technologien verwenden. Wenn man jedoch die Berechnungen von Austria Solar kombiniert mit dem sauberen Strommix durchrechnet, sieht die Sache wieder anders aus. All diese Zahlen sind also immer mit Vorsicht zu genießen, damit nicht wie so oft Äpfel mit Birnen verglichen werden und ein noch verzerrteres Bild entsteht. Natürlich ist das hier wieder stark vereinfacht, aber nur so kriegt man auch nur annähernd einen Durchblick find ich. Falls ich irgendwo einen groben Fehler gemacht habe, bitte melden. Das war jetzt ein wahrer Kraftakt und es ist ziemlich spät geworden. Wer’s etwas einfacher machen will, es gibt auch schon online CO2 Rechner. Aber leider nur für PV und für Deutschland. Bild: flobox / photocase.com



05.06.2015

Beeindruckende Umweltbilanz der Klinik Löwenstein, 1.300 t CO2 vermieden Teilnahme am Projekt „KLIK-Klimamanager in Kliniken“ von BMG/BUND

Am 05.06.2015 wird in Erinnerung an die Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 05.06.1972 in Stockholm der „Internationale Tag der Umwelt“ ausgerufen rufen. Der Umwelttag steht dieses Jahr unter dem Motto „Gemeinsam ist es Klimaschutz“. Aus diesem Anlass informiert die SLK-Lungenklinik Löwenstein über ihre Klimabilanz des Jahres 2014. Durch den Einsatz von Photovoltaik, e Holzhackschnitzelheizwerk und konsequentem Rohstoffrecycling hat die Klinik im Jahr 2014 beeindruckende 1.300 t am Treibhausgas Co2 eingespart. Dazu Carsten Dürr, Geschäftsführer der Klinik Löwenstein: „Als Lungenfachklinik sehen wir uns in einer besonderen Verantwortung zum Schutz der Umwelt und des Klimas. Viele unserer Patienten leiden an umweltbedingten Lungenerkrankungen.“ Bereits seit 2003 ist auf einer Dachfläche von 1.760 m2 eine Photovoltaik-Anlage installiert. Diese wird über eine Bürgerbeteiligung durch den Verein „Umwelt und Gesundheit e.V.“ betrieben. Seit dem Beginn 2003 haben die 1.456 Photovoltaik-Module bereits über 2 Mio. kWh Strom erzeugt, der direkt in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Alleine hierdurch wurden bisher 533 t CO2 und 3 kg Nuklearabfall vermieden. In dem 2009 in Betrieb gegangenen Holzhackschnitzelheizwerk wird die Wärmeenergie zur Heizung und Dampfversorgung der Klinik durch nachwachsende Rohstoffe direkt aus der Region erzeugt. Hierdurch ergab sich 2014 eine jährliche Energieeinsparung von 4.700 MWh und eine Einsparung an CO2 Treibhausgasen on 1.225 t. Das Holzhackschnitzelheizwerk wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg als „Erfolgsbeispiel für Energieeffizienz im Gesundheitswesen“ aufgeführt. Durch konsequentes Rohstoffrecycling wurden nochmals 32 t CO2 vermieden. Dazu nochmals Carsten Dürr: „Auf den bisherigen Ergebnissen ruht sich die Klinik nicht aus: Die Klinik Löwenstein nimmt als eine von nur 50 Kliniken in Deutschland am Projekt „KLIK“ – Klimamanager im Krankenhaus von Bundesumweltministerium und BUND teil. Die teilnehmenden Krankenhäuser haben das Ziel, insgesamt weitere 50000 t CO2 jährlich zu vermeiden. Die Klinik Löwenstein stellt sich dieser großen Herausforderung“ so Dürr.



28.04.2015

Umweltschutz: Schlüssel für eine gute Zukunft

Der Schutz von Umwelt und Klima ist kein Hemmschuh, sondern – im Gegenteil – Voraussetzung für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Das sehen immer mehr Menschen in Deutschland so, wie die aktuelle „Umweltbewusstseinsstudie 2014“ des UBA zeigt. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie den Umwelt- und Klimaschutz für eine grundlegende Bedingung halten, um Zukunftsaufgaben wie die Globalisierung zu bewältigen. Besonders Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren (85 Prozent) sorgen sich darum, in welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkel wahrscheinlich später leben müssen. Ein großes Umwelt- und Gesundheitsproblem ist laut der Studie der Lärm: Zwei Drittel der Befragten fühlen sich durch Lärm mittelmäßig oder etwas, jeder Zehnte sogar stark oder äußerst stark gestört. Hauptursache ist der Straßenverkehr. Dazu passt, dass 82 Prozent dafür sind, Städte und Gemeinden so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Bei „grünen Produkten“ ist das Interesse an Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln besonders groß: Fast Dreiviertel der Befragten gaben an, immer oder sehr häufig nach der energieeffizienten Alternative zu greifen. In anderen Bereichen stimmt schlicht das Angebot noch nicht. Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung etwa gibt es bisher viel zu wenig Auswahl.



20.03.2015

Weltweite CO2-Konzentration überschreitet im März erstmals den Wert von 400ppm

n der Erdatmosphäre hat die Kohlendioxidkonzentration eine neue symbolische Höchstmarke erreicht. Erstmals haben im März die CO2-Konzentrationen weltweit die Marke von 400ppm (parts per million) übertroffen. Dies wurde gestern von der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung der USA bekanntgegeben. „Unsere Generation ist die letzte, die die Chance hat, die größten Risiken des Klimawandels abzuwenden und den globalen Temperaturanstieg unter 2 Grad zu halten. Das Überschreiten der 400ppm-Schwelle zeigt, dass die Zeit dafür knapp wird“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer bei Germanwatch. "Insbesondere aufgrund der massiv fallenden Kosten für Erneuerbare Energien sehen wir Anzeichen für eine globale Energiewende. Regierungen sollten diesen Trend stabilisieren und beschleunigen. Ein klares Signal des G7-Gipfels in Deutschland Anfang Juni für den Ausstieg aus fossilen Energien bis 2050 wäre die richtige Antwort."



03.02.2015

Saubere Technologie kann niedrigen CO2-Preis teilweise ausgleichen

Eine geschickte Förderung sauberer Technologien kann einen niedrigen CO2-Preis teilweise ausgleichen und damit helfen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten. Das zeigt eine neue Studie. Selbst wenn der Welt-Klimagipfel Ende des Jahres erfolgreich ist, führt dies im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich nicht zu einem hinreichend hohen CO2-Preis und entsprechend starken Emissionsminderungen. Ein neuartiges Politikpaket könnte aber den Einstieg in wirkungsvolle Klimapolitik ermöglichen: konkret durch einen zunächst niedrigen Mindestpreis für den Ausstoß von CO2, durch die Förderung erneuerbarer Energien, durch den Verzicht auf neue Kohlekraftwerke, sowie durch Demonstrationsanlagen zur Kohlenstoffabscheidung (CCS). Jedes einzelne dieser Werkzeuge wird bereits heute in manchen Ländern genutzt. Würden sie kombiniert und weltweit eingesetzt, könnte das den Weg für eine klimafreundliche Wirtschaft bereiten, die dann stärkere CO2-Minderungen nach 2030 möglich macht. „Der gängigen Wirtschaftstheorie zufolge brauchen wir einen weltweiten Preis für Treibhausgas-Emissionen, wenn wir die globale Erwärmung unter zwei Grad halten wollen, und dieser Preis müsste wahrscheinlich mehr als 30 US-Dollar pro Tonne CO2 betragen“, sagt Christoph Bertram vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Leit-Autor der Studie. „Dies scheint eher unrealistisch, wenn man sich die Bilanz der bisherigen Klimapolitik anschaut.“ Deshalb untersucht die neue Studie nicht optimale Politik, sondern zweitbeste Lösungen. „Zum ersten Mal können wir zeigen, dass bis 2030 ein eigentlich zu niedriger Preis für CO2 in Höhe von 7 US-Dollar den nötigen Umbau des Energiesystems anstoßen kann, wenn die Staaten der Welt zugleich ein technologiepolitisches Paket auf den Weg bringen.“ Förderung von Erneuerbaren, CCS, Verzicht auf neue Kohlekraftwerke Die Förderung neuer Technologien kann verschiedene Formen annehmen, von Einspeisetarifen bis hin zu Quoten oder Steuererleichterungen für sauberen Strom. Sie kann aber auch die direkte Förderung von Forschung und Entwicklung umfassen, einschließlich der Erprobung und des Ausbaus der Abscheidung und Einlagerung von CO2 (CCS, Carbon Capture and Storage). Strenge Grenzwerte für besonders umweltschädliche Technologien, etwa Braunkohle, könnten das ergänzen. Wenn die Politik sich darauf beschränkt, ausschließlich die erneuerbaren Energien auf den Markt zu bringen – so wie derzeit in Deutschland – wird weniger Gas genutzt, während die Nutzung von billiger aber schmutziger Kohle unverändert hoch bleibt oder sogar zunimmt. „Erfolgreiche Klimapolitik darf nicht nur auf die kurzfristige Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen schauen, sondern muss auch den langfristig notwendigen, tiefgreifenden Emissionsminderungen den Weg bereiten“, sagt Projektleiter und Ko-Autor Gunnar Luderer, ebenfalls vom PIK. „Kluge Technologiepolitik sollte unverzichtbare grüne Technologien in den Markt bringen und gleichzeitig vermeiden, dass zusätzliche emissionsintensive Infrastruktur aufgebaut wird.“ So treibt etwa ein Ausbau der Stromerzeugung mit Kohle nicht nur die heutigen Emissionen hoch, sondern macht wegen der langen Lebensdauer der Kraftwerke auch künftige Reduktionen schwieriger. Ein Verzicht auf neue Kohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidung, wie er derzeit in den USA umgesetzt wird, könnte deshalb ein wertvolles Element einer globalen Klimaschutzstrategie sein. Die Forscher nutzten Computersimulationen der globalen Energiewirtschaft. Solche Simulationen sind schon oft für die Analyse von auf CO2-Bepreisung basierenden Klimaschutzstrategien eingesetzt worden. Die vorliegende Studie ist jedoch die erste, in der die Wirksamkeit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Politikwerkzeuge verglichen wird, und in der die Wechselwirkung dieser Werkzeuge quantifiziert wird. Beispielsweise fanden die Forscher heraus, dass Technologiepolitik besser funktioniert, wenn sie mit einer CO2-Steuer statt mit einem auf einer Emissionsobergrenze basierenden Emissionshandelssystem kombiniert wird. Die Eintrittsschwelle für Klimapolitik senken „Es ist heute klar, dass viele Länder auf Technologiepolitik setzen. Technologiepolitik allein führt jedoch nicht zur Emissionsreduktion, sondern sie muß durch einen CO2-Preis ergänzt werden“, sagt Ko-Autor Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des PIK. „Ein hoher CO2-Preis wäre ökonomisch zwar effizienter, ist aber nur schwer durchsetzbar. Eine Technologiepolitik verbunden mit einem lediglich moderaten CO2-Preis führt zwar zu höhere Kosten, ist dafür aber leichter durchsetzbar. Deshalb kann ein solcher Mix von Politikinstrumenten den Einstieg in eine Klimapolitik erleichtern. Wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen wollen, ist es absolut entscheidend, dass wir umfassende und deutliche Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen bereits zwischen 2015 und 2020 ergreifen. Anderenfalls steigen sowohl die Risiken des Klimawandels als auch die Kosten des Klimaschutzes steil an.“ Artikel: Bertram, C., Luderer, G., Pietzcker, R., Schmid, E., Kriegler, E., Edenhofer, O. (2015): Complementing carbon prices with technology policies to keep climate targets within reach. Nature Climate Change (Advance Online Publication) [DOI:10.1038/NCLIMATE2514]



02.11.2014

Klimawandel schreitet voran – Folgen schon spürbar

Der Weltklimarat (IPCC) hat mit der Zusammenfassung seiner drei jüngsten Berichte zum schnellen Handeln im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Zugleich machte er Mut, dass die Erderwärmung mit weiteren Anstrengungen noch zu stoppen ist. «Wir wissen, dass wir die Emissionen drastisch reduzieren müssen», sagte IPCC-Chef Rajendra Pachauri bei der Vorstellung des Syntheseberichtes am Sonntag in Kopenhagen. «Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat gesprochen, jetzt geben wir den Stab an die politischen Entscheidungsträger weiter.» Zeitfenster schliesst sich «Wenn wir weitermachen wie bisher, werden uns die Möglichkeiten, den Temperaturanstieg zu begrenzen, in den nächsten Jahrzehnten entgleiten», mahnte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Es sei ein unbelegter «Mythos», dass der Kampf gegen den Klimawandel teuer sei. «Es gibt noch ein Zeitfenster von zwei bis drei Jahrzehnten, in dem der Klimawandel zu akzeptablen Kosten gebremst werden kann», erläuterte der IPCC-Autor Ottmar Edenhofer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. «Beginnt man erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, kann man nur noch wenig tun.» Seit September 2013 hatte das Gremium seinen 5. Weltklimareport in drei Teilen veröffentlicht. Zwar hatte dieser gezeigt, dass der Klimawandel mit Macht voranschreitet und der Mensch daran einen gewaltigen Anteil hat. Massnahmen nicht zu teuer Die Forscher stellten aber auch klar, dass der Temperaturanstieg mit globalem Einsatz noch gebremst werden kann. Nach den Berechnungen des IPCC würde das globale Wachstum von den Kosten zur Reduzierung der CO2-Emissionen nicht «stark betroffen». Selbst «ehrgeizige» Massnahmen würden demnach nur jährlich 0,06 Prozentpunkte des weltweiten Konsums im 21. Jahrhundert kosten, wobei mit einem jährlichen Wachstum zwischen 1,6 und drei Prozent gerechnet wird. Sollte dagegen nicht rasch etwas unternommen werden, würden die Kosten stark ansteigen, warnte der Weltklimarat. Über den genauen Wortlaut wichtiger Kernaussagen des 5. Klimaberichts, den UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und IPCC-Chef Rajendra Pachauri präsentierten, hatten Wissenschaftler und Regierungsvertreter seit Montag beraten. Vorbereitung für Paris Die drei einzelnen Teile hatte der Rat im September 2013 sowie im März und April 2014 vorgestellt. Die Veröffentlichung des Syntheseberichts erfolgte vor einem Treffen kommenden Monat in Lima, das den Weg zu einem neuen verbindlichen Klimaabkommen beim Gipfel in Paris nächstes Jahr ebnen soll. Nach dem Bericht sind sich die Forscher sehr sicher, dass der Mensch der dominierende Faktor für den Temperaturanstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist. Diese Erkenntnis in solcher Klarheit sei neu, sagte der stellvertretende IPCC-Chef Jean-Pascal van Ypersele der Nachrichtenagentur dpa. Die Folgen des Klimawandels sind heute in allen Teilen der Welt schon spürbar. WWF: «Relativ mageres Konstrukt» Der am Sonntag veröffentlichte Synthesis-Report selbst sei ein «relativ mageres Konstrukt», sagte WWF-Klimaexperte Stephan Singer dr Nachrichtenagentur dpa. Der komplette neue IPCC-Bericht habe aber im Vergleich zu dem von 2007 klargestellt: «Die Klimaveränderung passiert schneller und drastischer als projiziert war - und die Natur ist weniger widerstandsfähig, als man gedacht hat.» Neu am Report seien die Lösungen, die die Forscher aufgezeigt hätten, erklärte der deutsche Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. «Die erneuerbaren Energien sind inzwischen technisch so ausgereift und wirtschaftlich so konkurrenzfähig, dass sie fossile Energien und Atomkraft bis zur Mitte des Jahrhunderts schrittweise ersetzen können.» «Die Lösungen sind da, und sie sind nicht so teuer, wenn man international zusammenarbeitet», sagte van Ypersele vom IPCC. Der Papier gebe den Regierungen «eine Ausrede weniger, nicht mit mehr politischer Willenskraft zu handeln», erklärte der Belgier. «Lassen Sie uns hoffen, dass das hilft.»



03.08.2014

"Eigenverbrauch ist nicht unsolidarisch"

eit dem 1. August gilt das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz. Eigenverbraucher von Ökostrom müssen sich nun auch an der EEG-Umlage beteiligen: ab 2017 mit 40 Prozent. Niels-Sönnik Schnoor, Energieexperte der Verbraucherzentralen, hält die neue Regelung für widersinnig: Nach der Logik müsste auch jemand, der keinen Strom verbraucht oder Strom spart, EEG-Umlage zahlen. Die Bundesregierung wolle damit das Geschäftsmodell der großen Energiekonzerne am Leben erhalten. Teil 3 der klimaretter.info-Serie zum neuen EEG. Bildklimaretter.info: Herr Schnoor, was ändert sich mit dem neuen EEG für Eigenstromverbraucher? Niels-Sönnik Schnoor: Jeder, der sich eine neue Solaranlage bauen möchte, um den Strom selbst zu verbrauchen, muss in Zukunft EEG-Umlage zahlen. Das war bisher nicht so. Demnächst sind erst 30 Prozent fällig, später sogar 40. Was halten Sie davon? Das ist aus unserer Sicht vollkommen widersinnig, weil es den Zielen der Energiewende widerspricht, nämlich erneuerbaren Strom zu produzieren oder auszubauen und ihn dezentral zu verbrauchen. Es ist absurd, das nun zu bestrafen. Die EEG-Umlage ist ja dazu da, den EEG-vergüteten Strom zu bezahlen, den man in Anspruch nimmt – aber das machen Eigenstromverbraucher ja gar nicht. Sie produzieren ihren Strom ja selbst. Andersherum: 60 Prozent Abschlag bei der EEG-Umlage plus Befreiung bei Stromsteuer und Netzentgelten – ist das nicht ein verkraftbarer Beitrag für die Eigenstromverbraucher? In gewissem Umfang ist das zu schultern. Kleine Haushalte sind sowieso ausgenommen, wenn sie eine Anlage haben, die unter zehn Kilowatt liegt. Das bleibt auch so. Für alle anderen gilt: Der Vorteil am Eigenverbrauch ist ja, dass man die Differenz zwischen Einspeisevergütung und regulärem Strompreis spart – das sind ja mitunter 15 Cent pro Kilowattstunde. Wenn da jetzt diese zwei, drei Cent EEG-Umlage obendrauf kommen, dann ist das ja immer noch ein Riesenvorteil. Eigenstromverbrauch lohnt sich immer noch. Wo ist dann das Problem? Unter Umständen lohnt sich der Kauf der Anlage nicht mehr. Es kann sein, dass meine Wirtschaftlichkeitserwartungen an das Projekt nicht mehr erfüllt werden. Mittlerweile ist es ja so, dass sich Neuanlagen aufgrund der niedrigen Einspeisevergütung nur noch lohnen, wenn man einen Teil selbst verbraucht. Wegen der Zusatzbelastung kann der Vorteil des Eigenverbrauchs die niedrigere Einspeisevergütung in manchen Fällen nicht mehr ausgleichen. Würden Sie dennoch dazu raten, sich auch jetzt noch eine Photovoltaik-Anlage für den Eigenverbrauch aufs Dach bauen zu lassen? Wir erteilen keine Ratschläge, aber wir befürworten das, wenn sich Leute selbst versorgen – und auch die Möglichkeit dazu haben. Wir lehnen es ab, wenn ihnen Steine in den Weg gelegt werden, unter dem Vorwand, die Entsolidarisierung zu beenden. Die gibt es gar nicht. Wir haben mal ausgerechnet, was diese "Sonnensteuer" für andere Verbraucher an Entlastung bringt: Das sind gerade mal 44 Cent pro Jahr und Haushalt. Und zwar auf das Jahr 2018 bezogen, wenn der Eigenverbrauch deutlich angestiegen ist und die Belastung bei 40 Prozent liegt. Das klingt sehr wenig. Eine Studie der Energiewirtschaft schätzt den Anteil des Eigenverbrauchs am Bruttostromverbrauch auf zehn Prozent – und das für 2012, inzwischen dürfte er deutlich höher liegen. Das mag gut sein, aber das ist der gesamte Eigenverbrauch. Was wir kritisieren, ist die Belastung des Eigenstromverbrauchs für erneuerbare Energien. Der macht nur einen sehr geringen Teil aus, etwa 0,5 Prozent der Bruttowertschöpfung, das sind etwa zwei, drei Terawattstunden pro Jahr. Es gibt natürlich auch in der Industrie sehr viel Eigenverbrauch – aus Kraft-Wärme-Kopplung und konventionellen Energien. Zumindest bei konventionellem Eigenverbrauch ohne KWK ist es sinnvoll, diesen zu belasten, solange wir keine angemessene CO2-Steuer haben, die sicherstellt, dass weniger umweltschädliche Technologien eingesetzt werden. Ist es ein Fortschritt, dass in Zukunft nur noch Erneuerbaren- und KWK-Anlagen bevorzugt werden, aber nicht mehr die Eigenversorger, die sich nur aus fossilen Energien bedienen? Das finden wir gut. Aber bei Erneuerbaren hätten wir uns null Prozent Beteiligung gewünscht. Dass alles beim Alten geblieben wäre. Bild Eigenverbraucher profitieren von gesunkenen Modulpreisen – aber das gilt weltweit. (Foto: Nick Reimer) Aber die Eigenversorger sind ja weiterhin doppelt begünstigt: Sie sind neben der Stromsteuer auch von der Netzumlage befreit und profitieren außerdem von der Energiewende – etwa den heute billigeren Sonnenkollektoren. Das stimmt. Es ist aber schwer zu rechtfertigen, dass ein Eigenverbraucher weniger Netzentgelte zahlt, als jemand, der nicht auf Eigenverbrauch setzt – weil beide das Netz gleichermaßen in Anspruch nehmen. Die Netzkosten entstehen ja nicht aus der Strommenge, die ich aus dem Netz ziehe, sondern aus der Leistung. Insofern wäre ein leistungsbezogenes Entgelt sinnvoller als ein arbeitsbezogenes. Aber hier könnte schon bald etwas passieren. Und zur Technologieentwicklung? Die Eigenverbraucher profitieren davon, dass die Photovoltaik-Anlagen mittlerweile sehr günstig sind, das stimmt. Das ist das Argument der Bundesregierung. Andererseits: Die ganze Welt profitiert von der Technologieentwicklung. Überall hat man sinkende Modulkosten. Da wird ja auch keine EEG-Umlage gezahlt. Wir in Deutschland haben die Technologie mit zehn Milliarden Euro pro Jahr über viele Jahre gefördert und dafür gesorgt, dass sie so günstig ist. Wenn man dem Argument folgt, müsste man überall in der Welt die EEG-Umlage eintreiben. Das fände ich dann doch schwer umsetzbar. Was ist mit der psychologischen Ebene: Die Energiewende ist ein Gemeinschaftswerk. Wie soll man einem Mieter in Ostdeutschland erklären, dass er die EEG-Umlage zahlen muss, aber ein Hausbesitzer in Baden-Württemberg mit seinen Solarkollektoren auf dem Dach nicht, die sich Ersterer wiederum nicht leisten kann? Jemand, der gar keinen Strom verbraucht, zahlt ja auch keine EEG-Umlage. Und jemand, der weniger Strom verbraucht, zahlt weniger EEG-Umlage. Ist das gerecht? Wenn man eine EEG-Umlage für Eigenverbraucher einführt, müsste man konsequenterweise auch eine auf einen energieeffizienten Kühlschrank einführen, weil man dadurch EEG-Umlage spart und sich "entsolidarisiert" mit der Gemeinschaft. Bild Eigenverbraucher, die über der Bagatellgrenze liegen, müssen künftig auch EEG-Umlage zahlen. (Foto: Eva Mahnke) Damit will ich andeuten, wie absurd die Debatte ist. Wenn man die Energiewende als Gemeinschaftswerk betrachtet, müsste man sie über Steuern finanzieren, weil dann die Kosten einigermaßen gerecht verteilt wären: nach Leistungsfähigkeit. Jemand, der viel verdient, kann mehr für den Ausbau der Erneuerbaren zahlen als jemand, der wenig verdient. Und das würde auch das Problem mit dem Eigenverbrauch lösen. Die Ursache der Debatte war ja, dass immer mehr Unternehmen ausgeschert sind und sich mit Eigenstrom versorgt haben, um die EEG-Umlage nicht zahlen zu müssen. Ist dieser Missstand mit der Reform jetzt ausgeräumt? Zum Teil. Ein Problem bleibt: der Kraftwerkseigenverbrauch. Etwa dass Vattenfall die Förderung der Braunkohle als Eigenverbrauch deklariert. Hier wird ein riesiges Volumen an EEG-Umlage eingespart. Würde man das belasten, könnte man die übrigen Verbraucher entlasten – viel stärker, als die 44 Cent, die die "Sonnensteuer" gerade mal bringt. Also Politik für die Großen zulasten der Kleinen? Die Bundesregierung macht ein Zugeständnis an die großen Stromversorger, damit die ihr altes Geschäftsmodell künstlich am Leben erhalten können: Strom zu verkaufen. Die Versorger ärgern sich natürlich über die Eigenversorger, denn die kaufen ja nichts mehr. Da freut sich die konventionelle Energiewirtschaft sicherlich, dass die Bundesregierung die Entwicklung dieses Zukunftsmarkts ein Stück weit abwürgt



02.05.2014

Grosses Potenzial zur CO2-Reduktion beim Verkehr

hof. ? Der Verkehr ist das Sorgenkind der Schweizer Klimapolitik. Denn die vom Verkehr verursachten Treibhausgasemissionen steigen, statt zu sinken. Neben dem Sektor Gebäude sieht der Bundesrat beim Verkehr denn auch eines der grossen Potenziale, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies schreibt er in einem Bericht zu Kosten und Reduktionspotenzial von Treibhausgasen in der Schweiz , der von Nationalrat Bastien Girod (gp., Zürich) verlangt worden war. Die Schweiz muss von Gesetzes wegen bis 2020 die Emissionen mit inländischen Massnahmen um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 vermindern. Das sei zu schaffen, wenn die vorhandenen rechtlichen Instrumente mehrfach verschärft würden, meint die Regierung. Konkret heisst dies, dass die CO2-Zielvorgaben für neue Personenwagen, die CO2-Abgabe auf Brennstoffe sowie das Gebäudeprogramm in den kommenden Jahren aufgestockt werden müssen. Die Kosten pro reduzierter Tonne CO2 würden 2020 je nach Sektor 150 bis 320 Franken betragen. Der Bericht wagt einen Ausblick auf das Jahr 2050. Betreibt die Schweiz eine ambitionierte Klimapolitik, könnten die Emissionen bis Mitte Jahrhundert um 45 Prozent reduziert werden. Allerdings wäre eine Reduktion um 80 Prozent notwendig, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. In einem Szenario zeigt der Bundesrat auf, dass auch diese Vorgabe erreichbar wäre. Auf nationaler Ebene seien dazu aber Instrumente mit «hoher Eingriffstiefe» vonnöten. Die Rate der Gebäudesanierung müsste deutlich erhöht, die Elektromobilität stark ausgebaut sowie Treib- und Brennstoffe noch effizienter eingesetzt werden.



29.04.2014

Grüner Treibstoff: In Israel entsteht Sprit aus Wasser, Solarkraft und Co2

Elektroautos entwickeln sich sehr viel schneller, als von vielen Experten noch vor ein paar Jahren gedacht. Dennoch: Flugzeuge, Schiffe und auch Trucks werden in naher Zukunft nicht mit Strom betrieben werden können – dafür wären die Akkus schlicht zu schwer, ihre Reichweite zu gering. Deshalb suchen Startups und Unternehmen weltweit nach neuen Lösungen, um flüssige Kraftstoffe herzustellen. Aber nicht auf der Basis von Erdöl, sondern erneuerbaren Rohstoffen. Eines dieser Unternehmen ist das in Israel ansässige NewCo2Fuel. Ab Februar planen der Gründer, Professor Jacob Karni vom Weizmann Institute of Science in der Stadt Rehovot und der Chef Dudi Banitt, durchaus Spektakuläres: Aus Wasser, dem Klimagas Kohlendioxid und Sonnenwärme wollen sie Benzin, Diesel oder Kerosin herstellen. Die dafür nötigen Umwandlungsprozesse sind seit Jahrzehnten bekannt, ließen sich aber bisher nicht nutzen, weil dafür mehr Energie verbraucht wurde als später im Produkt steckt. Das fällt bei der Nutzung günstiger und quasi unendlich verfügbarer Solarenergie nicht länger ins Gewicht, glauben Karni und Banitt. Wissenschaftler in der spanisch-deutschen Solarforschungsanlage Plataforma Solar de Almeria, im israelischen Weizmann Institute of Science und in einem Solarkraftwerk im deutschen Jülich haben die Grundlage für eine drastische Reduzierung der Kosten geschaffen. Solarturmkraftwerk liefert Energie Denn die zur Spriterzeugung nötige Wärme und damit Energie wird im Konzept von Karni von einer Solarturmanlage erzeugt (siehe Aufmacherbild). Zahlreiche Spiegel, die der Sonne nachgeführt werden, konzentrieren die Infrarotstrahlen auf einen Receiver. Das ist eine Kammer an der Spitze eines Turms, die mit Keramikstücken gefüllt ist. Luft, die durch diese hindurch gepumpt wird, erhitzt sich auf bis zu 1200 Grad Celsius. Und so wird am Ende Sprit daraus: Die enorme Hitze im Solarturm spaltet in einem zweiten Schritt Wasser in Sauer- und Wasserstoff auf. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass das Kohlendioxid ein Sauerstoffatom verliert. Übrig bleiben Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Dieses Synthesegas wird in einer zweiten Anlage in flüssige Kraftstoffe umgewandelt oder direkt für chemische Prozesse genutzt. Das Besondere an dem Ansatz von NewCO2Fuel: Die Entwickler haben einen Reaktor gebaut, in dem gleichzeitig Wasser gespalten und das Synthesegas produziert wird. Dass dieser Reaktor funktioniert, haben sie bereits bewiesen – allerdings noch nicht mit solarer Wärme. Dieser Schritt steht jetzt an. Der Reaktor wird derzeit ins Weizmann Institute transportiert. Die dortige Solarturmanlage liefert die Energie. An dem 2011 gegründeten israelischen Unternehmen ist auch die australische Greenearth Energy beteiligt. Deren Chef Samuel Marks freut sich über die gewaltigen Fortschritte. Der aktuelle Reaktor arbeite 200 Mal effektiver als die zuvor betriebene Laboranlage. Die Kosten seien gleichzeitig um den Faktor 34 gesunken. Ob das schon für eine wirtschaftliche Produktion von Sprit reicht, verrät er nicht. Zutaten für den neuartigen Sprit gibt es genug Es ist allerdings unwahrscheinlich, denn die Investitionskosten für Solarturmanlagen sind immer noch sehr hoch, obwohl sie schon in den USA im ganz großen Maßstab gebaut werden. Der Reaktor könnte allerdings auch Energie aus Hohlspiegeln nutzen, die billiger sind, aber eine geringere Leistung haben. An Rohstoffen für die Spritproduktion aus Sonnenstrahlen wird es aber nicht fehlen. Wasser ist im Überfluss vorhanden, wenn auch regional unterschiedlich verteilt. Und für das Kohlendioxid sorgen die Menschen selbst. Bei Verbrennungsprozessen werden weltweit mehr als 30 Milliarden Tonnen pro Jahr freigesetzt. Man könnte es entweder aus der Luft ziehen und direkt aus den Kraftwerken abfangen. Dann fehlt nur noch die Sonnenstrahlung. An einem ganz ähnlichen Konzept, für den von manchen als 4. Generation der Biotreibstoffe bezeichneten Sprit, arbeitet auch das Startup Sunfire aus Dresden seit einigen Jahren. Auf die Ergebnisse der Tests werden nicht nur die Dresdner gespannt sein.



12.03.2014

Neue CO2-Grenze: Soviel knöpft Ihnen der Staat jetzt ab

Weil CO2 als klimaschädlich gilt, müssen auch die Autofahrer bluten. Wer künftig ein Auto mit weniger als 95 Gramm CO2-Ausstoß fährt, kann dafür sparen. Downsizing, Leichtbau, Hybrid-Antrieb, höhere Verdichtung – die Autohersteller tun einiges, damit ihre neusten Modelle sparsamer werden. Das wirkt sich für den Neuwagenkäufer nicht nur an der Tankstelle im Geldbeutel aus, sondern auch bei der Kfz-Steuer. Zum 1. Januar hat die Bundesregierung den steuerlichen CO2-Freibetrag gesenkt. Jetzt ein Modell zu kaufen, das unter der neuen Grenze liegt, kann sich lohnen. Seit diesem Jahr liegt die CO2-Grenze bei 95 g/km, emittiert das Auto weniger, muss der Halter keine CO2-Steuer zahlen. Das gilt für alle Fahrzeuge, die 2014 zum ersten Mal zugelassen werden, alle anderen bleiben in ihrem alten Tarif. Direkt zum Vergleich AutokrediteDie günstigsten Konditionen Der Staat langt immer zu Völlig steuerfrei ist das Fahrzeug trotzdem nicht, der Grundbetrag fällt bei Verbrennungsfahrzeugen immer an. Er berechnet sich nach dem Hubraum (in ccm), dieser wird durch 100 geteilt und bei Diesel mit 9,5 multipliziert, bei Benzinern mit zwei. Das Ergebnis ist der Grundbetrag pro Jahr in Euro. Hinzu kommt gegebenenfalls die CO2-Steuer. Für den Autofahrer bedeutet das: Emittiert sein Neuwagen mehr als 95 g CO2/km, ergibt sich der zu zahlende Betrag aus der Differenz zum Freibetrag, multipliziert mit zwei. Beim Porsche Panamera mit 228 kW/310 PS wären das beispielsweise (196 (CO2-Ausstoß)- 95 (Freibetrag))x2=202 Euro. Hat der Halter einen Neuwagen, der 95 g CO2/km und weniger emittiert, zum Beispiel der Porsche Panamera SE Hybrid (245 kW/333 PS, 71 g CO2/km), zahlt er ausschließlich den Grundbetrag und keine CO2-Steuer zusätzlich. Recommendations plista Anzeigen Diese 95-Gramm-Autos gibt es schon Kleinstwagen wie Fiat 500 (0.9 Twin Air, 92 g), Kia Rio (1.1 CRDi, 85 g), VW Polo (1.2 TDI Blue Motion, 87 g), Renault Captur (Energy dCi 90, 95 g). Aber auch in der Kompaktklasse gibt es einige Angebote wie Toyota Auris (1.8 VVT-i Hybrid, 84 g), Volvo V40 (D2, 88 g), Peugeot 308 (HDi FAP 92, 95 g), Skoda Octavia (1.6 TDI Green Line 85 g). Und auch in Mittel- und Oberklasse haben einige Hersteller hybridisierte Modelle im Programm, die unter der Freigrenze liegen. Hierbei sind mitunter Rechenkünste gefragt: Während Diesel-Fahrzeuge in der Grundsteuer teurer sind, können sie öfter beim CO2-Ausstoß punkten. Ein großer Benziner im Porsche Panamera kostet deutlich mehr Steuer als der Hybrid-Antrieb, allerdings ist letzterer in der Anschaffung erheblich teurer. In den unteren Klassen sind die Unterschiede zwischen Standard- und optimierter Variante nicht mehr ganz so groß: Der verbrauchsoptimierte Octavia 1.6 Green Line (81 kW/110 PS, 85 g) ist nur rund 900 Euro teurer als die vergleichbare 81 kW/110 PS starke Standard-Variante (99 g).



11.01.2014

Daimler will CO2-Klimaanlagen fertigen

Daimler will auf CO2-Klimaanlagen setzen. Quelle: dpaBild vergrößern Daimler will auf CO2-Klimaanlagen setzen. Quelle: dpa Autobauer müssen künftig ein umweltfreundlicheres Kältemittel in ihre Klimaanlagen füllen. Daimler hat Sicherheitsbedenken und tüftelt daher an CO2-Klimaanlagen. Im Streit um möglicherweise brandgefährliches Kältemittel für Auto-Klimaanlangen drückt Daimler aufs Tempo. Bereits in einigen Monaten will der Stuttgarter Autobauer die Komponenten für die alternativen CO2-Klimaanlagen produzieren lassen. „Wir werden Mitte des Jahres die Serienaufträge zur Fertigung der Baukästen an die Zulieferer erteilen“, sagte Daimler-Entwicklungschef Stefan Geyer der Nachrichtenagentur dpa. Zu Jahresbeginn war bekanntgeworden, dass Daimler bereits die dazu nötigen Kühlaggregate in einzelnen Autos testet. CO2-Klimaanlagen sind für Daimler wichtig, weil der Autobauer sich wegen Sicherheitsbedenken weigert, ein neues Kältemittel namens R1234yf zu verwenden. Die Stuttgarter hatten bei internen Tests festgestellt, dass sich bei der Chemikalie Feuer im Motorraum bilden kann. Die alte Substanz darf in der EU aber ab 2017 nicht mehr in Neuwagen eingesetzt werden. Die EU verbietet das alte Kühlmittel zu dem Zeitpunkt, weil es durch umweltfreundlichere Substanzen ersetzt werden soll. Bisher erfüllt jedoch nur R1234yf die Anforderungen. Mit den geplanten CO2-Klimaanlagen könnte das anders werden. Auch der Autobauer Volkswagen hat sich bereits dazu bekannt, künftig CO2 zur Kühlung seiner Autos einsetzen zu wollen. Daimler beteiligt sich zusammen mit den Wolfsburgern in einem Arbeitskreis beim Verband der Automobilindustrie (VDA), der die nötige Technik für die CO2-Klimaanlagen entwickeln soll. Nach VDA-Angaben sind daran auch BMW, Ford und Opel sowie zahlreiche Zulieferer beteiligt.



23.12.2013

Neuer Rekord: Ein Viertel des Stroms stammt 2013 von Wind, Sonne und Co.

Steigende Kohlverstromung und starke Zuwächse beim Export führen zum „Energiewende-Paradox“ steigender CO2-Emissionen. Die klimafreundlichen Gaskraftwerke sind Verlierer der Entwicklung. Im Jahr 2013 ist der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung erneut auf einen Rekordwert angewachsen: 24,7 Prozent des Stroms und damit jede vierte verbrauchte Kilowattstunde stammten von Wind-, Solar-, Wasser-, Biogas- und Erdwärmekraftwerken. Das ist ein Wachstum von 1,1 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. Haupttreiber waren Biogas- und Solarkraftwerke. Gestiegen sind auch der Export von Strom und die Stromproduktion in Kohlekraftwerken. Gas- und Kernkraftwerke haben hingegen weniger Strom geliefert als in den Vorjahren. Das ergab eine Auswertung von Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen durch Agora Energiewende. „Die Erneuerbaren Energien sind weiter auf gutem Weg“, sagt Patrick Graichen, designierter Direktor des von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragenen Denk- und Politiklabors. „Sorge bereitet allerdings, dass die Stromzeugung durch den zunehmenden Einsatz von Kohle klimaschädlicher geworden ist. Wir stehen derzeit vor einem ,Energiewende-Paradox‘“: Steigende Treibhausgasemissionen bei gleichzeitigem Ausbau der Erneuerbaren Energien. Diese Entwicklung war nur möglich, weil der Ausstoß von Treibhausgasen kaum etwas kostet. Der europäische Markt für Emissionsrechtezertifikate muss dringend repariert werden, um das zu ändern.“ Den Daten zufolge geht der Zuwachs beim klimaschädlichen Strom vor allem auf den Export zurück. Kohlekraftwerke produzierten 8,9 Terawattstunden mehr als 2012, gleichzeitig wuchs der Export um 9,9 Terawattstunden auf 33 Terawattstunden. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass der innerdeutsche Stromverbrauch leicht gesunken ist: Er verminderte sich um 10,7 Terawattstunden auf 596 Terawattstunden. Der Rückgang entspricht fast genau der verminderten Produktion von Gaskraftwerken, die aufgrund von äußerst geringen Preisen an der Strombörse kaum mehr wirtschaftlich arbeiten können. Infolge des gesunkenen Inlandverbrauchs bei gestiegenem Export blieb die Stromerzeugung mit 629 Terawattstunden (2012: 629,8 Kilowattstunden) konstant. Der Anteil der Kernenergie nimmt entsprechend dem Fahrplan zur Energiewende weiter ab. Die deutschen Kernkraftwerke speisten 2013 rund 43 Terawattstunden weniger Strom in die Netze ein als noch 2010. Rechnerisch wurde die wegfallende Strommenge aufgrund der Abschaltung der Kernkraftwerke nach dem GAU von Fukushima durch den Zuwachs bei den Erneuerbaren Energien ausgeglichen.



20.11.2013

Regierung soll Farbe bekennen

Thema: Heiderich will Windräder bremsen, HZ vom 15. November 2013 - Während in Warschau Delegierte aus aller Welt um eine Einigung zur Reduzierung der Treibhausgase ringen, während auf den Philippinen fast 4000 Menschen ihr Leben - und Millionen ihr Hab und Gut durch den Monster-Taifun Haiyan verloren haben, torpediert der Bundestagsabgeordnete Heiderich den Ausbau der Windenergie (HZ vom 15. November 2013). Und das nicht nur in einem der reichsten Länder der Welt (nach Bruttoinlandsprodukt), sondern auch in einem Land mit den absolut höchsten Kohlendioxid-Emissionen innerhalb Europas. Dabei bemüht Herr Heiderich viele der bekannten Argumente, die in letzter Zeit unter dem Einfluss der großen Stromkonzerne, die um ihre Vormachtstellung bangen, gegen den weiteren Ausbau der Windenergie ins Feld geführt werden und kommt zu dem Schluss, dass es kaum noch Bedarf für den Neubau von Windkraftanlagen gebe. Ist Herrn Heiderich bekannt, dass die Bundesregierung das Ziel hat, den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien von derzeit 23 Prozent bis zum Jahr 2020 auf mindestens 38 Prozent zu erhöhen? (Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energien von 2011.) Das bedeutet, dass allein in den nächsten acht Jahren so viel Kapazität an Solar- und Windenergieanlagen ausgebaut werden müsste, wie in den vergangenen zehn Jahren! Herr Heiderich sollte Farbe bekennen, ob er und seine Partei die oben genannten Mindestziele, die dem Klimaschutz und der Verantwortung für die nachfolgende Generation geschuldet sind, für falsch hält oder ob er einen Joker in der Tasche hat, eine Art Wunderwaffe der erneuerbaren Energien, mit der er die Ziele der Energiewende auch ohne neue Windenergieanlagen zu erreichen glaubt. Jörg Bennedik Kreisvorsitzender BUND Bad Hersfeld-Rotenburg



30.10.2013

Weiter Ringen um CO2-Grenzwerte für Autos

Brüssel (dpa) - Vertreter der EU-Staaten haben in Brüssel erneut über CO2-Grenzwerte für Autos gesprochen. Bei der Sitzung der EU-Botschafter der 28 EU-Länder wurde deutlich, dass das Thema weiter umstritten ist. Es geht um Grenzwerte für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid ab dem Jahr 2020. Deutschland fürchtet Nachteile für die heimische Autobranche mit ihren schweren Premium-Karossen. Italien und Frankreich forderten nach Angaben von Diplomaten, die europäischen Autobauer müssten gleich behandelt werden.



28.09.2013

CO2-Berechnungen für Transporte von und nach Frankreich

Ab dem 1. Oktober 2013 müssen Logistiker die CO2-Emissionen für kommerziell durchgeführte Personen- und Gütertransporte von und nach Frankreich ausweisen, so sieht es das französische Décret 2011-1336 zur „Information über die Menge der CO2-Emissionen einer Beförderungsleistung“ vor. Frankreich ist weltweit das erste Land, das eine solche Informationspflicht einfordert. Laut VerkehrsRundschau sei das Gesetz zwar für deutsche Unternehmer verpflichtend, aber nicht strafbewehrt – teilte das Magazin mit Bezug auf den Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) mit.



23.08.2013

Grüne Logistik

Das Thema Grüne Logistik ist in aller Munde. Doch gibt es bislang noch keinen Konsens darüber, was unter diesem Stichwort alles zu fassen ist. Hinter dem Schlagwort Grüne Logistik verbirgt sich längst mehr als ein Marketing-Gag. Nachhaltiges unternehmerisches Handeln ist mittlerweile ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Auch wenn sich mancher an dem Begriff stört – im Tenor herrscht dennoch Einigkeit, dass es Handlungsbedarf gibt. Die Themen der Grünen Logistik sind dabei überaus vielfältig und reichen von alternativen Antrieben über die Organisation von Warenströmen bis hin zum Bau von energieeffizienten Immobilien. Zumindest in Teilen liegt das Geld dabei buchstäblich auf der Straße: Mit Fahrerschulungen, dem Einsatz von Telematik sowie neuen Zugmaschinen lässt sich der Verbrauch senken. Auch der Einsatz von Dispositionslösungen geht in diese Richtung, sorgen sie doch für eine optimale Auslastung des Fuhrparks. Das schont die Umwelt und gleichzeitig den Geldbeutel des Unternehmers. Bisweilen entsteht daher der Eindruck, dass allein ein effizientes Wirtschaften per se grün ist. Insbesondere Wissenschaftler mahnen, dass eine derartige Sichtweise zu kurz gegriffen sei. Bei der Grünen Logistik gilt es – wie bei der Nachhaltigkeit – alle Dimensionen des Handelns zu erfassen. Das umfasst nicht nur ökologische und den ökonomische sondern auch soziale Aspekte. Es gilt also auch, die Mitarbeiter entsprechend zu motivieren und sich entsprechend einzubringen. Nicht zu vergessen sind auch die geänderten Rahmenbedingungen. Immer schärfere gesetzliche Vorgaben sowie Anforderungen bei Ausschreibungen der Verlader machen eines deutlich: Grüne Logistik wandelt sich zunehmend vom Wettbewerbsvorteil zum faktischen Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit.



15.07.2013

Industrie muss mehr für CO2-Emissionen zahlen

Die Industrie in Europa soll für Luftverschmutzung nach dem Willen des EU-Parlaments mehr zahlen. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg für eine zeitweise Verknappung der Zertifikate für den Ausstoß des Treibhausgases CO2. Dies soll den Preis nach oben treiben und so den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 (Kohlendioxid) verteuern. Die Reform braucht noch das Ja der EU-Staaten. Die Industrie in der EU muss Rechte für die Emission von CO2 vorlegen, die Unternehmen können damit untereinander handeln. Durch den niedrigen Preis von derzeit vier Euro pro Tonne Kohlendioxid fehlen Anreize für klimafreundliche Investitionen. Angepeilt hatte die EU-Kommission einst einen Zielwert von 30 Euro - doch unter anderem die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Jahre drückte Nachfrage und Preis. Deshalb will das Parlament nun der EU-Kommission erlauben, 900 Millionen CO2-Zertifikate zurückzuhalten (das sogenannte "Backloading"). Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2013 bis 2015 bringt die EU-Kommission insgesamt 3,5 Milliarden dieser Zertifikate auf den Markt. Die vorübergehend zurückgehaltenen CO2-Rechte sollen noch im laufenden Jahrzehnt freigegeben werden. Die Initiatorin des Reformvorhabens, Klimakommissarin Connie Hedegaard, war erleichtert. Das EU-Parlament mache mit seinem Votum deutlich, wie wichtig Investitionen in CO2-arme Technologien seien, sagte sie.



22.06.2013

Höchststand bei CO2-Gehalt in der Atmosphäre

Mit 400 ppm (Teilchen pro einer Million Teilchen) CO2 überschreitet der Anteil des Treibhausgases ein Niveau, das zuletzt im Zeitalter des Pliozän erreicht wurde. Damit steigen auch die Temperaturen - mit nicht kalkulierbaren Folgen. Information zum Datenschutz Soziale Netzwerke dauerhaft einschalten Wenn die Industrie- und Schwellenländer nicht bald damit anfangen, ihren Treibhausgasausstoß massiv zu senken, ist das Zwei-Grad-Ziel bald nur noch mit gewaltigen Kosten erreichbar. Wenn die globale Erwärmung zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau überschreitet, ist schwer kalkulierbar, wie sich das Klima weiter entwickelt. Das Risiko, nicht mehr stoppbare Prozesse, wie etwa eine beschleunigte Eisschmelze auf Grönland, auszulösen, steigt jedenfalls nach dieser Schwelle beträchtlich an. Mit den nun erstmals in einem Tagesmittel gemessenen 400 Teilchen pro einer Million Teilchen (ppm) Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt das Risiko über die zwei Grad hinauszuschießen weiter.



12.06.2013

Kohlendioxid-Anstieg könnte die Erde stärker verändern als gedacht

CO2, Klimaerwärmung, Klimawandel, Kohlendioxid, Treibhausgas Colourbox Wenn es nicht gelingt, den Treibhausgas-Ausstoß zu begrenzen, wird sich unser Planet radikal verändern Die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre erreicht neue Rekordwerte – und das in einem noch nie dagewesenen Tempo. Unseren Planeten könnte die Zunahme des Treibhausgases radikal verändern. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wird die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Erdatmosphäre den Wert von 400 Teilchen pro Million Luftteilchen (ppm) übersteigen. Darauf weist die Scripps Institution of Oceanography hin, die an der Universität Kalifornien in San Diego angesiedelt ist. Der neue Rekord dürfte zumindest auf der Nordhalbkugel, wo die meisten Emittenten sitzen, noch in diesem Monat erreicht werden. Am 1. Mai waren es 399,5 ppm. Auf ihrer Internetseite geben die Scripps-Forscher täglich die neuen CO2-Werte bekannt, die sie in ihrem Observatorium in 3400 Meter Höhe auf dem erloschenen Vulkan Mauna Loa auf Hawaii messen. Dieser Standort wurde ausgewählt, weil es dort sehr reine Luft gibt, die nicht mit CO2 aus nahen Quellen angereichert ist. Überdies hat sich das Gas auf dem Weg zu der entlegenen pazifischen Insel sehr gleichmäßig in den atmosphärischen Luftmassen verteilt, so dass sich die echte globale Konzentration dort recht sicher ermitteln lässt. Weitere Messstationen gibt es in Alaska, auf der Südseeinsel Tutuila und in der Antarktis. Kohlendioxid-Konzentration schwankt mit dem Jahreslauf Dargestellt wird der CO2-Anstieg in der „Keeling-Kurve“. Benannt ist sie nach dem Atmosphären- und Klimaforscher Charles David Keeling, der im März 1958 mit den Messungen begann. Zunächst rätselte er über ein seltsames Phänomen: Die Messwerte stiegen für einige Monate an, dann aber fielen sie. Später fand Keeling heraus, dass die CO2-Konzentration mit dem Jahreslauf schwankt, was der Kurve ein Sägezahn-Muster verlieh. Ursache ist die jahreszeitlich wechselnde Aufnahme und Abgabe des Gases durch die Vegetation. Zu Beginn der Messungen lag die Konzentration bei 316 ppm. Gegenüber dem vorindustriellen Wert von 280 ppm war sie also noch nicht sonderlich stark erhöht. In den vergangenen 800 000 Jahren wurden laut den Scripps-Experten 300 ppm niemals überschritten. Raschere Zunahme des Treibhausgases als je zuvor Mit der Industrialisierung der Welt stieg der Ausstoß des Treibhausgases aber rasant an, 2012 lag er nach Schätzungen des Weltklimarats IPCC durch die Verbrennung fossiler Kraftstoffe bei knapp 36 Milliarden Tonnen. „Ich wünsche, es wäre nicht wahr, aber es sieht so aus, als ob die Welt das 400-ppm-Niveau durchstoßen würde, ohne mit der Wimper zu zucken“, klagt der Scripps-Geochemiker Ralph Keeling, der die Kurve seit dem Tod seines Vaters im Jahr 2005 fortführt. „Geht es in diesem Tempo weiter, werden wir in ein paar Jahrzehnten 450 ppm erreichen.“ Es sei keine Periode der Erdgeschichte bekannt, in der die Zunahme des Treibhausgases schneller verlief.



09.06.2013

Wahlkampf: Grüne versprechen neue CO2-Steuer

Im Falle eines Wahlsiegs bei der Bundestagswahl wollen die Grünen den CO2-Ausstoß über eine neue Steuer massiv verteuern. So sollen die Klimaziele erreicht werden. Die Rechnung müssten die Stromkunden zahlen. Ihren XING-Kontakten zeigen Themen: Börse, Bundestagswahl, CO2, CO2-Steuer, CO2-Zertifikate, Energieversorger, Gaskraftwerke, Grüne, Klimapolitik, Stromkosten, Trittin, Wahl, Wahlkampf, Zertifikate Fraktions-Chef Trittin will nach der Bundestagwahl eine neue CO2-Steuer einführen. Damit sollen die CO2-Ziele für Deutschland erreicht werden. (Foto: Flickr/Bündnis 90/Die Grünen) Fraktions-Chef Trittin will nach der Bundestagwahl eine neue CO2-Steuer einführen. Damit sollen die CO2-Ziele für Deutschland erreicht werden. (Foto: Flickr/Bündnis 90/Die Grünen) Die Grünen legen den Entwurf für ein neues Klimaschutzgesetz vor. Darin schlagen sie eine neue CO2-Steuer vor. Diese Steuer soll immer dann eingefordert werden, wenn die CO2-Zertifikate billiger sind, als die Politik es vorsieht. Die Stromkosten in Deutschland würden nochmals deutlich teurer werden. Nach den Plänen der Grünen soll der Preis für den CO2-Ausstoß je Tonne im Jahr 2020 auf 20 Euro ansteigen, berichtet die FAZ. Heute werden entsprechende CO2-Zertifikate an der Börse zu Preisen von circa 4 Euro gehandelt. Doch aufgrund der billigen Zertifikate seien die herkömmlichen Energien nicht teuer genug, so die Grünen. Investitionen in die CO2-Reduzierung, etwa in Gaskraftwerke, lohnten sich nicht. Die Grünen schlagen daher vor, dass die Differenz zwischen dem Börsenpreis und dem politisch festgelegten CO2-Mindestpreis als Steuer bezahlt werden muss. Steuerpflichtig wären jene Anlagenbetreiber, die an der Börse Rechte zukaufen müssen, um CO2 ausstoßen zu dürfen. Dies sind vor allem die Energieversorger. Jürgen Trittin, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, sagte, dass Deutschland ohne zusätzliche Maßnahmen sein CO2-Ziel verfehlen werde. Der CO2-Ausstoß in Deutschland soll bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gesenkt werden, verglichen mit dem Stand von 1990. Im vergangenen Jahr war der CO2-Ausstoß in Deutschland wieder gestiegen. Der Entwurf der Grünen soll zeigen, welche Klimapolitik sie im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl durchsetzen wollen. Neben der CO2-Steuer gehören dazu auch die Verdoppelung des Ökostrom-Einsatzes bis 2020, schärfere Sparziele bei Strom und Wärme, 800 Millionen Euro jährlich für Stromsparförderung, 2 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung, schärfere Grenzwerte für Autos. Zudem sollen die CO2-Emissionen nach Plänen der Grünen massiv und verbindlich vermindert werden. So soll der CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent gesenkt werden, verglichen mit dem Stand von 1990. Und bis zum Jahr 2050 sogar um 95 Prozent. Ob der CO2-Ausstoß überhaupt irgendeinen Einfluss auf die Erderwärmung hat, bleibt allerdings umstritten. Die neue CO2-Steuer reiht sich ein in die Liste der Belastungen, die die Grünen den Bürgern nach der Wahl aufbürden wollen. So planen sie etwa auch höhere Abgaben auf Einkommen und Vermögen und höhere Belastungen für Krankenversicherte durch die Bürgerversicherung. Zudem sagen die Grünen, dass die deutschen Steuerzahler über eine europäische Einlagensicherung für alle Banken Europas haften sollen.



08.06.2012

Bahn verlängert Probe BahnCard 25 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien

Bis heute 15.000 Probe BahnCards 25 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien verkauft Verlängerung bis 31. Juli 25 Prozent Rabatt auf Normal- und Sparpreis (Berlin, 8. Juni 2012) Aufgrund der großen Nachfrage bietet die Deutsche Bahn (DB) die Probe BahnCard 25 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien bis zum 31. Juli an. "Wir freuen uns sehr, dass sich bis heute über 15.000 Kunden entschieden haben, CO2-frei zu reisen. Die Nachfrage übertrifft unsere Erwartungen und wir werden das große Interesse bei unseren Überlegungen zu nachhaltigen Angeboten selbstverständlich berücksichtigen", so Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr. Die Probe BahnCard 25 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien gewährt vier Monate lang 25 Prozent Rabatt auf den Normalpreis und die Sparpreise. Sie ist in allen DB Reisezentren und DB Agenturen und auf http://www.bahn.de/bahncardgruen erhältlich. Nach Ablauf der vier Monate geht sie in ein BahnCard 25-Abo mit 100 Prozent Ökostrom über, kann jedoch sechs Wochen vor Ablaufende gekündigt werden. Mit der Probe BahnCard 25 mit 100 Prozent Ökostrom bietet die Deutsche Bahn Privatkunden die Möglichkeit, CO2-frei zu reisen und die persönliche Klimabilanz weiter zu verbessern. Im Preis von 29 Euro sind vier Euro enthalten, welche die DB für den Einkauf von Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen verwendet, der zusätzlich in das Bahnstromnetz eingespeist wird. Inbegriffen ist außerdem der Neuanlagenbonus, ein Beitrag für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Mit dem Kauf der BahnCard 25 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, konnten die Kunden der DB ihre persönliche Klimabilanzen insgesamt um rund 560 Tonnen CO2 verbessern. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 3,4 Millionen Kilometern mit dem Pkw. Herausgeber: Deutsche Bahn AG Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland Verantwortlich für den Inhalt: Leiter Kommunikation Oliver Schumacher



21.05.2012

Seegraswiesen setzen große Mengen CO2 frei

Die Seegraswiesen der Meere und Ozeane speichern riesige Mengen Kohlenstoff. Die Erderwärmung setzt den Meerespflanzen jedoch zu - Millionen Tonnen Kohlendioxid gelangen so jedes Jahr in die Atmosphäre. Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i. Info Beim Wachsen nehmen Seegraswiesen Kohlendioxid auf. Laut einer Studie aus dem Jahr 2005 speichern sie etwa 27 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr und damit etwas mehr als die gesamten Mangrovenwälder der Erde. Viel davon wird letztendlich im stetig dicker werdenden Boden gespeichert. Das Seegras bindet daher 10 bis 20 Prozent des Kohlendioxids, das derzeit von den Ozeanen aufgenommen wird. Die Erderwärmung und die im Meer fließenden Schwebstoffe lassen die Seegraswiesen derzeit jedoch schrumpfen, so dass sie das Treibhausgas wieder freisetzen. Insbesondere das Seegras im Mittelmeer - dessen Wasser sich vergleichsweise schnell erwärmt - geht zurück. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es nahezu verschwunden sein, berichten Wissenschaftler vom spanischen Mittelmeer-Forschungsinstitut Imedea auf Mallorca. Im Mittelmeer wächst vor allem die relativ große Art namens Neptungras (Posidonia oceanica). "Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass der Anstieg der jährlichen Maximaltemperaturen im Mittelmeer die Sterberate des Seegrases schon erhöht hat", schreiben Gabriel Jordà und seine Kollegen im Fachjournal "Nature Climate Change". Nach ihren Berechnungen wird das Neptungras im westlichen Mittelmeer bis 2049 soweit zurückgehen, dass es seine ökologische Funktion als Heimat und Nahrungslieferant für Krebse, Fische, Meeresschildkröten und weitere Tiere nicht mehr erfüllen könne. Dabei nutzten die Forscher für ihre Berechnungen nur ein sehr moderates Vorhersagemodell des Weltklimarates, das von einem relativ leichten Anstieg der Treibhausgase ausgeht. Das Neptungras passe sich aus verschiedenen Gründen nur sehr langsam an neue Umweltbedingungen an. Es könne bis zu 50 Jahre und damit recht alt werden. Zudem sei es mit nur einem Zentimeter pro Jahr eine der am langsamsten wachsenden Pflanzen weltweit und reagiere daher besonders empfindlich auf Störungen. Seegrasfläche fast zweimal so groß wie Deutschland Durch den Eintrag von Bodensedimenten und anderen menschlichen Einflüssen sei das Seegras schon vor dem Jahr 2000 zurückgegangen, als die Wassertemperatur noch nicht 25,7 Grad überschritten habe und kein wärmebedingtes Absterben registriert worden sei. Die Erwärmung schade jedoch stärker. Die Neptungraswiesen im Mittelmeer sind nach Angaben von James Fourqurean und Kollegen von der Florida International University auch aufgrund der Länge der Pflanzen die größten Kohlenstoffspeicher unter den weltweiten Seegrasflächen. Alle zusammen bedecken Meeresböden von der ein- bis zur fast zweifachen Größe Deutschlands, wie das Team im Journal "Nature Geoscience" mit Verweis auf frühere Schätzungen schreibt. Die Forscher zählen sie zu den produktivsten Ökosystemen der Welt. ANZEIGE In dem Gras und im zugehörigen Meeresboden seien weltweit je nach Berechnungsgrundlage 4 bis 20 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die höhere Zahl stützt sich auf 41 besonders gut untersuchte Seegraswiesen, die das Team verteilt über die Erde ausgewählt hat - von Australien über das westliche Mittelmeer bis nach Nordamerika. Knapp 30 Prozent der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannten Seegrasflächen seien jedoch bereits verschwunden und oftmals sandigem oder kargem Meeresgrund gewichen, schreibt das Team um Fourqurean nun. Das liege nicht nur am Klimawandel, sondern auch am Ausschwämmen von Wald- und Feldböden, was die Wasserqualität im Meer vermindere. Dadurch sei die Aufnahmefähigkeit der Seegraswiesen für Kohlendioxid schon gesunken. Derzeit schrumpfe die Seegrasfläche um 1,5 Prozent pro Jahr. Damit werden nach Berechnungen der Forscher 11 bis 23 Millionen Tonnen Kohlenstoff allein durch das Absterben der Pflanzen wieder frei. Rechne man den Bodenverlust hinzu, könnten es 63 bis 300 Millionen Tonnen sein. Damit verursache der Seegrasschwund möglicherweise zehn Prozent des Kohlendioxids, das derzeit durch Waldvernichtung und Landumwandlung entstehe. hda/dpa



24.04.2012

Grüne Probe-Bahncard 25 kommt

Mit der neuen Probe-Bahncard 25 mit 100 Prozent Ökostrom erweitert die Deutsche Bahn ihr Angebot für Privatkunden, CO2-frei zu reisen. Die neue grüne Probe-Bahncard 25 ist vom 16. April bis 30. Juni 2012 für die 2. Klasse zum Preis von 29 Euro erhältlich. Darin enthalten sind vier Euro, die für den Einkauf von Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen verwendet werden sollen, der zusätzlich in das Bahnstromnetz eingespeist wird. Inbegriffen ist außerdem der Neuanlagenbonus, ein Beitrag für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. "Unabhängig davon, dass Bahnfahren heute schon sehr umwelt- und klimafreundlich ist, wollen wir mit diesem Angebot einen zusätzlichen Beitrag für die Umwelt leisten", so Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der DB. Die neue Probe-Bahncard 25 gewährt vier Monate lang 25 Prozent Rabatt auf den Normalpreis und die Sparpreise. Sie ist in den DB Reisezentren, den DB Agenturen und online erhältlich. Nach Ablauf der vier Monate geht sie in ein Bahncard 25-Abo mit 100 Prozent Ökostrom über. Wer dies nicht möchte, kann sechs Wochen vor Ablaufende kündigen. Der Anteil des Ökostroms im Strommix der Bahn lag zuletzt bei knapp 22 Prozent. Bis 2020 sollen es mindestens 35 Prozent sein, 2050 soll der Schienenverkehr völlig CO2-frei rollen.



19.03.2012

»RWE ist heute schon größte CO2-Schleuder Europas«

Waldbesetzung im Hambacher Forst bei Köln: Protest gegen Abholzung und Braunkohleförderung. >br< Gespräch mit Matze Fahrer Interview: Gitta Düperthal Matze Fahrer, 23, ist Umweltaktivist und seit Sonntag dabei, das Waldcamp im Hambacher Forst mit aufzubauen Im Hambacher Forst bei Köln gab es am Wochenende zuerst ein Fest mit 200 Umweltschützern und Anwohnern – dann eine Waldbesetzung. Was ist da im Busch? Der Stromkonzern RWE will den Wald abholzen, um einen Braunkohle-Tagebau zu erweitern. Wenige hundert Meter von dem Platz entfernt, an dem wir das Besetzer-Camp aufbauen, gibt es bereits einen Tagebau. Das RWE hatte in diesem Jahr schon mit dem Abholzen begonnen, doch wegen der soeben begonnenen Vegetationsperiode dürfen bis zum Herbst erst einmal keine Bäume mehr gefällt werden. Wir wollen, daß das auch danach so bleibt. Unsere Aktion begann am Samstag mit einem Umweltfest, zu dem die Jugend des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Robin Wood, ATTAC und die Initiative »ausgeCO2hlt« eingeladen hatten. Der Kölner Liedermacher Klaus der Geiger trat auf, David Rovics aus den USA bot Anarchosongs, es spielte auch eine Sambagruppe. Nach diesem tollen Auftakt begannen wir, Plattformen in den Bäumen zu bauen und das Camp einzurichten. Die Sambagruppe hat übrigens spontan entschlossen eine Baumpatenschaft übernommen. Was bedeutet eine solche Patenschaft? Verschiedene Projekte haben eine Patenschaft für einen Baum übernommen, unter anderem die Parkschützer von Stuttgart 21 und das besetzte Haus aus Freiburg, Gartenstraße 19. Im Idealfall bedeutet es, daß dieses Projekt sich damit bereit erklärt, viele Menschen anzusprechen, um diesen Baum zu schützen oder ihn gleich mit einer Plattform besetzen. Wie viele Waldbesetzer sind nach dem Fest geblieben? Schätzungsweise rund 60, sie haben erst einmal gezeltet. Jetzt machen wir es uns schon in drei Bäumen auf den Plattformen gemütlich: Wir schaffen Decken, Isomatten, Getränke, Süßigkeiten und Kartenspiele rauf. Widerstand soll ja auch Spaß machen. Unten im Camp bauen wir eine Küche mit Kochecke und Spüle sowie Kompost-Toiletten. Wie lange wollen Sie durchhalten? Bis zum Herbst und auch danach, um uns gegen eine weitere Rodung zu wehren. Jahrhunderte alte Eichen- und Buchenbestände sind genau so gefährdet wie mehrere streng geschützte Specht- und Fledermausarten, wie etwa die vom Aussterben bedrohte Bechsteinfledermaus. Rund 130 weiteren artenschutzrechtlich bedeutsamen Spezien dort wird es mit dem weiteren Ausbau der Braunkohle an den Kragen gehen.



01.03.2012

Neue Studie stellt Klimaschutzziele in Frage

Washington (dpa) - US-Forscher haben mit neuesten Berechnungen zur weltweiten Eisschmelze bisher gültige Klimaschutzziele in Frage gestellt. Der am Mittwoch veröffentlichten Studie der University of Colorado zufolge werden im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein. Neue Studie stellt Klimaschutzziele in Frage: Washington (dpa) - US-Forscher haben mit neuesten Berechnungen zur weltweiten Eisschmelze bisher gültige Klimaschutzziele in Frage gestellt. Der am Mittwoch veröffentlichten Studie der University of Colorado zufolge werden im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein. Vergrößern Neue Studie stellt Klimaschutzziele in Frage | Bild: © ad-hoc-news Durch einen damit zusammenhängenden biologischen Prozess würden zusätzlich zwischen 130 und 250 Milliarden Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre gelangen. Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde. Die internationalen Klimaziele müssten an die neuesten Erkenntnisse angepasst werden. «Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen», sagte der für die Studie verantwortliche Professor Kevin Schaefer. Bei Permafrostböden handelt es sich um Flächen, die ganzjährig gefroren sind. Pflanzliches Material, das seit der Eiszeit in der Eisschicht eingeschlossen war, zerfällt bei der Schmelze und setzt CO2 frei. Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gängigen Annahmen zufolge im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius aus.



24.02.2012

„Klima-Katastrophe“: Ozeanologe Mojib Latif warb für Umdenken

Ganz neue Wege gehen und innovativ umdenken – nur darin sieht Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereskunde an der Universität Kiel die Antwort auf den Klimawandel. Im Rahmen des Sparkassenforums 2011 referierte der Ozeanologe und Meteorologe im voll besetzten Forum.
Für ein umfassendes Umdenken plädierte Professor Mojib Latif, um das Energieproblem in den Griff zu bekommen und die Auswirkungen auf das Klima abzufangen.Einige Zuhörer nutzten die Gelegenheit, eine handsignierte Fassung des aktuellen Latif-Buchs zu bekommen, in dem er fragt: „Bringen wir das Klima aus dem Takt? „Wäre das Klima eine Bank, wäre es schon längst gerettet worden – ein Zitat von Professor Mojib Latif, etwa zehn Minuten alt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Melle, Frank Finkmann, in seiner Begrüßung. Er sei sogar ein bisschen stolz, dass es geklappt habe, den Experten für einen Vortrag zu gewinnen. Schon das Zitat legt nahe: Latif sieht das Klima in Gefahr. Seinen wissenschaftlichen Blick auf die Problematik fasst er jedoch weiter: Ihm gehe es um ein Nachhaltigkeits- und Energieproblem, das an verschiedenen Stellen deutlich wird. Der Klimawandel sei für ihn nur ein Symptom. Die Klimadiskussion spaltet Experten wie auch Laien in der öffentlichen Diskussion. Das machte Latif anhand von zwei Medienbeispielen deutlich. Mit der übertriebenen Illustration des zur Hälfte im Meerwasser stehenden Kölner Doms betitelte der Spiegel bereits 1986 das Thema der „Klima-Katstrophe“. Der Stern hingegen hinterfragte 2005: „Alles Panikmache?“ – aus Anlass eines Romans von Michael Crichton, der die Klimakatastrophe sogar völlig infrage stellt. Latif sieht die Wahrheit dazwischen, wirbt dafür, sich auf den wissenschaftlichen Konsens zu besinnen. Der Vortrag des Meteorologen beinhaltete einen Schnelldurchlauf durch die Erkenntnisse, die bisweilen sogar bereits Ende des 19. Jahrhunderts erforscht wurden. 1896 stellte der Wissenschaftler Svante Arrhenius einen Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt in der Luft und der Bodentemperatur fest. Heute wissen die Forscher: Immer gab es in den letzten Hunderttausenden Jahren Schwankungen, immer folgte die Temperatur träge, aber sicher dem CO2-Gehalt. Und: Auf das heutige Rekordniveau war der CO2-Gehalt in dieser immens langen Zeit nie angestiegen. Die ersten Folgen seien wissenschaftlich belegt: Die Eisfläche auf dem Nordpol sei bereits um 30 Prozent zurückgegangen. Während das Abschmelzen „schwimmender“ Eisflächen – wie beim Eiswürfel im Glas – keine Auswirkungen auf den Meeresspiegel habe, liege das Problem in den Gletschern auf dem Fest land. Ein Anstieg des Wassers träfe vor allem auch Länder, die den Klimawandel am wenigsten mitverursacht hätten. Überhaupt sprach sich Latif für mehr Fairness in der Klimadiskussion aus. Beim Vergleich der CO2-verursachenden Länder werde oftmals die „graue Emission“ vernachlässigt. Darunter wird der CO2-Ausstoß in Ländern verstanden, in die die Industrienationen ihre eigene Güterproduktion verlagert haben und somit Mit verursacher der Emission sind. Lösungen für den Klimawandel sieht Mojib Latif natürlich zunächst in individuellen Verhaltensweisen: Seine Aussage: „Wir brauchen ein neues Wertesystem. Auch wenn ich jetzt einigen auf den Schlips trete: Ein Geländewagen ist kein Wert“ quittierte das Publikum mit Applaus. In der Politik hingegen müsse das „Koordinatensystem neu ausgerichtet werden“ – eine Veränderung schaffe man jedoch keinesfalls alleine national und wenn, dann nur mit langfristig ausgerichteter Politik.



30.01.2012

Palmöl-Biodiesel schadet Klima am meisten Experte: EU schürt CO2-Freisetzung in Tropenregionen

Palmöl-Plantage: verheerende Klimabilanz
Bogor/Wien - Biodiesel aus den Ölpflanzen Palmöl, Jatropha und Soja schadet dem Klima mehr als fossile Treibstoffe. Diese Anklage, die bereits seit einigen Jahren besteht, haben nun Forscher durch Analysen von zwölf Betrieben in sechs Entwicklungsländern in Zahlen gefasst. "Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wir vieles von dem, was wir bisher im Namen des Klimaschutzes betrieben haben, einstellen müssen", sagt Louis Verchot vom Center for International Forestry Research http://cifor.org .
Palmöl erst im Jahr 2200 rentabel
Bei der Verbrennung setzt Biodiesel um 40 bis 75 Prozent weniger CO2 frei als klassischer Diesel. Eine Betrachtung des freikommenden Kohlenstoffs über den gesamten Lebenszyklus - also inklusive der Produktion der Pflanzen - verdirbt jedoch oft die Rechnung, verdeutlicht die in der Zeitschrift "Ecology and Society" veröffentlichte Studie. "Biosprit ist nicht grundsätzlich schlecht, doch gibt es die nötigen Voraussetzungen für eine nachhaltige Produktion weitaus seltener als die meisten Menschen annehmen", so der Studienleiter.
In Indonesien etwa werden für Palmöl zunehmend Tiefmoorwälder abgeholzt und abgebrannt - bis 2020 laut Schätzungen in einer Fläche der Größe Westdeutschlands (2,5 Mio. Hektar). Tiefmoor speichert mehr Kohlenstoff als der Regenwald. Bei seiner Zerstörung kommen 200 bis 300 Tonnen CO2 pro Hektar frei, zusätzlich noch jährlich zehn Tonnen für die Trockenlegung und Zersetzung. "Erst nach 200 Jahren Biodiesel-Produktion aus Palmöl ist die Kohlenstoff-Schuld abbezahlt", betont Verchot.
Auch Jatropha und Soja fallen durch
Doch auch die Biodiesel-Pflanze Jatropha, die in Ghana, Sambia und Tansania untersucht wurde, schneidet vernichtend schlecht ab. Hier beträgt die CO2-Schuld je nach Anbaugebiet 100 bis 300 Jahre, zudem ist dieser Öllieferant ertragsärmer als die Ölpalme. Als etwas weniger schädlich zeigte sich im Vergleich Biodiesel aus Sojabohnen des Graslandes im brasilianischen Matto Grosso, was auf die geringe vorhandene Biomasse zurückgehen dürfte.
Dabei wurden jedoch soziale Aspekte in der Untersuchung noch nicht berücksichtigt. Land, das für den Anbau von Nahrungsmitteln geeignet ist und noch nicht genutzt wird, ist auf dem Planeten äußerst knapp. Großflächige Pflanzungen für Biotreibstoffe vertreiben in vielen Regionen die kleinen Landbesitzer, die teils keine Landtitel haben, was oft zu Konflikten führt. Ein Beispiel dafür liefert das Zuckerrohr-Ethanol aus Kolumbien (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20100127112 ).
EU trägt Mitschuld
"Zwar hat Biodiesel aus Palmöl, Jatropha und Soja seinen Ruf heute verspielt, die Produktion wird jedoch in Zeiten steigender Ölpreise und hohem Bedarf an pflanzlichen Ölen immer noch ausgeweitet", betont Jurrien Westerhof, Energieexperte bei Greenpeace http://greenpeace.org , auf pressetext-Anfrage. Mitschuld daran trägt auch Europa - verfolgt die EU doch das Ziel, bis 2020 ein Zehntel der Transporttreibstoffe aus ökologischen Quellen zu beziehen. Ein Teil des deutschen Biodiesels fällt auch heute auf Palmöl-Importe (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110721022 ). Aktualisierung (27.1., 12:40 Uhr): Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie betont, dass der Palmöl-Anteil des Biodiesels an deutschen Tankstellen gering sei. "Der in Deutschland produzierte Biodiesel ist zu über 90 Prozent aus Raps hergestellt. In Deutschland wird genug Biodiesel für die Deckung des inländischen Bedarfs produziert. Mineralölhändler können natürlich auch Biodiesel von ausländischen Herstellern beziehen, ebenso wie deutscher Biodiesel ins Ausland exportiert werden kann", so Verbandssprecher Wolf-Dietrich Kindt gegenüber pressetext. Originalstudien unter http://www.ecologyandsociety.org/issues/view.php?sf=68



06.01.2012

Wieso helfen Bäume dem Klima?

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal will Roland Klein aus Regensburg wissen: „Wieso ist das Pflanzen von Bäumen zum Ausgleich für ausgestoßenes CO2 ein Beitrag zum Klimaschutz? Bei der Verrottung oder Verbrennung wird doch wieder die gleiche Menge CO2 frei, die vorher gebunden wurde." Christine Moser und David Walmsley von der Universität Lüneburg antworten ihm. Um herauszufinden, welche Pflanzen sich wie auf den CO2-Gehalt der Atmosphäre auswirken, muss man die langfristige Kohlenstoffbilanz des pflanzlichen Ökosystems betrachten – die so genannte Netto-Biome-Produktion. Eine solche Bilanzierung umfasst möglichst alle Ein- und Austräge von Kohlenstoff und somit auch die Kohlenstoffemissionen durch Verbrennung oder Verrottung der Biomasse. Die Netto-Biome-Produktion von Wäldern ist im Allgemeinen höher als die von Gras- und Ackerland. Der Hauptgrund hierfür ist der Grad der Verholzung der Biomasse: Je höher der Verholzungsgrad, desto stabiler ist die abgestorbene Biomasse. Je stabiler die Biomasse, desto schwerer abbaubar ist sie für Mikroorganismen, die an der klimawirksamen Verrottung beteiligt sind. Da der Anteil an stark verholztem Gewebe bei Bäumen besonders hoch ist, kann eine Aufforstung auf Böden, auf denen zuvor keine Bäume wuchsen, beträchtliche und langfristige Kohlenstoffspeicher schaffen. Der Boden ist also der eigentliche Kohlenstoffspeicher. Und erst das Zusammenspiel von Bäumen, Boden und anderen Faktoren in dem Ökosystem Wald trägt zum Schutz des Klimas bei.



28.12.2011

VDA: Nutzfahrzeuge werden CO2-Bilanz weiter verbessern

Während des Nutzfahrzeugsymposiums in Berlin hat der Verband der Automobilindustrie seine unterstrichen: ,,Der CO2-effiziente Lkw wird auch in Zukunft den Löwenanteil der Gütertransporte in Deutschland schultern. Das bevorstehende Wachstum des Güter-verkehrs kann - neben den anderen Verkehrsträgern - nur mit dem Nutzfahrzeug bewältigt werden", betonte Matthias Wissmann, Präsident des VDA. Wissmann unterstrich: ,,Nutzfahrzeuge tragen über 70 Prozent der gesamten Güterverkehrsleistung und sind damit das Rückgrat unserer modernen Industriegesellschaft." Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass Nutzfahrzeuge ihre CO2-Bilanz entscheidend verbessert haben und sie auch in Zukunft noch weiter deutlich verbessern werden. ,,Moderne Lkw sind wahre Spritsparkünstler. Ein 40-Tonner im Fernverkehr verbraucht heute im Durchschnitt nur noch rund 30 Liter auf 100 Kilometer." Pro Tonne Ladegewicht liege der Verbrauch damit bei nur einem Liter je 100 Kilometer. ,,Der Ein-Liter-Lkw ist also heute bereits Realität." Wissmann sagte weiter: ,,Diese Fortschritte bei der Kraftstoffreduzierung haben dazu geführt, dass der Lkw heute für zahlreiche Relationen und Transportarten bei den CO2-Emissionen mit den anderen Verkehrsträgern mindestens auf Augenhöhe ist, auf kurzen und mittleren Strecken hat er die Nase vorn." Auch die klassischen Schadstoffe, wie Partikel oder Kohlenwasserstoffe, seien drastisch verringert worden, so der VDA-Präsident. Mit der Einführung von Euro-VI-Motoren bei Nutzfahrzeugen werde eine weitere Reduktion um bis zu 97 Prozent gegenüber 1990 erzielt. Um das starke Verkehrswachstum der kommenden Jahre zu bewältigen, müssten alle Verkehrsträger ihre Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen. Wissmann warb dafür, dass ,,Nutzfahrzeuge, Bahn, Binnenschifffahrt sowie Luft- und Seeverkehr sich frei von jeder Ideologie ergänzen können". Das Prinzip einer modernen Verkehrspolitik laute ,,intelligent kombinieren statt gegeneinander ausspielen". Es sei zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung dieses Ziel mit dem Aktionsplan Güterverkehr und Logistik auf die Fahnen geschrieben habe. Dagegen verfolge die Europäische Kommission eine Strategie der Verlagerung von Verkehr. Der richtige Ansatz sei dagegen eine ,,kluge politische Regulierung", die neue Möglichkeiten für ökologische Innovationen schaffe. So könne man mit einer sinnvollen Anpassung von Maßen und Gewichten die Kapazität des Straßengüterverkehrs mit vergleichsweise einfachen Mitteln erhöhen. ,,Wenn für das gleiche Transportvolumen statt drei herkömmlicher Lkw künftig nur noch zwei Lang-Lkw benötigt werden, sind bis zu 30 Prozent Kraftstoffersparnis möglich. Der Lang-Lkw ist deswegen ein echter Ökolaster", sagte Wissmann. (ampnet/nic)



20.11.2011

Urwaldrodung setzt viel CO2 frei Treibhausgase aus dem Tropenwald: Kohlendioxid aus tiefen Bodenschichten

Wissenschaftler der Universität von Göttingen haben in einem Forschungsprojekt in Costa Rica eine entscheidende Entdeckung gemacht: Beträchtliche CO2-Mengen können aus den tieferen Bodenschichten eines Tropenwaldes freigesetzt werden und so den Treibhauseffekt fördern. Das Abholzen der Bäume steigert die CO2-Emissionen dramatisch, berichten die Forscher http://www.uni-goettingen.de . Zusammen mit Ökologen aus Costa Rica und den USA haben die Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Bodenkunde und Waldernährung http://wwwuser.gwdg.de/~ibw sechs Jahre lang die Kohlenstoffkonzentration in den Böden sowie die Freisetzung und Speicherung von CO2 untersucht. Nach den jüngsten Ergebnissen geben nämlich auch ungestörte tropische Wälder vermehrt Kohlendioxid in die Erdatmosphäre ab, wenn es zu einem Temperaturanstieg im Zuge der globalen Klimaentwicklung kommt, berichtet Forschungsleiter Edzo Veldkamp in den internationalen Fachzeitschriften "Global Change Biology" und "Biogeochemistry". Die Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre ist nicht nur die Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe, sondern auch der Abholzung tropischer Regenwälder. Bisher haben die Wissenschaftler angenommen, dass diese zusätzliche CO2-Emission aus den oberen Bodenschichten der abgeholzten Flächen stammt. Die Forscher konnten nun zeigen, dass in den tiefern verwitterten Bodenschichten sehr viel mehr Kohlenstoff enthalten ist als bisher angenommen. "In vielen Teilen der Tropen sind die Böden viel älter und mit bis zu 50 Metern sehr viel tiefer als Waldböden in Mitteleuropa, da sie nicht von den Eiszeiten berührt wurden", erklärt der Forscher. Die bisherige Annahme, der in tiefen Bodenschichten gespeicherte Kohlenstoff sei eingeschlossen und könne nicht von Mikroorganismen zu Kohlendioxid abgebaut werden, wurde von den Forschern widerlegt. Die Forschungsergebnisse aus Costa Rica zeigen, dass noch in vier Metern Tiefe Mikroorganismen vorhanden sind, die den Kohlenstoff abbauen. "Wenn diese Gebiete abgeholzt werden, kann es so zu einer unerwartet hohen Freisetzung von Kohlendioxid kommen", erklärt der Wissenschaftler. Doch könne auch der Schutz der Bestände möglicherweise nicht verhindern, dass in Zukunft vermehrt CO2 aus den Tropenwäldern in die Atmosphäre abgegeben wird. Die Forscher haben in ungestörten tropischen Wäldern Indizien gefunden, dass schon ein geringer Temperaturanstieg zu einer vermehrten CO2-Produktion in den tieferen Bodenschichten führt. "Tropische Regenwälder sollten nicht in andere Landnutzung umgewandelt werden. Aber selbst dies kann möglicherweise nicht verhindern, dass sie in Zukunft erhöhte Mengen an Kohlendioxid abgeben", erklärt Veldkamp. Auf die Frage, ob ein Tropenwald dem Treibhauseffekt entgegenwirken könnte, haben die Experten ein ernüchterndes Ergebnis bekommen. "Die Speicherung verläuft so langsam, dass sie nur über mehrere Jahrtausende wirksam wird", erklärt der Wissenschaftler.



21.09.2011

Wirtschaft wächst - CO2-Ausstoß ebenfalls

Die weltweiten CO2-Emissionen sind einem Bericht der EU-Kommission zufolge zwischen 1990 und 2010 um 45 Prozent gestiegen. Im Vorjahr hätten die Treibhausgas-Emissionen einen neuen Rekord von 33 Milliarden Tonnen erreicht, teilte das "Gemeinsame Forschungszentrum" der EU-Kommission am Mittwoch bei der Veröffentlichung des zusammen mit der niederländischen Umweltagentur erstellten Berichts mit. "Eine höhere Energieeffizienz, Atomenergie und der steigende Anteil von erneuerbarer Energie kompensieren nicht die weltweit steigende Nachfrage nach Energie und Verkehr, die am stärksten in den Entwicklungsländern ist", teilten die Forscher mit. Der globale CO2-Anstieg sei trotz Emissionsreduktionen in den Industrieländern im selben Zeitraum erfolgt. Die Industrieländer würden wahrscheinlich ihr gemeinsames Kyoto-Klimaschutzziel einer 5,2-prozentigen Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen bis 2012 als Gruppe sogar erreichen. Grund dafür sei der starke Rückgang von Emissionen während der 90er-Jahre und während der Rezession von 2008/2009. Im Zeitraum von 1990 bis 2010 reduzierten demnach die 27 heutigen EU-Staaten und Russland ihre Emissionen um 7 bzw. 28 Prozent. Demgegenüber verzeichneten die USA einen Anstieg ihrer Emissionen um 5 Prozent, während sie Japan konstant blieben. Das steigende Wachstum in den Entwicklungsländern sei der Hauptgrund für den Rekordanstieg der weltweiten CO2-Emissionen um 5,8 Prozent zwischen 2009 und 2010, heißt es in dem Bericht. China sei zu 10 Prozent für diesen Anstieg verantwortlich, Indien zu 9, die USA zu 4 und die EU-27 zu 3 Prozent. (APA)



16.09.2011

Schadstoff-Emissionen bei Neuwagen deutlich gesunken

Neuwagen in Deutschland pusten einer Studie zufolge deutlich weniger Schadstoffe in die Luft als noch vor einigen Jahren. Der CO2-Ausstoß neuer Autos habe sich von durchschnittlich 172,2 Gramm CO2 pro Kilometer im Jahr 2003 auf 147 Gramm für die ersten sieben Monate dieses Jahres verringert, teilte das CAR-Forschungszentrum der Universität Duisburg-Essen mit. Der aktuelle Wert liege damit allerdings noch immer 17 Gramm über dem Grenzwert von 130 Gramm CO2 je Kilometer, den die EU-Kommission ausgegeben hat. Beschleunigt wurde die CO2-Reduzierung demnach durch die Abwrackprämie im Jahr 2009, als sich Verbraucher vermehrt Neuwagen mit geringerer PS-Zahl zulegten. Prozentual die größten Einsparungen unter den deutschen Autobauern erreichten der Untersuchung zufolge Autos der Hersteller Porsche, Opel und BMW. Der Sportwagenbauer habe zwischen 2003 und 2011 mit 23,5 Prozent weniger CO2 prozentual die größte Einsparung geschafft. Dennoch bleibe Porsche mit 230,5 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer deutlich vom Kommissionswert entfernt. Ein Durchschnitts-BMW stoße mit einem Wert von 153 Gramm CO2 pro Kilometer 21,5 Prozent weniger Schadstoffe aus als 2003. Opel habe die Emissionen um 16,3 Prozent auf 140,1 Gramm je Kilometer reduziert. Während Porsche und BMW den Durchschnittswert vor allem deshalb gedrückt hätten, weil sie vermehrt auf Autos mit Diesel-Antrieb setzten, habe bei den Rüsselsheimern "der Modell-Mix zu kleineren Fahrzeugen" einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung beigetragen, teilen die Wissenschaftler mit. Die Marken Mini von BMW und Smart von Daimler hätten derweil die den Grenzwert der EU-Kommission sogar schon unterschritten.



18.08.2011

Geringerer Fleischkonsum reduziert CO2-Ausstoß um 10%

Wer die Umwelt schonen möchte, sollte weniger Fleisch essen - das sagt eine neue Studie der Technischen Universität (TU) Wien. Forscher um Matthias Zessner vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien haben die ökologischen Vorteile umfassend untersucht, die eine ausgewogene Ernährung in Österreich bringen würde. Ein Umstieg auf Bio-Lebensmittel bringt nach ihren Erkenntnissen vergleichsweise wenig. Wer sich und der Umwelt etwas Gutes tun wolle, für den sei der Griff zu frischem Obst und Gemüse viel wichtiger als jener zu Bio-Fleisch. Würde sich Österreich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten, müsste der Konsum an Fleisch und Wurst etwa halbiert werden, Gemüse und Getreide würden hingegen deutlich häufiger auf Österreichs Tellern landen. Das würde nicht nur Krebsraten reduzieren und Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, der Flächenbedarf für die Ernährung würde durch ausgewogenere Ernährung von 3.600m² auf 2.600m² pro Person sinken , erklärt Matthias Zessner. Österreich könnte sich dann ohne Futtermittelimporte selbst versorgen, es bliebe sogar noch zusätzliche Fläche übrig. Die Umstellung würde zu einer Reduktion des Energieverbrauchs der Nahrungsmittelproduktion und zu einem deutlich geringeren Bedarf an Düngemitteln führen. Besonders relevant wäre der Rückgang an klimaschädlichen Gasen, heißt es in der Studie: Etwa 10% des Ausstoßes an CO2-Äquivalenten fallen in der Nahrungsmittelproduktion an. Eine ausgewogene Ernährung würde etwa ein Dr ittel davon einsparen. Auch die Gewässer würden durch die sinkende Belastung mit Stickstoff aus der Landwirtschaft stark profitieren. Gleichzeitig wurde in der Studie untersucht, welche Folgen ein Umstieg auf Bio-Lebensmitteln hätte. In Hinblick auf Energiebedarf, Ausstoß klimarelevanter Gase wie CO2 und Methan und auf die Belastung von Gewässern mit Stickstoff und Phosphor wären die Auswirkungen gering, und nicht unbedingt nur positiv, lautet das Resultat der Forscher. Die Erzeugung von Bio-Lebensmitteln bedinge zwar einen deutlich reduzierten Einsatz von potenziell umweltschädlichen Pflanzenschutzmitteln, brauche aufgrund geringerer Produktionsintensität aber mehr Anbaufläche. Das Platzproblem der Landwirtschaft und damit die Abhängigkeit von Ackerflächen in anderen Erdteilen würde durch Bio-Produktion also noch weiter verschärft. Einen weitreichenden Umstieg auf Bio-Landwirtschaft könne sich Österreich nur leisten, wenn damit eine Reduktion des Fleisch- und Wurstkonsums einhergehe. Gesünder seien Bio-Lebensmittel auch nicht unbedingt: Was Vitamine und andere wertvolle Inhaltsstoffe betrifft, gebe es keinen eindeutig nachweisbaren Unterschied zwischen Bio-Landwirtschaft und konventioneller Produktion. Der einzige nachweisbare Unterschied besteht in Rückständen von Pflanzenschutzmitteln , meint Matthias Zessner. Doch hier sind die gesetzlichen Grenzwerte so niedrig, dass man auch bei Produkten aus der konventionellen Landwirtschaft keine Bedenken haben muss. (DJ/sir/kar)



15.07.2011

Viel mehr als bisher gedacht Entwaldung setzt CO2 frei

Die Wälder der Erde absorbieren einer Studie zufolge knapp ein Drittel des Kohlendioxids, das von fossilen Brennstoffen in die Atmosphäre abgegeben wird. Laut einer Untersuchung eines internationalen Expertenteams, die in der neuesten Ausgabe des US-Fachmagazins "Science" erscheint, nehmen die Wälder im Schnitt jährlich 2,4 Milliarden Tonnen des schädlichen Treibhausgases auf. Mehr als acht Milliarden Tonnen werden im Jahr insgesamt durch fossile Brennstoffe freigesetzt. Die Autoren warnen vor diesem Hintergrund vor der massiven Entwaldung. "Wenn wir morgen die Entwaldung stoppen würden, würden die existierenden Wälder und die, die gerade wieder aufgebaut werden, die Hälfte der CO2-Emissionen aufnehmen können", erklärte Josep Canadell, einer der Autoren der Studie. Allein die Abholzung von Wäldern sei für den Ausstoß von jährlich 2,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid verantwortlich - das ist deutlich mehr, als bislang angenommen worden war. Die Studie umfasst Untersuchungen aus den Jahren 1990 bis 2007 und wurde von einem Team des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse mit Sitz in Laxenburg in Österreich angefertigt.



21.06.2011

Alpmobil – elektromobiler Fahrspaß in den Schweizer Alpen

(21.06.11) Fast lautlos und individuell über die Pässe der Region San Gottardo gleiten, dabei umweltfreundlich und nahezu CO2-neutral das atemberaubende Alpenpanorama betrachten: Dieses weltweit erste Pilotprojekt in einer Tourismusregion können Feriengäste auch in dieser Saison genießen. Dabei hat alpmobil das Angebot gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet. In diesem Jahr gibt es nicht nur Elektro-Zweisitzer (Think), sondern auch familienfreundliche Elektroautos für drei (mia) oder vier Personen (Twingo). Neben dem Kerngebiet San Gottardo rund um das Gotthard-Massiv rollen die Asphalt-Flüsterer nun auch zwischen Thun im Norden, Visp im Südwesten, Disentis im Osten und der Tessiner Kantonshauptstadt Bellinzona im Süden. Mehrtagespauschalen und Tourenvorschläge Insgesamt stehen für die Gäste 60 Elektroautos bereit, die Tagesmiete beträgt 70 Schweizer Franken. Über die Vermietung der Elektroautos hinaus bieten alpmobil-Partner zusätzliche Leistungen an. In diesem Jahr sind das beispielsweise die „Packages“, das sind 2-, 3- oder 4-Tagespauschalen, in denen die Fahrzeugnutzung, Übernachtungen, das Tanken, ein Picknick und der Pannendienst inbegriffen ist. Pauschalen gelten für zwei Personen und kosten, je nach Leistungsumfang, zwischen 200 und 400 Schweizer Franken. Tourenvorschläge für Ausflüge gibt es zuhauf. Beispielsweise die „Tour des Cols“, die den Charme der historischen Alpenpässe wie Gotthard-, Furka-, Grimselpass und weiterer Pässe mit sportlichem und zugleich umwelt-freundlichem Fahrvergnügen verbindet. Die „Fünf-Quellen-Tour“ verknüpft die Ursprünge von Rhein, Reuss, Rhone, Aare und Ticino miteinander – und ist gleichzeitig ein Besuch bei den Energiequellen des Elektromotors. Das ist in etwa so, als würde man mit Benzinautos in Saudi-Arabien Ölquellen besuchen. Moderne Verkehrsknotenpunkte – „Movepoints“ Damit die Gäste bei ihrem Aufenthalt flexibel in der Wahl ihrer Fortbewegungsmittel bleiben, gibt es in der gesamten Region sogenannte „Movepoints“, vergleichbar in etwa mit den damaligen Poststationen, an denen die Pferde gewechselt wurden. Wie die Verleih- und Aufladestationen auch, sind die „Movepoints“ in einem dichten Netz über die gesamte alpmobil-Region verstreut. Hier können die Gäste wählen, mit welchem Verkehrsmittel sie weiterreisen möchten: mit dem Elektro-Fahrrad, der historischen Postkutsche, einer Seilbahn, einem Postauto, der Eisenbahn – oder eben auf Schusters Rappen. Eine ganze Reihe von Tourenvorschläge findet sich auf der alpmobil-Seite unter „alpmove“ – sie können natürlich virtuell schon lange vor Reiseantritt geplant werden. Buchung und alpmobil-Broschüre Die Buchung der Elektroautos samt Übernachtung beginnt im Internet – dort wählt man Start und Ziel, bei Mehrtagestouren auch das Hotel. Eine 32-seitige, handliche Broschüre informiert kompakt über alles Wissenswerte rund um alpmobil, über die Elektroautos selbst, über die Ausleihstationen, die buchbaren Hotels und sie verrät schöne Tourenziele. Sie enthält zudem eine große Übersichtskarte mit allen wichtigen Details für einen Aufenthalt mit Elektroauto. Zusätzliche Regionalkarten erleichtern die Orientierung. Die Broschüre ist im Internet auf der alpmobil-Seite herunterladbar und liegt in der alpmobil-Region bei Tourismus-Dienstleistern aus. Fortsetzung der Passtradition mit modernen Mitteln Das Projekt alpmobil knüpft an die Pionierzeit der Passfahrten an und will Mobilität wieder zu einem kleinen Abenteuer und zu einem umweltfreundlichen Erlebnis machen und ein Modell für die Mobilität in den Alpen liefern. Alpmobil-Projektträger sind das Projekt San Gottardo, energieregionGOMS, Grimselstrom (KWO) und der Schweizer Automobilclub TCS (TCS entspricht dem deutschen ADAC). Projekt San Gottardo Das „Projekt San Gottardo“ will das Potenzial der Gotthardkantone Uri, Graubünden, Wallis und Tessin verdeutlichen, die vielfältigen wirtschaftlichen und touristischen Initiativen bündeln und über die Kantonsgrenzen hinaus erschließen. Die Broschüre steht auf der alpmobil-Seite zum Herunterladen bereit: Alpmobil-Broschüre, www.alpmobil.ch, www.gottardo.ch



22.04.2011

Treibstoffpreise: Erdgas tanken ist konstant günstiger

Die Abgabepreise von Benzin und Diesel sind derzeit in ganz Europa auf einem Allzeit-Hoch. Autofahrer, die auf Erdgas setzen, fahren mindestens um die Hälfte günstiger als mit Diesel. >br< "Der Umstieg auf ein Auto mit Erdgasantrieb zahlt sich auf jeden Fall aus", sagt Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbandes Gas Wärme. "Im Langfrist-Vergleich sind Erdgas-Fahrer um die Hälfte günstiger unterwegs als mit einem vergleichbaren Benzin-Wagen und um einen Drittel günstiger als mit einem Diesel-Wagen."
Unterm Strich ist laut Mock bei 15.000 Jahreskilometern eine Ersparnis von bis zu 850,- Euro möglich. Langfrist-Vergleich
An der Zapfsäule ist der Kraftstoff Erdgas im Langfrist-Vergleich um 25 bis 30 Prozent günstiger als Benzin oder Diesel. "Aktuell sind es sogar 30 bis 35 Prozent", sagt Mock mit Verweis auf die aktuellen Preise an den Zapfsäulen. Und Erdgasautos seien auch beim Verbrauch genügsamer als diesel- und benzinbetriebene: Erdgas hat einen höheren Energiegehalt als die beiden Flüssigkraftstoffe. "Daher kommenAutofahrer mit ein Kilogramm Erdgas genausoweit wie mit 1,5 Liter Benzin oder mit 1,3 Liter Diesel", erklärt Mock.



22.04.2011

Besser für die Luft - Erdgas-Fahrzeuge-

Erdgas-Fahrzeuge sind nicht nur günstig, sondern auch besonders umweltverträglich. Sie setzen um 29 Prozent weniger CO2 frei als Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb, verursachen praktisch keinen Feinstaub und auch andere Emissionen werden um bis zu 95 Prozent gesenkt. Erdgas sorgt für bessere Luftqualität in Großstädten und ist besser für die menschliche Gesundheit, da beispielsweise durch Feinstaub verursachte Krankheiten verhindert werden.



05.02.2011

Massives Baumsterben im Amazonas setzt riesige Mengen CO2 frei

Der Mensch spielt durch den hohen Ausstoss an Treibhausgasen möglicherweise «russisches Roulette» mit dem Amazonas-Regenwald. Nach den neuesten Daten übertraf die Dürre 2010 dort sogar noch das extrem trockene Jahr 2005.
Neu in Allerlei: Rettungskräfte begeben sich ins Katastrophengebiet Dürre bedroht Millionen von Somalier "Der Käsemacher" schafft Sprung ins Kino Chinesisches Neujahrsfest - das Jahr des Hasen verspricht Glück Der Urwald könnte im schlimmsten Fall durch den Klimawandel von einem Speicher zu einer Quelle von Kohlendioxid (CO2) werden, schreiben britische und brasilianische Forscher in der Zeitschrift «Science». Wegen Dürre riesige Mengen CO2 freigesetzt Die Wissenschaftler unter Leitung von Simon Lewis von der Universität Leeds und Paulo Brando vom brasilianischen Forschungsinstitut Ipam berichteten, dass die Dürre im vergangenen Jahr ein massives Baumsterben auslöste. Wahrscheinlich würden dadurch insgesamt mehr als fünf Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Zum Vergleich: Die USA setzten 2009 insgesamt 5,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid durch Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas frei. Dürren dürften häufiger werden «Dass zwei so gewaltige (Dürre-)Ereignisse in so kurzer Abfolge eintreten, ist extrem ungewöhnlich, stimmt aber leider mit den Klimamodellen überein, die dem Amazonas eine düstere Zukunft voraussagen», schrieb Lewis. Denn Dürren wie 2005 und 2010 könnten als Folge des Klimawandels immer häufiger werden. Der Amazonas erstreckt sich über eine Fläche von sechs Millionen Quadratkilometern. Normalerweise absorbiert der Regenwald durch Photosynthese rund 1,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.



18.01.2011

Lufthansa testet von Hamburg aus Alternative zum Kerosin

Die Fluggesellschaft Lufthansa testet auf der Strecke von Hamburg nach Frankfurt Alternative zum Kerosin. Doch Biomasse ist knapp und teuer.
Von April an wird die Lufthansa für sechs Monate auf der Strecke zwischen der Hansestadt und Frankfurt im täglichen Liniendienst einen Jet mit einem Biotreibstoffmix fliegen lassen.
HAMBURG. Der Stoff, der die Jets der Zukunft antreibt, riecht nicht nach Benzin, sondern nach Zitrone oder nach Fisch. Denn die Luftfahrtbranche will in den kommenden Jahrzehnten die Abhängigkeit von dem allmählich zur Neige gehenden Erdöl verringern und setzt dazu auf Alternativen aus nachwachsender Biomasse. Sie würden zudem den CO2-Ausstoß drastisch senken, weil das bei der Verbrennung frei werdende Kohlendioxid beim Wachstum der Biomasse aus der Atmosphäre wieder abgezogen wird.
Hamburg wird in diesem Jahr eine zentrale Rolle bei diesem Umstieg auf nachhaltige Energien spielen: Von April an wird die Lufthansa für sechs Monate auf der Strecke zwischen der Hansestadt und Frankfurt im täglichen Liniendienst einen Airbus A321 mit einem Biotreibstoffmix fliegen lassen. Bis zu achtmal pro Tag wird der Jet auf den beiden Flughäfen abheben. Damit ist dies der erste Langzeittest im echten Praxiseinsatz, nachdem seit Anfang 2008 einzelne Probeflüge von Airbus- und Boeing-Maschinen mit alternativen Treibstoffen stattfanden - meist ohne Passagiere.
Dass Hamburg im Jahr 2011 den Titel der Umwelthauptstadt Europas trägt, dürfte für die Wahl der Lufthansa-Erprobungsstrecke nicht den Ausschlag gegeben haben. Vielmehr sprechen praktische Gründe für die Hansestadt: Die für den Test erforderlichen 800 Tonnen Bioflugtreibstoff kommen auf dem Seeweg aus Helsinki. Sie werden von dem finnischen Energiekonzern Neste produziert, denn in Deutschland gibt es nach Angaben der Lufthansa noch keine Anlage, die solche Mengen herstellen könnte. Um unnötige Weitertransporte zu vermeiden, tankt der Airbus immer nur in Hamburg.
"Wir erwarten, dass wir während der Testphase 1500 Tonnen CO2 einsparen", sagte Lufthansa-Sprecher Peter Schneckenleitner dem Abendblatt. Nach seiner Einschätzung ist vor allem die Knappheit an geeigneten Kraftstoffen verantwortlich dafür, dass die bislang nicht in größerem Umfang genutzt werden: "Es gibt eine riesige Nachfrage, aber kaum ein Angebot."
Derzeit seien Flugtreibstoffe aus Biomasse mindestens dreimal, im Extremfall sogar zehnmal so teuer wie Kerosin, sagte Paul Nash, Leiter des Bereichs Alternative Energien bei Airbus. Die Lufthansa gibt die Kosten des Tests mit 6,6 Millionen Euro an, das Bundeswirtschaftsministerium übernimmt davon 2,5 Millionen Euro.
Allerdings wird der A321 nicht ausschließlich mit Biosprit betrieben. Eines der beiden Triebwerke verbrennt herkömmliches Kerosin, das zweite einen Mix mit 50 Prozent Biotreibstoffanteil. "Höhere Beimischungen sind noch nicht zugelassen", sagt Nash. "Wir hoffen, dass wir im Jahr 2012 reinen Biotreibstoff einsetzen dürfen. Bei Airbus laufen seit vier Jahren Forschungen hierzu, und wir wissen inzwischen, dass keinerlei Änderungen an den Triebwerken nötig sind."
Für den Test wird die Lufthansa ein Biomassegemisch einsetzen, das zu 60 Prozent aus den Früchten der Jatropha-Pflanze besteht - deren Öl riecht in raffinierter Form ähnlich wie eine Zitrone. Zu 40 Prozent besteht der Ökosprit aus Rapsöl und tierischen Fetten. Jatropha ist nicht essbar und kann selbst in trockenen Savannengebieten angebaut werden. Das ist ein wichtiges Kriterium, denn die Fluggesellschaften wollen sich nicht vorwerfen lassen, Nahrungsmittelpreise hochzutreiben oder für die Abholzung von Regenwäldern mit verantwortlich zu sein.
Mehrere Zukunftsprojekte setzen auf die Eignung dieser subtropischen Pflanze. So will Airbus zusammen mit der brasilianischen Airline TAM, einem Tochterunternehmen des Energiekonzerns BP, sowie weiteren Firmen in Brasilien eine Fabrik aufbauen, die von 2013 an zunächst 80 000 Tonnen Biotreibstoff jährlich für die Luftfahrt erzeugt und ein Viertel des Treibstoffbedarfs von TAM decken soll. Neuseelands Fluglinie Air New Zealand plant, im Jahr 2013 immerhin zehn Prozent der Flüge mit Biosprit zu betreiben.
Umweltschützer sind jedoch skeptisch. "Die Luftfahrtbranche versucht, sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen und davon abzulenken, dass Fliegen die klimaschädlichste Fortbewegungsart ist", sagte Karsten Smid, Energieexperte von Greenpeace in Hamburg. So verändere allein schon der Wasserdampf, der bei der Verbrennung in großen Höhen ausgestoßen wird, das Klima - unabhängig von der Zusammensetzung des Treibstoffs. "Außerdem sind die für die Luftfahrt benötigten Mengen so gigantisch, dass eine umweltverträgliche Erzeugung schwer vorstellbar ist."
Dieses Argument lässt sich nicht so leicht von der Hand weisen. In Branchenkreisen schätzt man, dass eine Fläche größer als die gesamte Landmasse Europas gebraucht würde, um die weltweite Verkehrsluftfahrt mit Biosprit aus Sojabohnen zu versorgen. Treibstoff aus Algen gilt daher auf lange Sicht als Favorit. Bei diesem Verfahren, das bislang allerdings erst im Labormaßstab erprobt ist, würde eine Fläche entsprechend der des Staates Belgien genügen. "Wir glauben, dass es künftig möglich sein wird, Biotreibstoff aus Algen zum gleichen Preis herzustellen wie Kerosin", sagte Nash.
Dies wäre die Voraussetzung, um die ehrgeizigen ökologischen Ziele der internationalen Luftfahrtorganisation IATA zu erfüllen und zugleich die Abhängigkeit vom Öl zu verringern: Bereits in zehn Jahren sollen alternative Treibstoffe 15 Prozent des weltweiten Verbrauchs ausmachen, zehn Jahre später schon 30 Prozent.
Volker Mester



12.12.2010

7,5 Tonnen CO2-Emissionen je Einwohner durch Konsum in 2009

Wiesbaden (ots) - Im Jahr 2009 beliefen sich die gesamten direkten und indirekten CO2-Emissionen der privaten Haushalte in Deutschland auf 618 Millionen Tonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Blick auf die gerade zu Ende gegangene UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún mitteilt, entspricht das einem Wert von 7,5 Tonnen je Einwohner.
Direkt bei den privaten Haushalten entstanden 216 Millionen Tonnen CO2 - beim Heizen und durch den Kraftstoffverbrauch der eigenen Kraftfahrzeuge. Indirekt, das heißt bei der Herstellung von Gütern, die die privaten Haushalte konsumieren, fielen im In- und Ausland 402 Millionen Tonnen CO2 an. Damit sind diese indirekten Emissionen fast doppelt so hoch wie die direkten CO2-Emissionen der Haushalte.
Zwischen 2000 und 2009 sanken die direkten CO2-Emissionen der Haushalte um 6,8% und damit etwas stärker als die CO2-Emissionen bei der Herstellung der Konsumgüter, die um 4,3% zurückgingen. Die direkten Emissionen durch Heizen verringerten sich um 7,7%, die durch den Kraftstoffverbrauch privater Pkws um 5,7%. Bei den Brennstoffen sorgte der erhöhte Einsatz des vergleichsweise emissionsärmeren Erdgases anstelle von Heizöl für einen stärkeren Rückgang der Emissionen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Haushalte zunehmend von Benzinern auf Dieselfahrzeuge um - auch das führte insgesamt zu einem Rückgang der Emissionen. Bezogen auf den Energiegehalt hat Dieselkraftstoff zwar im Vergleich zum Benzin einen etwas ungünstigeren Emissionsfaktor. Dafür haben Dieselfahrzeuge günstigere Verbrauchswerte als Benziner und tragen daher zu einer Emissionsminderung bei.
Die indirekten CO2-Emissionen (CO2-Gehalt der Konsumgüter) sanken um 4,3%, obwohl die (preisbereinigten) Käufe der privaten Haushalte um 3,4% anstiegen. Dieser Rückgang ist zu großen Teilen mit einer Verlagerungen von Käufen zu erklären: so kauften die Haushalte weniger Waren und mehr Dienstleistungen. Bei Dienstleistungen entsteht in der Regel ein geringerer CO2-Ausstoß als bei der Herstellung von Waren.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Emissionsminderung, die sich aus einem Umstieg zu emissionsärmeren oder -freien Energieträgern ergibt. So ist in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 6,4% im Jahr 2000 auf 16,3% im Jahr 2009 gestiegen. Rund die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen, die auf die Konsumgüter entfallen, sind den Emissionen bei der Stromerzeugung zuzuschreiben.
Entscheidend für den CO2-Gehalt von importierten Konsumgütern (Anteil der Importe an den gesamten indirekten Emissionen: 35%) ist ihre Herkunft. Beispielsweise haben importierte Konsumgüter aus China einen sehr viel höheren Emissionsgehalt als Importwaren aus Frankreich. Dies liegt vor allem an der CO2-intensiven Stromherstellung in China. In Frankreich hingegen wird Strom weitgehend CO2-frei hergestellt - wegen der starken Nutzung der Kernenergie bei der Stromerzeugung.
Die auf Haushalte und Konsum bezogenen CO2-Emissionen sind nicht identisch mit der Abgrenzung in der internationalen Berichterstattung der Treibhausgase. Dort werden die CO2-Emissionen entstehungsseitig - mit Bezug auf das nationale Territorium - nachgewiesen. Im Jahr 2008 betrugen die CO2-Emissionen Deutschlands (ohne Emissionen aus Biomasse) 10,0 Tonnen je Einwohner. Bei dieser Messung werden die durch den inländischen Verbrauch induzierten Emissionen im Ausland nicht berücksichtigt. Sie enthalten aber die Emissionen bei der Herstellung der Investitions- und Exportgüter. Eine Tabelle bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.
Weitere Ergebnisse bietet der Tabellenband 2010 der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (Teil 2, Kapitel 3 Energie und Teil 3, Kapitel 5 Treibhausgase) die kostenlos im Internetangebot von Destatis unter www.destatis.de, Pfad: Startseite > Publikationen > Fachveröffentlichungen > Umwelt > Umweltökonomische Gesamtrechnungen abrufbar ist.
Weitere Auskünfte gibt: Helmut Mayer, Telefon: (0611) 75-2784, E-Mail: ugr@destatis.de Pressekontakt: Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an: Statistisches Bundesamt Pressestelle E-Mail: presse@destatis.de



08.11.2010

Bio-Sprit größerer Klimakiller als normales Benzin

Nach Ansicht von Umweltverbänden ist Bio-Sprit schädlicher für das Klima als die fossilen Energien, die er ersetzen soll. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner kommenden Ausgabe. Denn der zunehmende Einsatz von Biosprit wird einer Studie zufolge zu einem Anstieg der Kohlenstoffdioxid-Emmission führen. Grund sei, dass für die Produktion der Agrotreibstoffe weltweit bedeutende Flächen in Ackerland umgewandelt werden müssen. Das Magazin beruft sich auf die neuesten Erkenntnisse des Londoner Instituts für europäische Umweltpolitik (IEEP). Die Forscher untersuchten offizielle Pläne von 23 EU-Mitgliedsstaaten zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2020.

Deutschland werde dann 5,5 Millionen Tonnen Biosprit dem Benzin und Diesel beimischen, damit Spitzenreiter vor Großbritannien, Frankreich und Spanien sein.

Insgesamt sollen 2020 in Europa 9,5 Prozent der Energie für den Verkehr aus Biosprit bestehen.

Seine Bestandteile: Ölsaat, Palmöl, Rohr- und Rübenzucker und Weizen.

Dafür müssten laut Studie weltweit bis zu 69 000 Quadratkilometer Wald, Weiden und Feuchtgebiete als Ackerland kultiviert werden – eine Fläche zweimal so groß wie Belgien.

Die Folge: Jährlich würden bis zu 56 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Das entspricht zusätzlichen 12 bis 26 Millionen Autos auf Europas Straßen.



01.11.2010

Dienstreisen mit Strom aus erneuerbaren Energien

Der Bund hat sich für den Kauf „Grüner Fahrkarten“ entschieden. Das beim Bundesministerium des Innern angesiedelte Travelmanagement, die Reisestelle des Bundes, wird ab sofort für alle Dienstreisen der Bundesregierung mit der Deutschen Bahn nur noch CO2-freie Fahrten buchen. Der Strombedarf für die Fahrt wird vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Durch das CO2-freie Reisen trägt der Bund verstärkt zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung bei. Der Verkehr ist mit einem Anteil von 18 Prozent einer der großen Treibhausgas-Verursacher in Deutschland. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Diese Vereinbarung mit der Deutschen Bahn ist ein wichtiger Schritt in die Richtung eines gelebten Klimaschutzes und einer nachhaltigen Mobilität. Auch der Verkehrssektor muss einen deutlichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten. Bahnfahrten mit Strom aus erneuerbaren Energien können dabei zukünftig ein wichtiger Baustein sein und bedeuten verantwortungsvolles Reisen. Die Bundesregierung bekennt sich mit der Nutzung der "Grünen Fahrkarten" zu ihrer klimapolitischen Verantwortung auch im eigenen Geschäftsbereich. Mit ihrem Angebot baut die Deutsche Bahn zudem den Umweltvorteil des Schienenverkehrs weiter aus und setzt auf Elektromobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien. Der Wettbewerb um den umweltfreundlichsten Verkehrsträger in Zeiten der Elektromobilität wird damit spannender.“
Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer: „Dem weitgehend CO2-freien Reisen gehört die Zukunft. Das gilt für die Schiene genauso wie für den Straßenverkehr. Dazu ist jeder Schritt wichtig. Als Großkunde nutzt die Bundesregierung jetzt ein umweltgerechtes Bahn-Angebot für ihre Dienstreisen. Ich wünsche mir, dass es die ,grünen Fahrkarten’ auch bald für klimabewusste ,Normalkunden’ gibt. Denn die ambitionierten Klimaschutzziele der DB AG werden nur durch gemeinsame Anstrengungen von Unternehmen und Kunden zu erreichen sein. Ich freue mich, dass die Deutsche Bahn AG - zugleich größtes Verkehrsunternehmen Deutschlands und einer der größten Energieverbraucher – die gesellschaftliche Verantwortung für Klima- und Umweltschutz als zentrale unternehmerische Zielstellung erkannt hat und aktiv übernimmt. Das gilt umso mehr, weil die Deutsche Bahn als Unternehmen des Bundes zu Recht im besonderen öffentlichen Fokus steht. Sie hat Vorbildcharakter für die gesamte Branche.“ Die Deutsche Bahn bietet CO2-freis Reisen für Firmen- und Großkunden in Form des Produktes „Umwelt-Plus“ an. Sie kauft jetzt auch für die Bahnfahrten der Bundesregierung zusätzlich die entsprechende Strommenge aus 100 Prozent regeneratives Energiequellen in Deutschland. Die Bundesregierung ist damit der größte Kunde des „Umwelt-Plus-Angebots“ der Bahn.



29.09.2010

Biokraftstoffe deutlich besser als ihr Ruf

Die Klimabilanz von Biosprit ist offensichtlich deutlich besser als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Universität Lund aus Schweden. Demnach setzen Biodiesel & Co mindestens 65 % weniger CO2 frei als Benzin oder Diesel. Unter Umständen könne sogar CO2 gebunden werden, schreibt „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe. Die beste Klimabilanz bescheinigten die schwedischen Forscher Biogas als Kraftstoff. Vielen Wissenschaftlern gelten die alternativen Treibstoffe bislang als Dorn im Auge. Der Anbau der Biosprit-Pflanzen sei energieintensiv und setze deutlich mehr CO2 frei als durch die Nutzung von Biodiesel, Ethanol und Rapsöl eingespart werde, wird gerne als Argument gegen die Ökokraftstoffe ins Feld geführt. Hinzu komme die Konkurrenz zwischen der Energiegewinnung auf der einen Seite und der Nahrungsmittelproduktion auf der anderen.



07.09.2010

Neue Tarife sparen Geld - aber kein CO2

CO2-arme StromproduktionDie intelligenten Stromzähler spüren nicht nur Stromfresser auf - sie können auch auf anderem Wege Geld sparen. Ab Ende diesen Jahres sind die Stromversorger angehalten, sogenannte "Variable Tarife" anzubieten. Mit anderen Worten: In Zeiten, in denen nicht viel Strom verbraucht wird, sinkt der Strompreis. Daher kann es sich lohnen, die Waschmaschine später am Abend laufen zu lassen.

Aber wird dadurch auch CO2 gespart, also der Umwelt etwas Gutes getan? Nein, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Experten der Forschungsstelle für Energiewirtschaft sahen sich für die Jahre 2008 und 2009 den Stromverbrauch sowie dessen Erzeugung anhand der jeweiligen Mittwochsbilanzen an.
Dabei hat sich gezeigt, dass die mittleren stündlichen CO2-Emissionen der untersuchten Tage für 2009 zwischen 476 g/kWh und 695 g/kWh lagen. Eine Abhängigkeit zum Strompreis war dabei nicht zu erkennen, da es viele weitere Einflussparameter für den Kraftwerkseinsatz gibt. Eine Verlagerung der Verbraucherlast hin zu Stunden mit niedrigem Strompreis ist zwar wirtschaftlich sinnvoll, bringt aber keine pauschale Verringerung der Emissionen. Erst wenn es zukünftig Stunden mit Überproduktion von Erneuerbaren Energien gibt, können durch Lastverschiebung weg von den fossilen Kraftwerken die CO2-Emissionen reduziert werden.



16.08.2010

Neuer Flyer zur Klimaneutralität

unser neuer Flyer zur Klimaneutralität, steht ab sofort im Pressebereich als Pdf zum download bereit.



14.08.2010

Wirtschaftskrise ließ CO2-Ausstoß kaum schrumpfen

Münster (dpa) Wegen der Wirtschaftskrise sind die klimaschädlichen CO2-Emissionen auf der Welt im Jahr 2009 erstmals seit 1999 gesunken. Offensichtlich ist der Rückgang aber nur klein.
Das geht aus neuen Hochrechnungen hervor, die das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am Freitag in Münster veröffentlichte.
Demnach wurden im vergangenen Jahr weltweit 31,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, das sind 400 Millionen Tonnen oder 1,3 Prozent weniger als im Rekordjahr 2008. «Angesichts der Wirtschaftskrise fällt der globale CO2-Rückgang deutlich geringer aus als erwartet», sagte IWR-Direktor Norbert Allnoch. China steht an erster Stelle beim CO2-Ausstoß, Deutschland auf Platz 6.
Der Studie zufolge wurden Rückgänge beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in Europa, den USA, Russland und Japan durch deutliche Zuwächse in den asiatischen Ländern und den Staaten im Nahen Osten nahezu aufgehoben. «Der energiebedingte CO2-Ausstoß in China ist 2009 aufgrund des Wirtschaftswachstums mittlerweile so hoch wie der in den USA und Russland zusammengenommen», sagte Allnoch.
China führt das CO2-Ranking mit 7,43 Milliarden Tonnen (2008: 6,8 Mrd.) deutlich vor den USA mit 5,95 Milliarden Tonnen (6,4 Mrd.) an. Auf Platz 3 folgt Russland mit 1,53 Milliarden Tonnen (1,7 Mrd.) knapp vor Indien mit 1,53 Milliarden Tonnen (1,4 Mrd.) sowie Japan mit 1,23 Milliarden Tonnen (1,4 Mrd.). Auf Platz 6 steht Deutschland. Hier sank der Wert den IWR-Zahlen zufolge deutlich: Er ging um 7 Prozent von 857 Millionen Tonnen auf 797 Millionen Tonnen zurück.
Die Berechnungen des IWR stützen sich auf Zahlenmaterial des Bundeswirtschaftsministeriums und Rohdaten für fossile Energien, die der Energiekonzern BP bereitgestellt hat. Die weltweiten Emissionen waren von 1999 bis 2009 jedes Jahr gewachsen. 1990 hatte der globale Ausstoß noch 22,7 Milliarden Tonnen betragen.
Die Investitionen in regenerative Energie (Strom, Wärme, Treibstoffe) wuchsen um rund vier Prozent auf 125 Milliarden Euro, besagt die Studie. Dass dieser Betrag nicht höher sei, sei hauptsächlich auf die gesunkenen Anlagenpreise zurückzuführen.



09.08.2010

Fairena Messe

Messe für fair trade Produkte und Nachhaltigkeit. Bio und Fair trade Messe



29.07.2010

Enorm beliebt: Mit dem Rad zur Arbeit

Kreis Ahrweiler - Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC und die AOK können sich freuen: Die Anmeldezahlen zur Sommeraktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ entwickeln sich prächtig.
Jetzt schon haben sich mehr als 600 Teilnehmer aus der Region eingeschrieben für die Sommeraktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. „Und die Team-Anmeldungen der großen Unternehmen sind noch nicht einmal erfasst“, betont Birgit Rünz von der AOK. Die vorläufigen Zahlen sind überwiegend Einzelanmeldungen, die über das Internet eingegangen sind. „Das bedeutet, dass wir jetzt schon zehn Prozent mehr Einzelfahrer haben als im Vorjahr.“
Übrigens: Wer für Strecken bis zu sechs Kilometern das Fahrrad benutzt, fährt CO2-neutral. „Außerdem sind Motorverschleiß und Abgasausstoß auf Kurzstrecken überproportional hoch“, weiß Jo Schaefer vom ADFC-Kreisverband und empfiehlt: „Jetzt das Rad als Transportmittel antesten.“


www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de

28.07.2010

CO2-freie Geschäftsreisen

Der Umweltschutz spielt in deutschen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Dies belegt die jüngste Umfrage bei den Travel Managern großer, mittlerer und kleiner Unternehmen. Das Interesse, CO2-freie Geschäftsreisen zu organisieren, stieg innerhalb des letzten Halbjahres von sechs auf 15 Prozent.



26.07.2010

Söder will CO2-Ausstoß in Bayern weiter reduzieren

München (dpa/lby) - Zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes setzt Umweltminister Markus Söder (CSU) auch auf den Ausbau erneuerbarer Energien sowie auf natürliche Speicher wie Wälder und Moore. Schon jetzt liege der Ausstoß im Freistaat gut ein Drittel unter dem Bundesdurchschnitt, sagte Söder beim Auftakt zur dritten Bayerischen Klimawoche am Freitag in München. Bis zum Jahr 2030 solle der CO2- Ausstoß pro Kopf von derzeit sechs Tonnen auf weniger als fünf Tonnen reduziert werden. Vom 26. Juli bis zum 1. August sind bei der Bayerischen Klimawoche rund 750 Veranstaltungen rund um das Thema Klimaschutz geplant.



26.07.2010

UNO: Eine Welt unter Strom

Alle Menschen mit Energie zu versorgen lässt sich mit den CO2-Zielen unter einen Hut bringen. Wie, erklärt Pradeep Monga, UN-Direktor für Energie und Klimawandel im Gespräch mit der "Presse".

Pradeep Monga: Nein. Heute leben immer noch 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom. Das wird und muss sich ändern. Aber es ist kein Grund, Umweltkatastrophen zu beschwören. Nach unseren Berechnungen können wir allen Menschen Zugang zu Elektrizität verschaffen und die Gesamtemissionen dadurch trotzdem nur um 1,3Prozent erhöhen. Das könnte durch bessere Energieeffizienz bei den bestehenden Stromnutzern leicht wettgemacht werden.
Solche Schätzungen erscheinen wenig plausibel, wenn man sich die Energiepläne von Indien und China anschaut. Dort soll der dramatisch steigende Bedarf weiterhin zu 70Prozent aus Kohle gewonnen werden. Das ist doch ein Horrorszenario...
Monga: Chinas Wirtschaft wächst jedes Jahr um zehn Prozent, jene Indiens um sieben bis acht Prozent. Fast jede Woche machen sie ein neues Kohlekraftwerk auf. Afrika wird folgen. Das dürfen wir nicht bremsen und könnten es auch nicht. Wir müssen also über neue Technologien für Kohlekraftwerke sprechen. Europa und die USA können ihre Erfahrungen mit „sauberer“ Kohle einbringen. Natürlich hätten wir alle gerne kohlenstoffneutrale Stromerzeugung. Aber für die nähere Zukunft müssen wir pragmatisch bleiben. Noch 2030 werden Kohle, Öl und Gas die Welt dominieren. Erneuerbare Energien können maximal 30 Prozent erreichen, zehn Prozent wird die Atomenergie beisteuern.
Dennoch wirken Sie sehr optimistisch...
Monga: Es stimmt, wir sind optimistisch. So, wie sich die Technologien entwickeln und die globale Agenda jetzt formuliert ist, lässt sich viel unter einen Hut bringen. Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu Strom haben. Dafür brauchen wir Investitionen von 30 bis 40Mrd. Dollar pro Jahr. Das ist nicht dramatisch viel, wenn man an die Zahlen denkt, um die es in der Finanzkrise gegangen ist. Welche Rolle spielt die Energieeffizienz in den Planungen der UNO?
Monga: Sie hat das Potenzial, mehr als die Hälfte zu allen CO2-Einsparungen beizutragen. Aber das erfordert Anstrengungen in allen Bereichen: Industrie, Transport, Gebäude – und auch einen geänderten Lebensstil der Konsumenten.
Bei den erneuerbaren Energien: Welche Technologie hat das größte Potenzial?
Monga: In den letzten 20 Jahren hat sich der Sektor Windenergie stark entwickelt, vor allem in Europa, durch großzügige Förderpolitik. Jetzt rückt die Solarenergie in den Fokus, weil die Kosten zurückgehen, wenn man sie im großen Stil betreibt. Der Nahe und Mittlere Osten hat da viel vor. Und ganz wichtig wird Wasserkraft werden.
Setzen Sie dabei auf die großen, wild umstrittenen Dammprojekte oder auf viele kleine Wasserkraftwerke?
Monga: Es geht nicht um groß oder klein, sondern darum, womit wir im konkreten Fall das beste Ergebnis erzielen – wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Das führt zu einem Mix: viele kleine Kraftwerke, weil sie die Umwelt weit weniger belasten und entlegene Gebiete mit nationalen Netzen gar nicht erreichbar sind. In China allein sind schon 50.000Miniwasserkraftwerke in Betrieb. Aber wir brauchen auch große Dämme, weil sie oft entscheidende Kostenvorteile bieten.
Wo sind die Vorreiter bei erneuerbaren Energien, wo gibt es Probleme?
Monga: Interesse gibt es heute in fast allen Ländern. Aber wirklich viel umsetzen können nur wenige. Deutschland etwa, im Bereich der stark geförderten Windenergie. China und Indien haben sich immerhin schon auf das Thema erneuerbare Energie eingelassen. In Afrika hingegen fehlen die Ressourcen, das Wissen, das Training.
Inwieweit rechnen sich Öko-Investitionen, wie stark sind sie noch von Förderungen abhängig?
Monga: Was sich immer rechnet, ist die Erhöhung der Energieeffizienz in Unternehmen. Ich denke da an Stahlwerke oder Gießereien, die mit niedrigeren Temperaturen für ihre Produktion auskommen. Meist braucht es nur zwei bis drei Jahre, bis die Investitionskosten wieder eingespielt sind. Um das zu fördern, braucht es nicht immer direkte Subventionen. Neue gesetzliche Standards, Steuererleichterungen, öffentliche Investitionen in die Forschung und Training vor Ort sind oft wirkungsvoller.
Beim „Desertec“-Projekt soll Solarstrom aus der Sahara nach Mitteleuropa kommen. Ist das realistisch? Abgesehen von den immensen Kosten müssten Transitstaaten wie Spanien akzeptieren, dass man ihnen riesige Starkstromleitungen durchs Land legt...
Monga: Da muss die Kooperationsbereitschaft schon groß sein, auch beim Austausch von Technologien. Heute wäre Desertec zu teuer, aber in fünf, zehn Jahren kann sich das ändern. Die Welt dreht sich weiter und rückt näher zusammen. Das spricht für Projekte über große Distanzen, bei denen viele Länder zusammenarbeiten.

Zur Person ?Pradeep Monga kommt aus Indien und arbeitet in Wien als Direktor für Energie und Klimawandel bei der UNIDO, der UNO-Organisation für industrielle Entwicklung. Er ist Experte für Energiepolitik und grüne Technologien. Vor Kurzem referierte er bei einer Konferenz des Informationsbüros Wirtschaft und Entwicklung IBWE (www.ibwe.at). ("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2010)



24.07.2010

Co2freiNET möchte Ihr Unternehmen für sich gewinnen

Sie überlegen Veranstaltungen Co2frei durchzuführen? Dann sind wir der richtige Ansprechpartner.



01.07.2010

Relaunch der Website

Nach einigen gestalterischen und strukturellen Anpassungen geht nun unsere Website an den Start. Wir freuen uns auf viele Interessenten und vor allem eine gesündere Umwelt.



00.00.0000

Energiespartipp des Monats Januar 2017

Um die Klimaerwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen, müssen wir unseren CO 2 - Ausstoß von heute über 10 Tonnen auf ca. 2 Tonnen pro Kopf und Jahr reduzieren . Eine große Herausforderung, bei der die vielen kleinen Beiträge für mehr Nachhaltigkeit in der Summe wichtig sind . Doch w o können wir nicht nur kiloweise, sondern sogar tonnenweise CO 2 vermeiden? Ihre ganz persönliche CO 2 - Bilanz , a ufgeschlüsselt nach sieben Kategorien , können Sie m it dem CO 2 - Rechner des Umweltbundesamtes abschätzen : www.uba.co2 - rechner.de . ? z . B. Auto : Ein mit Ökostrom „betanktes“ Elektroauto fährt nahezu emissionsfrei. Im Durchschnitt legt ein PKW pro Jahr 14.500 Kilometer mit einem CO 2 - Ausstoß von 142 g/km zurück . Das macht einen Unterschied zwischen „fossilem“ Auto und „Stromer“ von 2 Tonnen CO 2 – Jahr für Jahr. ? z . B. Flugreisen : Ein Inlandsflug München - Hamburg und zurück verursacht 310 kg CO 2 , der Trip nach New York 3,8 t . Mit einer Ausgleichszahlung in Klimaschutzprojekte können Sie bei Fern - reisen die Treibhausgasemissionen kompensieren ( z.B. www.atmosfair.de ) . Mit der Bahn sparen Sie 80 Prozent der Emissionen: das ist im Beispiel München - Hamburg eine Viertel Tonne CO 2 ! ? z . B. Wohnen : Ein sanierter Altbau , wärmegedämmt und mit nachwachsenden Rohstoffen statt mit Öl beheizt, minimiert die CO 2 - Bilanz in der Größenordnung von 8 bis 9 Tonnen CO 2 pro Jahr auf unter eine Tonne (Beispiel: Einfamilienhaus Baujahr vor1979 , 120m 2 Wohnfläche ) . ? z . B. Strom: Sind Sie schon Stromsparprofi ? Wenn Sie jetzt noch auf Ökostrom umsteigen, sparen Sie ca. eine halbe Tonne CO 2 pro Person und Jahr ( z. B. bei 2.900 kWh/a für 3 - P ersonenhaus halt ). ? z . B. Ernährung : Auf r egional e , saisonal e und biologisch e Lebensmittel setzen, Fleischkonsum reduzieren – in Summe bringen viele kleine Schritte einiges. Pro Woche einen Tag auf Fleisch verzic hten spart etwa 160 Kilogramm CO 2 im Jahr . ? z . B. Konsum : Teilen und Tauschen spart Ressourcen , die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird („Gaue Energie“) . Wenn kaufen, dann auf langlebige und energieeffiziente Produkte setzen. Mehr unter www.nachhaltiger-warenkorb.de